Nienberge
Stehende Ovationen

Montag, 29.11.2010, 17:11 Uhr

Münster-Nienberge - „Gottes Sohn ist Mensch geborn´, ist Mensch geborn´“, tönte es stimmgewaltig vom Altarraum bis zur Empore des voll belegten Kirchenschiffs von St. Sebastian . „Quem pastores laudavere - den die Hirten lobeten sehre“ - wirkungsvoll wechselten sich die klaren Stimmen der Paulinum-Sechst­klässler, an vier Stellen des Gotteshauses positioniert und die vier Himmelsrichtungen symbolisierend, mit dem Quempas-Gesang der Chorgemeinschaft und der Gemeinde ab.

Festlicher Höhepunkt eines gelungenen Adventskonzerts, das mit stehenden Ovationen endete: Exzellente Dramaturgie im Doppelpack bewiesen einmal mehr Bernhard Puschmann : er leitete die Chorgemeinschaft und den Männerchor Cäcilia, spielte Orgel, Klavier, rezitierte, moderierte - und seine Ehefrau Uta Hussong , die Orgel spielte und den stimmfreudigen Einsatz des Musikzweiges des Gymnasiums Paulinum leitete.

Für den krönenden Abschluss sorgte Puschmann mit einer fanfarenartigen Orgel-Hymne („Noël Étranger“) von Louis Claude Daquin (1694-1772). Eine weitere, eigentümlich helle Weihnachtsliedbearbeitung des französischen Barockkomponisten („Noël sur les Flutes“) erklang zuvor auf dem Flötenregister der Orgel. Den Konzertauftakt („Macht hoch die Tür“) inszenierten Chorgemeinschaft, Männerchor, Kinderchor und Gemeinde gemeinsam.

Glanzvolle Akzente setzten die Sechstklässler, garniert mit souveränen Solopassagen, unterstützt von den Schülern Jonas Bünning (Klarinette) und Jan Niklas Niehaus (Orgel), bei weiteren Chorsätzen teilweise in lateinischer Sprache („Psallite“ von 1609 und „Angelus ad Virginem“ aus dem 14. Jahrhundert).

Zwischendurch präsentierten sich die kontrastreichen Männerstimmen des MGV Cäcilia - neben bekannten Weihnachtsliedern erklangen ein geistliches Volkslied aus dem 15. Jahrhundert („Es flog ein Täublein weiße“) und ein Vokalstück von Christoph Willibald Gluck (1714-1787). Die Chorgemeinschaft St. Sebastian war unter anderem mit dem festlich-heiteren „Salve Regina“ von Johann Michael Haydn (1737-1806) und einem Mozart-Titel („Es kommt ein großer König“) vertreten.

Bibeltexte aus dem Alten und Neuen Testament verlas Josef Croonenbroeck. Dass Bernhard Puschmann auch ein glänzender Rezitator ist, bewies der vielseitige Kirchenmusiker von St. Sebastian mit heiter-besinnlichen Texten von Karl-Heinrich Waggerl („Das ist die stillste Zeit im Jahr“), des Begründers des Salzburger Adventssingens. Die heitere Episode vom Knecht Ruprecht illustrierte Puschmann lautmalerisch mit dem gleichnamigen Klavierstück von Robert Schumann. Damit war in dem mehrere Jahrhunderte übergreifenden Konzert auch die Romantik vertreten. Viel Beifall für vielfältige Darbietungen.

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