Karlheinz Pötter feiert Geburtstag
Mecklenbeck liegt ihm am Herzen

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Fast jeder im münsterischen Stadtteil Mecklenbeck kennt Karlheinz Pötter. Jetzt begeht er sein 80. Wiegenfest.

Dienstag, 15.12.2020, 23:59 Uhr
Karlheinz Pötter
Karlheinz Pötter Foto: ann

Ein Mecklenbecker Urgestein ist Karlheinz Pötter nicht. Am 16. Dezember vor 80 Jahren wurde er in Hamm geboren, und er ist in Brilon und Dülmen aufgewachsen. Aber unbestritten ist er ein „echter“ Mecklenbecker geworden. Sein Name und sein Wirken haben in den vergangenen Jahrzehnten tiefe Spuren im Ort hinterlassen.

1972 kam er nach Münster als Lehrer für Englisch und Geschichte unter anderem an der Friedensschule. Das Modell Gesamtschule hatte es ihm besonders angetan, hier entwickelte er das In­strument der Mediothek, bei der nach dem Grundsatz „Einer für alle, alle für einen“ Lern- und Lehrmittel wie Bücher, Folien und Tonbänder gesammelt und für alle zugänglich gemacht wurden.

1974 begann er ehrenamtlich in der Pfarre St. Anna mitzuarbeiten, drei Jahre später wurde er Vorsitzender des Gemeinderates. Der Ort Mecklenbeck glich damals einem Flickenteppich ohne eigentliches Zentrum. Es war Pötters Herzensanliegen, dem zersplitterten Ort ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, dafür setzte er sich mit aller Kraft ein.

Als Historiker forschte er nicht nur in Archiven nach historischen Belegen, sondern er band auch die Bewohner ein, indem er alte Fotoalben und Dokumente von ihnen erbat. „Geschichte ist nie tot“ ist seine Überzeugung. „Aus zahlreichen Querverbindungen in die Gegenwart kann das Identitätsgefühl erwachsen.“ Als Ergebnis dieser lokal-historischen Detektivarbeit entstanden etliche Publikationen aus seiner Hand, wobei sich die Forschungen zum Nachlass von Otto Modersohn dabei fast zufällig als Nebenprodukt ergaben.

Ein wichtiger Schritt zur kulturellen Selbstfindung Mecklenbecks war auch die Schaffung einer neuen Ortsmitte auf der Achse Hof Hesselmann / St.-Anna-Kirche, an deren Planung Pötter maßgeblich beteiligt war. Die Gründung von zwei wichtigen Vereinen des Ortes – des „Mecklenbecker Geschichts- und Heimatkreises“ und des „Bürgervereins“ – gehen auf ihn zurück. Ebenfalls die Anregung zu einem ersten Stadtteilfest im Jahr 1989 und das Aufstellen eines Maibaums vor dem Bürgerhaus in der neuen Ortsmitte.

Seinen Geburtstag will Karlheinz Pötter coronabedingt ohne seine drei Kinder allein mit seiner Ehefrau begehen.

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