Naturschützer helfen: Krötenzäune in Mecklenbeck
Amphibien-Wanderung ist schon in vollem Gange

Münster-Mecklenbeck -

Damit Kröten und Frösche auf der Mecklenbecker Straße nicht überfahren werden, sind dort derzeit jeden Morgen Naturschützer im Einsatz.

Mittwoch, 17.03.2021, 21:41 Uhr aktualisiert: 17.03.2021, 21:50 Uhr
Schützende Barrieren: Seit Ende Februar stehen an der Mecklenbecker Straße wieder Krötenzäune, um Amphibien bei der Laichwanderung zu schützen.
Schützende Barrieren: Seit Ende Februar stehen an der Mecklenbecker Straße wieder Krötenzäune, um Amphibien bei der Laichwanderung zu schützen. Foto: sch

Frösche, Kröten und Molche sind wieder unterwegs – die Laichwanderung ist im vollen Gange: Auch in Mecklenbeck haben engagierte Naturschützer um Dr. Berit Philipp an der Mecklenbecker Straße seit geraumer Zeit wieder Krötenzäune aufgestellt, um die wandernden Amphibien davor zu bewahren, dass sie auf der Straße überfahren werden.

Aus dem Winterquartier, den Grünflächen südlich der Mecklenbecker Straße, zieht es die Tiere in die Tümpel auf der anderen Straßenseite. Dort legen die weiblichen Exemplare ihre Eier ab. Damit sie alle unversehrt hin­über kommen, wurden wieder die bekannten grünen Folienzäune mit den dahinter platzierten Auffangeimern aufgestellt.

Die Tiere, die dort hineinfallen, bringt Berit Philipp von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland mit Unterstützung durch die beiden Mecklenbecker Familien Radefeld und Flessenkemper jeden Morgen hinüber auf die andere Seite der vielbefahrenen Straße.

Das macht sie bereits seit acht Jahren jedes Frühjahr. Allerdings schwanken die Zahlen der geretteten Amphibien. Wurden im Jahr 2015 über 260 gerettete Tiere gezählt, so waren es 2018 nur noch rund 150. In diesem Jahr wurden die Krötenzäune am 24. Februar aufgestellt. Allerdings war es schon bald wieder kalt, sodass die Auffangeimer nur an sieben Tagen geleert werden mussten. 61 Amphibien – 47 Grasfrösche, 13 Erdkröten und ein Molch – sind bislang zu verzeichnen.

Am Mittwoch war der Andrang am Krötenzaun dann aber besonders groß: Gleich 23 Grasfrösche, darunter besonders viele laichtragende Weibchen, befanden sich in den Eimern. Immer dann, wenn es nicht zu kalt, nicht zu windig und idealerweise auch feucht ist, sind die Amphibien, so die Mecklenbecker Naturschützerin, auf Wanderung. Sie schätzt, dass dies noch Anfang oder auch Mitte April der Fall sein wird.

Wenig erfreulich ist für Berit Philipp und ihre Mitstreiter, dass Unbekannte sich in dieser Woche des Nachts an den Krötenzäunen zu schaffen machten: Die Planen sind so lang, dass sie zum Teil eingerollt bleiben können. Und genau darauf hatten es die Diebe abgesehen: Sie schnitten die überschüssige Folie ab und nahmen sie mit. „Einfach nur dreist“, ärgert sich die engagierte Naturschützerin.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7872158?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F140%2F
Nachrichten-Ticker