Mecklenbeck: Reiterverein St. Georg beteiligt sich an bundesweiter Aktion
Kurzarbeitergeld für Schulpferde

Münster-Mecklenbeck -

Kein Einkommen aus Reit- und Voltigierunterricht, doch die Kosten für die Versorgung der Schulpferde laufen weiter: Auch beim Reiterverein St. Georg macht man sich aufgrund der Corona-Pandemie große Sorgen.

Freitag, 19.03.2021, 22:19 Uhr aktualisiert: 22.03.2021, 10:14 Uhr
Freuen sich, dass Reitunterricht endlich wieder möglich ist: Die St.-Georg-Reitlehrerinnen Sylvia von Heereman und Carolin Schuster – hier mit zwei ihrer Reitschülerinnen.
Freuen sich, dass Reitunterricht endlich wieder möglich ist: Die St.-Georg-Reitlehrerinnen Sylvia von Heereman und Carolin Schuster – hier mit zwei ihrer Reitschülerinnen. Foto: Ruth Höping

Auch beim Reiterverein St. Georg schrillen coronabedingt die Alarmglocken: Kein Einkommen aus Reit- und Voltigierunterricht, doch die Kosten für die Versorgung der Schulpferde laufen weiter. Gemäß einer von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung ( FN ) durchgeführten bundesweiten Umfrage sieht ein Drittel der Reitschulen in Deutschland seine Existenz aufgrund der Corona-Pandemie gefährdet, denn die bisherigen Förderprogramme reichen nicht aus.

Vielfach steht die Abschaffung von Schulpferden bevor oder sie erfolgt bereits. Doch wohin mit den Pferden? Ihnen droht wohl der Verkauf. Um das zu verhindern sowie Politik und Öffentlichkeit auf die Notlage der Reitschulen aufmerksam zu machen, beteiligt sich auch der in Mecklenbeck ansässige Reiterverein St. Georg Münster laut einer Mitteilung an der von der FN initiierten Social-Media-Aktion „#KEINSchulpferdweniger“. Im Mittelpunkt der Aktion steht die Forderung nach Kurzarbeitergeld für Schulpferde, die als Seelentröster, Sportpartner und Lehrmeister die wichtigsten Mitarbeiter der Reitschulen sind.

In Deutschland gebe es rund 65 000 Schulpferde und -ponys – davon aktuell im Reiterverein St. Georg mit Corinth, Die Dame, Oreo, Paddy, Piuro, Sorella und Thorin sieben Schul- sowie mit Estelle und Rottenberry zwei Voltigierpferde. Solche Vierbeiner bildeten das Fundament des organisierten Pferdesports, sie machten Nachwuchsarbeit, Sportentwicklung und generell den Pferdesport in Deutschland möglich. „Den Vereinen und Betrieben, die Schulpferde halten und deren Kerngeschäft der Reit- und Voltigierunterricht ist, fehlen die Einnahmen, die sie für die Versorgung der Pferde benötigen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Ein Pferd lasse sich nicht wie ein Ball für die Zeit der Pandemie im Schrank verstauen. Es brauche Futter, Wasser, Bewegung, den Hufschmied und manchmal auch einen Tierarzt. All das koste Geld. Deshalb fordere die FN Kurzarbeitergeld vom Staat auch für vierbeinige Mitarbeiter.

„Experten bestätigen, dass das Infektionsrisiko beim Reitunterricht gering ist, da Abstands- und Hygieneregeln hier besonders gut eingehalten werden können – auch im Gruppenunterricht, denn mit und auf dem Pferd haben die Reitschüler schon aus Sicherheitsgründen großen Abstand zueinander. Zudem bewegen sich die Pferdesportler überwiegend draußen“, so der Reiterverein St. Georg. Die beiden Reitlehrerinnen des Vereins, Sylvia von Heereman und Carolin Schuster, dürften gemäß der aktuellen Coronaschutzverordnung den Reitunterricht seit wenigen Tagen langsam wieder aufnehmen.

Gingen die Vereine und Betriebe zugrunde, so betreffe das auch private Pferdehalter, die ihre Tiere bei ihnen unterstellten, die Reithallen und -plätze nutzten und auch Reitunterricht nähmen. „Eine ganze Branche, deren Umsatz bei geschätzten 6,7 Milliarden Euro liegt, ist bedroht, wenn das Fundament wegbricht. Deshalb beteiligen auch wir uns an der FN-Aktion #KEINSchulpferdweniger und fordern: Kurzarbeitergeld für Schulpferde“, stellen die Verantwortlichen von St. Georg klar.

Wer weitere Informationen über den Reiterverein St. Georg sucht oder Interesse an der Unterstützung des Schulbetriebs hat, kann über die Vereinshomepage: www.st-georg-muenster.de Kontakt aufnehmen.

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