Akten auf Hülshoff gefunden
Ludger Dahlhaus erzählt die Geschichte des Hofes Hunnebeck und von den Nachbarn aus Schonebeck

Hohenholte/Nienberge -

Ludger Dahlhaus hat es wieder getan. Im Sommer 1994 brachte der Hägeraner mit einem 460-seitigen Buch über den einst von seiner Familie erworbenen Hof Wiedau bereits ein großes Stück Nienberger Heimatgeschichte heraus. Jetzt schloss der 83-Jährige zehn Jahre währende Recherchen über den Hof Hunnebeck ab. Herausgekommen ist ein zweibändiges Werk mit insgesamt 870 Seiten. „Hunnebeck – ein Bauernhof und seine Nachbarschaft“ stellt der Autor jetzt vor.

Dienstag, 29.11.2011, 21:11 Uhr

„Etwa im Jahr 2000 bat mich Alfons Pille , alles über die Vorgeschichte des Hofes Hundebeck oder Hunnebeck in Erfahrung zu bringen“, erinnert sich Dahlhaus . „Pille hatte in den Hof eingeheiratet, doch bei einem Großbrand im Jahr 1969 waren alle hofeigenen Akten verloren gegangen.“

Dahlhaus nahm sich der Aufgabe gerne an. Freimütig bekennt er heute allerdings, dass er sich eher nicht darauf eingelassen hätte, wäre ihm der Arbeitsaufwand damals bewusst gewesen. Denn jede gewonnene Erkenntnis habe neue Fragen aufgeworfen und so das Suchen und Finden zwangsläufig kein Ende gefunden.

Fand es im Dezember 2010 aber doch, denn da begann Dahlhaus, seine Sammlung von Originalquellen seit 1498, Kartenauszüge und Fotos zu zwei dicken Büchern zusammenzufügen. Diese beschränken sich längst nicht auf den Hof Hunnebeck.

„Aufgrund der starken sozialen und wirtschaftlichen Verflechtung untereinander musste auch ausführlich auf die Nachbarhöfe im westlichen Schonebeck eingegangen werden“, schildert Dahlhaus. Dabei entstand zugleich ein Häuserregister der Bauerschaft.

Die verschiedenen Dokumente stammen aus allgemein einsehbaren kirchlichen, staatlichen und privaten Archiven. Grundbucheinträge, Kirchenbücher, Gerichtsprotokolle und vieles mehr zeigen ein detailliertes Bild der sozialen, religiösen, landwirtschaftlichen und politischen Verhältnisse früherer Jahrhunderte. „Durch zufällige Aktenfunde im Archiv des Hauses Droste Hülshoff ergaben sich viele Einzelheiten aus der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg, die bisher nicht bekannt waren“, berichtet Dahlhaus.

Darunter sind so spannende Begebenheiten, wie ein Duell des Rudolf von Schonebeck am 30. Juni 1651 mit Johann Eberhard von Bock: Der wollte ihm ein Pferd wegen rückständiger Abgaben pfänden. Zwischen beiden flogen die Kugeln. Von Bock blieb unverletzt. Dafür traf er von Schonebeck damals offenbar in Arm und Schulter, ließ den um Gnade bittenden aber am Leben.

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