Stadt will Wanderweg-Vorschlag prüfen
Bearbeitung wird längere Zeit in Anspruch nehmen

Münster-West -

Das für Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit will den SPD-Vorschlag „Wanderweg entlang der Münsterschen Aa“ prüfen. Es weist aber schon im Vorfeld darauf hin, dass es im vorgesehenen Bereich das durchgängige Naturschutzgebiet Aa-Aue mit einer Größe von 155,4 Hektar gibt.

Montag, 15.02.2021, 22:06 Uhr aktualisiert: 15.02.2021, 22:10 Uhr
Entlang der Münsterschen Aa soll ein von der SPD angeregter Wanderweg Bürgern die Natur erschließen, so der Vorschlag.
Entlang der Münsterschen Aa soll ein von der SPD angeregter Wanderweg Bürgern die Natur erschließen, so der Vorschlag. Foto: sch

Das derzeit kontrovers diskutierte Thema „Wanderweg entlang der Aa vom Aasee durch den Westen“ wurde auf der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Münster-West keineswegs ausgeklammert. Die SPD hatte den entsprechenden Antrag – wie berichtet – bereits im vergangenen Monat ins Gremium eingebracht und hält trotz kritischer Stimmen an ihm fest.

Beate Kretzschmar wirkte verärgert darüber, dass ihr Vorschlag, einen Wanderweg entlang der Münsterschen Aa anzulegen, reichlich Kritik auf sich gezogen hatte. Es habe eine regelrechten „Shitstorm“ gegeben, so die Fraktions-Chefin der Sozialdemokraten. Bauern und Jäger hätten gegen den Vorschlag Front gemacht, und die CDU habe sich dem angeschlossen, monierte Kretzschmar. Dabei sei es aus ihrer Sicht schon ein Stückchen verwunderlich, dass Landwirte, die in der unmittelbaren Nachbarschaft der Aa Felder bewirtschafteten und dort Gülle aufbrächten, plötzlich auf Naturschutz pochten.

Ziel des sozialdemokratischen Wanderweg-Antrags sei, interessierten Bürgern in Münsters Westen Zugang zur Natur der Aa-Aue zu gewähren. Natürlich solle diese nicht zerstört werden und der Wanderweg deshalb auch nicht zwangsläufig durch Naturschutzterrain führen. Deshalb solle sich die Verwaltung, in diesem Fall das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, mit dem Thema befassen und aufzeigen, ob und welche Teilstücke entlang der Aa für die Anlage eines Wanderwegs geeignet seien.

In einer der BV West zur Sitzung bereits vorliegenden Stellungnahme wies das Amt bereits darauf hin, dass es den Vorschlag der SPD im Hinblick auf seine Realisierbarkeit prüfen werde. Vorab solle jedoch schon einmal festgestellt sein, dass es entlang der Münsterschen Aa das durchgängige Naturschutzgebiet Aa-Aue mit einer Größe von 155,4 Hektar gebe. Im Aatal seiengroßflächige Ausgleichsmaßnahmen durch die Stadt Münster und den Landesbetrieb Straßen NRW durchgeführt worden.

Weiterhin heißt es unter anderem, dass einige Gewässerabschnitte mit großen finanziellen Mitteln und Fördergeldern renaturiert worden seien und das Aatal aufgrund der teilweise fehlenden Erschließung einen wichtiger Rückzugsraum für die Tierwelt darstelle. Darüber hinaus sei die Stadt , so das Grünflächenamt weiter, nur in Teilbereichen des ins Auge gefassten Wandweg-Areals Flächeneigentümer. Es gebe zahlreiche private Besitzer.

Keinen Hehl macht das Amt daraus, dass es eine Weile dauern dürfte, bis es eine Antwort auf die Frage gibt, ob ein Wanderweg machbar ist: „Aufgrund der genannten Rahmenbedingungen ist von einem längeren Bearbeitungszeitraum auszugehen.“

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