Wanderweg-Diskussion: SPD konferiert mit Nabu-Vertretern
Wandern, ohne der Natur zu schaden

Münster-West -

Auf der Suche nach einem möglichen Wanderweg, der Einblicke in die Natur des Münsterischen Aatals gewährt, hofft die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West auf Unterstützung des Naturschutzbunds.

Dienstag, 30.03.2021, 22:13 Uhr aktualisiert: 30.03.2021, 22:20 Uhr
Per Videokonferenz tauschten sich die Sozialdemokratinnen Beate Kretzschmar (oben) und Doris Feldmann mit den Nabu-Mitgliedern Thomas Hövelmann, Detlef Lobmeyer und Carsten Trappmann aus.
Per Videokonferenz tauschten sich die Sozialdemokratinnen Beate Kretzschmar (oben) und Doris Feldmann mit den Nabu-Mitgliedern Thomas Hövelmann, Detlef Lobmeyer und Carsten Trappmann aus. Foto: SPD

Wie können im Westen Münsters Wanderwege erschlossen werden, die den Menschen Einblicke in die schöne Natur des Aatals bieten, ohne Naturschutzgebiete zu gefährden? Seit die SPD im Januar in der Bezirksvertretung (BV) Münster-West den Antrag gestellt hat, einen Wanderweg zu erstellen, der den Aasee mit der Burg Hülshoff im Kreis Coesfeld verbindet, wird diese Frage – wie berichtet – viel und kontrovers diskutiert.

Dass beide Anliegen nicht unvereinbar sind, zeigt der Dialog, den Beate Kretzschmar, Fraktionsvorsitzende der SPD in der BV West, und Doris Feldmann, SPD-Ratsfrau für Gievenbeck, mit Vertretern des Nabu Münster und der Nabu-Naturschutzstation Münsterland geführt haben. Im Ramen einer Videokonferenz unterstrichen Dr. Thomas Hövelmann, Detlef Lobmeyer und Dr. Carsten Trappmann, wie schützenswert die Natur des Aatales ist, weil dort etwa seltene Vögel wie Kiebitze brüten und Zugvögel in renaturierten Uferbereichen rasten.

„Die Naturschützer befürchten, dass viele Spaziergänger in der Nähe des Naturschutzgebiets mit ihren freilaufenden Hunden diese Vögel vertreiben. Gleichwohl konnten sie gut das Bedürfnis der Menschen verstehen, beim Spazierengehen Einblicke in die schöne Natur vor ihrer Haustür zu bekommen, statt mit dem Auto zur Werse, Ems oder in die Baumberge fahren zu müssen“, heißt es in einer Mitteilung der SPD-Fraktion der BV West.

Diskutiert wurden mögliche Streckenführungen, etwa die Verbesserung bereits vorhandener Wege im Bereich der Aatales, das Anlegen neuer Wege am Rand des Aatales in einiger Ent-fernung zum Naturschutzgebiet in Verbindung mit dem Bau von Aussichtstürmen und die Nutzung gering befahrener Straßen. So schlug etwa Dr. Hövelmann vor, ähnlich wie in den Rieselfeldern über Beobachtungsstände an vorhandenen Wegen störungsfreie Einblicke zu gewähren in besonders schön renaturierte Bereiche der Aa. Dafür schlug er den Bereich Hülshoffstraße vor.

„Eine zu Aa-nahe Wegeführung wäre damit entbehrlich, und das Ziel des Nabu, störende Einflüsse auf sensible Bereiche wie unter anderem die vielen Kompensationsflächen entlang der Aa unbedingt zu vermei-den, wäre ebenfalls zu erreichen“, meinen die Sozialdemokraten.

Beate Kretzschmar freut sich über die im Online-Dialog aufgezeigten Vorschläge und über die Bereitschaft der Nabu-Vertreter, gegebenenfalls auch den weiteren Prozess zu begleiten: „Es ist großartig, dass uns der Nabu mit seiner Erfahrung und Expertise dabei unterstützt, im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Weg zu finden, um Bürgerinnen und Bürgern im Westen Münsters fußnahe Naturerlebnisse zu ermöglichen.“ Wanderwege sollten die Natur nicht zerstören, sondern könnten diese bei entsprechender Streckenführung sogar schützen, bekräftigt Doris Feldmann.

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