Baumfällaktion am Neubaugebiet verärgert Mecklenbecker
Kahlschlag am Meckmannweg

Münster-Mecklenbeck -

Sogar von einem Desaster ist die Rede: Am Meckmannweg wurden alte Bäume abgeholzt, was von so manchem Nachbarn heftigst bedauert wird.

Donnerstag, 07.01.2021, 19:33 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 19:40 Uhr
Zahlreiche Bäume und Sträucher fielen zum Bedauern von Nachbarn am Meckmannweg der Säge zum Opfer.
Zahlreiche Bäume und Sträucher fielen zum Bedauern von Nachbarn am Meckmannweg der Säge zum Opfer.

Die Verärgerung ist groß: Als vor einigen Tagen auf dem großen Neubauareal zwischen Weseler Straße und Schwarzem Kamp ein Großteil der unmittelbar an den Meckmannweg angrenzenden Bäume und Sträucher ohne jegliche Vorankündigung radikal gefällt wurde, meldeten sich Anwohner und besorgte Bürger aus der Nachbarschaft bei unserer Redaktion, um ihrem Unmut darüber kund zu tun.

Einer von etlichen, die sich über die Aktion mehr als wundern, ist Dr. Tobias Rudolph . Aus seiner Sicht sind Fällaktionen von altem Baumbestand „in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß“. Der Umweltschaden, der Flora und Fauna am Meckmannweg zugefügt worden sei, sei massiv. Obendrein sei der alte Baumbestand ein Sicht- und Lärmschutz für die Alt-Anwohner des Meckmannweges gewesen. „Vor dem Gesichtspunkt der schiefgegangenen Fällaktionen bei der VEW/RWE ist das hier wieder ein planerisches Desaster, auch weil am nahe gelegenen neuen Spielplatz mit großem Aufwand neue Bäume gepflanzt werden“, ärgert sich Rudolph.

Als direkter Anwohner wundert sich Jan Wunderlich in einer E-Mail an die Redaktion über die „Kahlschlagaktion am Meckmannweg“. Dort sei ein „zum großen Teil sehr alter Baumbestand“ abgeholzt worden. Ihm und anderen Anwohnern seien dazu im Vorfeld keinerlei Informationen zuteil geworden.

Bei Gesprächen vor Ort wiesen weitere Nachbarn darauf hin, dass sie kein Verständnis dafür hätten, was am Meckmannweg passiert sei. Dort seien schonenswerte Bäume, die die Anlieger ein Stück weit vom Neubaugebiet abgeschottet hätten, unnötig der Säge zum Opfer gefallen. Im Zusammenhang mit einer Bürgerversammlung zum Baugebiet sei damals sogar vereinbart worden, die dortigen Bäume zu erhalten, wundert man sich.

Nachdem er von der Baumfällaktion in Mecklenbeck erfahren hatte, sah sich nun auch Hans-Ulrich Menke das betreffende Areal an. Allerdings konnte Münsters Stadtförster – anders als unlängst am ehemaligen VEW-Terrain an der Weseler Straße – kein illegales Vorgehen feststellen. Die vier Bäume, die dort laut Bebauungsplan erhalten bleiben müssten, drei Eichen und eine Linde, seien verschont geblieben. Allerdings seien „jede Menge anderer Bäume“ gefällt worden, was er als Förster natürlich bedauere. „Es wäre schön gewesen, wenn man diesen Baumstreifen erhalten hätte“, stellt Menke klar. Das sei allerdings seine ganz private Meinung.

Wer für die umstrittene Baumfällaktion verantwortlich zeichnet, ist vom städtischen Amt für Immobilienmanagement aus Datenschutzgründen nicht zu erfahren. Sicher ist, dass es sich um Privatleute handelt. Laut Mitarbeiterin Marion Brink wurden von der Stadt im betreffenden Teil des Baugebiets 42 Grundstücke für die Reihenhausbebauung vermarktet. Dazu zählen die Grundstücke, auf denen jetzt gefällt wurde.

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