Stadt stellt Strafanzeige
Illegale Rodungsaktion an der Weseler Straße

Münster-Mecklenbeck -

Es soll sich um ein Missgeschick gehandelt haben: Bei Arbeiten am ehemaligen RWE-Areal wurden illegalerweise Bäume und Sträucher der Stadt Münster gefällt. Die hat jetzt Anzeige erstattet.

Mittwoch, 25.11.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2020, 20:24 Uhr
Kahlschlag an der Weseler Straße: Bei der Rodungsaktion am einstigen RWE-Areal mussten auch städtische Bäume der Säge weichen.  
Kahlschlag an der Weseler Straße: Bei der Rodungsaktion am einstigen RWE-Areal mussten auch städtische Bäume der Säge weichen.   Foto: ohw

Anwohner hatten sich in den vergangenen Tagen bereits bei unserer Zeitung gemeldet und auf den vermuteten „Umweltfrevel“ hingewiesen. Seit Mittwoch gibt es nun Gewissheit: Bei der Rodungsaktion, die – wie berichtet – vor einigen Tagen auf den ehemaligen RWE-Areal an der Weseler Straße 480 vorgenommen wurden, mussten städtische Bäume unrechtmäßig der Säge weichen. Die Stadt hat deshalb Strafanzeige gegen den Verursacher gestellt.

Auf dem Grundstück, das sich seit dem Jahr 2016 im Besitz des münsterischen Immobilienunternehmens „Areo“ befindet, seien umfangreiche Fäll- und Rodungsarbeiten vorgenommen worden. Davon sei auch eine angrenzende städtische Grünfläche betroffen gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Münster. Rund 50 Bäume – Eichen, Kastanien, Hainbuchen, Linden und Ahorne – sowie Sträucher seien illegal gefällt worden. Dies soll laut Heiner Bruns, Leiter des städtischen Grünflächenamts, ohne die Zustimmung der Stadt erfolgt sein. Diese sei vorab gar nicht informiert worden.

Verbliebene Bäume „nachhaltig geschädigt“

Darüber hinaus wurde bei einem Ortstermin festgestellt, das es zusätzlichen Schaden gab: Verbliebene Bäume seien „unsachgemäß zurückgeschnitten“ und durch die eingesetzten Maschinen „nachhaltig geschädigt“ sowie wichtiger Lebensraum für Vögel und Insekten „zerstört beziehungsweise massiv eingeschränkt worden“, heißt es in der Mitteilung der Stadt weiter. Ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger sei mit der Ermittlung der genauen Schadenssumme beauftragt worden.

Nach Auskunft von Miriam Gromeier soll es sich bei der Fäll- und Rodungsaktion auf städtischen Grund um ein Missgeschick gehandelt haben. Es sei keinerlei böse Absicht im Spiel gewesen versichert die Projektleiterin der Firma „Areo“. Die Arbeiten an der Weseler Straße seien von einer beauftragten Fachfirma vorgenommen worden. Ob die von der Stadt angegebene Zahl der gefällten Bäume und Sträucher zutreffend sei, müsse allerdings noch geklärt werden.

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