Nienberge
Haus Vögeding: Ein Schmuckstück

Mittwoch, 08.09.2010, 18:09 Uhr

Münster-Nienberge - Auch wenn sich „Petrus“ derzeit nicht gerade von seiner besten Seite zeigt - das Haus Vögeding ist auch bei Regen oder bedecktem Himmel einen Abstecher wert. Die von einer Gräfte umgebene Wasserburg wurde 1353 erstmals urkundlich bei der Schenkung des Hauses an das Kloster Cappenberg erwähnt. „ Lehnsträger war die münsterische Erbmännerfamilie von Bischop­ink“, erzählt Reinhold Klumpe , der sich mit der Geschichte des in der Nienberger Bauerschaft Schonebeck gelegenen Wasserburg intensiv beschäftigt hat. Sein Wissen möchte das Vorstandsmitglied des Nienberger Heimatvereins natürlich nicht für sich allein behalten: Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals wird Klumpe am Sonntag (12. September) alles Wissenswerte rund um das Haus Vögeding vorstellen. Treffpunkt ist dort um 15.30 Uhr.

Das jetzige Haus Vögeding wurde im 16. Jahrhundert als geschlossene viereckige Hofanlage errichtet. Erhalten geblieben ist das langgestreckte, nicht unterkellerte Bauernhaus mit Wohnteil am Nordwestende und einem Rund-Turm auf der Westecke. „Auf einem Foto aus dem Jahr 1890 sieht man noch ein weiteres Gebäude, das den Gegenpart zum noch erhaltenen Gebäude darstellte und um 1900 abgerissen wurde“, erläutert Reinhold Klumpe. „Wahrscheinlich war die gesamte Hofanlage von mehreren Gräften umgeben, ebenso die große Gartenanlage, die auch nicht mehr vorhanden ist.“ Zudem habe sich über dem Südostgiebel ein großes Deelentor befunden. Über dem Torbogen zeige ein altes Fotos von 1890 zwei Schlitze für Kettenrollen. Klumpes Schlussfolgerung: „Also war der Vorplatz wohl durch eine Gräfte vom Haus getrennt.“

Das langgestreckte Backsteinhaus hat einen etwa einen Meter über der Wasserlinie der Gräfte vorhandenen Bruchsteinsockel. Dabei sei der Nordwestgiebel mit dem Rundturm „besonders gut erhalten“, erläutert Klumpe. „Er beeindruckt alle, die zwischen Haus Rüschhaus und Burg Hülshoff unterwegs sind.“

Auch über die Eigentumsverhältnisse informiert Klumpe: Von 1827 bis 1939 war der Freiherr von Droste zu Hülshoff Besitzer von Haus Vögeding. Als Annette von Droste-Hülshoff im Rüschhaus wohnte, gehörte ihrer Familie also auch Haus Vögeding. 1939 kaufte Wilhelm Schulte-Hullern, der Vater von Hildegard Weißen, das Anwesen. Ab 1956 waren Bernhard und Hildegard Weißen Besitzer, heute sind es Reinhard und Birgitta Weißen.

Reinhold Klumpe wird nicht nur auf die Geschichte von Haus Vögeding eingehen, sondern auch das Thema der münsterischen Erbmänner beleuchten, die in Nienberge etliche Bauernhöfe und Haus Vögeding besaßen. Die Familie Weißen wird an der Führung, die nur draußen stattfindet, teilnehmen und für Fragen zur Verfügung stehen.

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