Anwohner des Neubaugebiets Waltruper Weg sprachen mit Behörden über Maßnahmen
Entwässerung wird überprüft

Münster-Nienberge -

Das Gitter vor dem Durchlass der Hunnebecke unter der B 54 soll ausgetauscht werden. Das ist ein Ergebnis des „Runden Tischs“, zu dem sich am Mittwochnachmittag sechs Anwohner-Vertreter aus dem Neubaugebiet Waltruper Weg sowie Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine mit den zuständigen Behörden trafen.

Donnerstag, 14.08.2014, 21:08 Uhr

Mehr Fluss als Bach – so präsentierte sich die Hunnebecke auch am Morgen nach dem Jahrhundert-Unwetter noch. Der Wasserstand betrug nach Messung von Anwohnern zu Spitzenzeiten 4,60 Meter über der Sohle.
Mehr Fluss als Bach – so präsentierte sich die Hunnebecke auch am Morgen nach dem Jahrhundert-Unwetter noch. Der Wasserstand betrug nach Messung von Anwohnern zu Spitzenzeiten 4,60 Meter über der Sohle. Foto: mfk

„Sachlich und zielorientiert“ sei das rund eineinhalbstündige Gespräch verlaufen, sagte Tiefbauamtsleiter Michael Grimm am Donnerstag. Anberaumt hatte es das Tiefbauamt nach der Kritik von Anwohnern am Entwässerungssystem. Sie hatten, wie berichtet, vor allem moniert, dass der Durchlass des Bachs Hunnebecke unter der B 54 zu klein dimensioniert und das Gitter davor wegen fehlerhafter Konstruktion häufig verstopft seien.

„Ich habe klar gemacht, dass es nicht darum gehen kann zu gucken, wer welche Fehler gemacht hat“, erklärte Grimm. Ziel des „Runden Tisches“ sei vielmehr zu prüfen, wie die Entwässerungssituation in dem jungen Wohngebiet verbessert werden könne. Ein Anliegen, das sich mit dem der Anwohner deckt, wie Vertreterin Patricia Göbel bestätigte: „Wir wollen die Zukunft sichern.“ Dazu saßen neben Mitarbeitern des Tiefbauamtes auch Teilnehmer des Landesbetriebs Straßen NRW , des Wasser- und Bodenverbandes und des städtischen Amtes für Grünflächen und Umweltschutz als Untere Wasserbehörde mit am Tisch. Sie haben sich nach Auskunft des Tiefbauamtsleiters auf folgende Maßnahmen geeinigt:

► Das Schutzgitter vor dem B 54-Durchlass soll innerhalb von vier Wochen durch eine Art Haube ersetzt werden. Zudem werde der zuständige Landesbetrieb Straßen NRW den Bereich vor dem Gitter gründlich reinigen.

► Die Stadt wolle außerdem dem Wunsch der Anwohner nachkommen und Notfall-Maßnahmen prüfen, beispielsweise den Einsatz einer leistungsstarken Pumpe oder mobiler Hochwasserschutzwände.

► „So zügig, wie es geht“, werde das Tiefbauamt eine hydraulische Nachberechnung für den gesamten Bereich der Hunnebecke in Auftrag geben, kündigte Grimm an. Ein Büro dafür hätten die Anwohnervertreter vorgeschlagen. Ob dieses zum Zuge kommt, werde geprüft. In die Nachberechnung fließen unterschiedliche Daten ein, zum Beispiel Niederschläge und Geländehöhen. Um ein genaueres Bild der Entwässerungssituation zu erhalten, soll auch ein Pegel installiert werden, der die tatsächlichen Wasserstände erfasst, erläuterte der Tiefbauamtsleiter. Da das Verfahren sehr aufwendig sei, rechnet er erst in sechs bis neun Monaten mit Ergebnissen. Diese sollen dann Aufschluss darüber geben, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Das Durchlass-Rohr zum Beispiel, berichtete Grimm, sei eigentlich größer bemessen als ursprünglich vorgesehen. Laut der alten Planfeststellungsunterlagen anno 1967 von Straßen NRW hätte ein 90-Zentimeter-Rohr ausgereicht. „Gebaut wurde ein 120er, das hat fast die doppelte Fläche.“ Zwar habe es damals das Wohngebiet noch nicht gegeben. Aber für dieses sei als Kompensation das Regenrückhaltebecken am Carl-Neuendorff-Weg gebaut worden. Dass das Becken bei dem Jahrhundert-Unwetter an mehreren Stellen unkontrolliert übergelaufen ist, sei angesichts des außergewöhnlichen Regenereignisses nicht zu verhindern gewesen, so der Tiefbauamtsleiter.

Gleichwohl sollen alle Faktoren überprüft werden. „Was das für Konsequenzen hat, muss man sehen“, sagte Grimm. Bereits in sechs Wochen soll der „Runde Tisch“ erneut zusammenkommen.

Auch wenn die bisherigen Ergebnisse des „Runden Tisches“ noch in der Nachbarschaft besprochen werden müssten, zeigte sich Vertreterin Patricia Göbel zufrieden. „Das Gespräch war sehr positiv“, sagte sie. Sie begrüßte ausdrücklich, dass Anwohner-Vertreter auch in das Nachberechnungs-Verfahren eingebunden werden sollen. Göbel hofft darauf, dass dieses schnell abgeschlossen werden kann, damit vor dem nächsten Sommer die Fakten auf dem Tisch liegen.

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