Mit dem neuen Fahrzeug ist der Löschzug Nienberge gut gerüstet
Modernste Technik ist an Bord

Münster-Nienberge -

Sturm „Christian“ zum Trotz: Am Montag blieb das Auto in der Garage. Denn der Löschzug Nienberge der Feuerwehr musste zu keinem Einsatz ausrücken. Seine Jungfernfahrt aber hatte der neue Einsatzwagen schon hinter sich, noch bevor Feuerwehr-Chef Benno Fritzen am Samstag offiziell den Schlüssel übergab.

Dienstag, 29.10.2013, 20:10 Uhr

Über das brandneue Löschgruppenfahrzeug freuen sich (v.l.) Löschzugführer Thorsten Ullrich, Stellvertreter Thomas Berger und Andre Andrasch, Verbindungsmann zur Berufsfeuerwehr.
Über das brandneue Löschgruppenfahrzeug freuen sich (v.l.) Löschzugführer Thorsten Ullrich, Stellvertreter Thomas Berger und Andre Andrasch, Verbindungsmann zur Berufsfeuerwehr. Foto: mfk

Am 12. Oktober war das, als die Nienberger Wehr zu einem Mehrfamilienhaus gerufen wurde. „Das Fahrzeug stand gerade einen Tag oder zwei hier“, berichtet Löschzugführer Thorsten Ullrich . Lange allerdings dauerte der Einsatz nicht: Der Notruf entpuppte sich zum Glück als Fehlalarm.

Die erste echte Bewährungsprobe hat das neue „ LF 20 KatS“ also noch vor sich. Die Abkürzung „LF“ steht für Löschgruppenfahrzeug, „KatS“ für Katastrophen-Schutz. 320 000 Euro hat es laut Fritzen gekostet. Es soll das alte Löschgruppenfahrzeug ersetzen, das bald in den Ruhestand geschickt wird – nach immerhin 27 Dienstjahren. Trotz des – für Feuerwehrwagen – stolzen Alters sei es noch gut in Schuss, sagt Ullrich. „Die Mercedes-Rundhauber sind sehr robust“, erklärt der Löschzug-Führer. Und er sei immer gut gepflegt worden.

Trotzdem freut er sich darüber, dass die Nienberger Wehr nun über ein brandneues Fahrzeug verfügt. Denn obwohl man einen Schlauch nicht völlig neu erfinden könne, so Ullrich, bringe der neue Wagen eine Reihe von Vorteilen mit sich. „Wenn sie einen alten VW Käfer fahren, ist das etwas anderes, als wenn sie einen neuen Beatle fahren.“

So kam das alte Fahrzeug kaum über 80 Stundenkilometer hinaus. Bei Einsätzen in Nienberge kaum relevant, spürten die Wehrleute das schon mal, wenn sie an andere Orten gerufen wurden. „Wir wurden auf der Autobahn von Lkw überholt. Wenn man mit Blaulicht unterwegs ist, ist das schon ein komisches Gefühl“, erzählt der Löschzugführer. Mit dem Neuen dürfte das nicht mehr passieren: Er bringt es in der Spitze auf Tempo 100. Außerdem sei er „voll geländegängig“.

Auch die Technik an Bord sei auf modernstem Stand. Anders als sein Vorgänger verfügt der neue Wagen zum Beispiel über eine Umfeldbeleuchtung. Die erleichtere nicht nur die Suche nach Material und helfe beim Meiden von Stolperfallen. „Man wird auch besser gesehen, wenn man nachts auf der Landstraße steht“, sagt der Löschzugführer.

1000 Liter Wasser führt der Wagen mit sich. Neben einer fest installierten Pumpe, die 2000 Liter pro Minute in die Schläuche drücken kann, verfügt das LF 20 KatS über eine sogenannte Tragkraftkraftspritze. Mit dieser mobilen Pumpe, die immerhin 800 Liter pro Minute schafft, könne die Wehr Wasser über größere Entfernungen zum Einsatzort transportieren, erklärt Andre Andrasch, Mitglied des Löschzugs Nienberge und gleichzeitig Verbindungsmann zur Berufsfeuerwehr. Auch ein Notstromaggregat und eine Motorsäge gehören zur Ausrüstung des Wagens.

Ein weiteres Plus: „Ein Trupp kann schon in der Kabine Atemschutzgeräte anlegen“, erklärt Ullrich. Das sei im alten Fahrzeug nicht möglich gewesen. So stehe schon ein Trupp unter Atemschutz bereit, wenn das LF 20 KatS mit bis zu neun Wehrleuten am Einsatzort eintreffe.

Vorgesehen ist der neue Wagen als „Zweitausrücker“. Als erstes rücke standardmäßig das Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 20/16 aus.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2005935?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F141%2F1758464%2F2072643%2F
Nachrichten-Ticker