Flutopfer aus Wohngebiet gründen Verein
Der Durchfluss soll erhöht werden

Münster-Nienberge -

Schneller als zugesagt hat der Landesbetrieb Straßen NRW nach der Jahrhundert-Flut für ein neues Schutzgitter gesorgt. Das aber reicht nach Meinung von Anwohnern des Wohngebiets Waltruper Weg nicht aus, um sie vor einer neuen Flut zu schützen.

Freitag, 05.09.2014, 22:09 Uhr

Ein neues Schutzgitter hat der Landesbetrieb Straßen NRW vor dem Durchlass der Hunnebecke an der B 54 schon installieren lassen. Für viele Anwohner kann das nur eine Erstmaßnahme sein: Sie wollen, dass der Durchfluss durch ein größeres oder zweites Rohr erhöht wird, um ein Hochwasser zu vermeiden.
Ein neues Schutzgitter hat der Landesbetrieb Straßen NRW vor dem Durchlass der Hunnebecke an der B 54 schon installieren lassen. Für viele Anwohner kann das nur eine Erstmaßnahme sein: Sie wollen, dass der Durchfluss durch ein größeres oder zweites Rohr erhöht wird, um ein Hochwasser zu vermeiden. Foto: mfk

Vor einer Woche installierten Arbeiter den neuen Rechen vor dem Durchfluss des Bachs Hunnebecke an der B 54. „Erstmaßnahmen wie das Gitter helfen schon, die Leute hier besser schlafen zu lassen“, sagt Ludger Niemann . Aber eine langfristige Lösung sei das noch nicht, sind sich mehrere Anwohner aus dem Wohngebiet Waltruper Weg, das bei dem Unwetter in weiten Teilen überflutet worden war, einig. Sie haben jetzt einen Verein gegründet, um ihre Interessen in puncto Hochwasserschutz zu bündeln.

„Grünes Wohnen am Bach“ habe sich der Verein genannt – nach der früheren Werbebezeichnung für das Neubaugebiet, erklärt Mitbegründerin Patricia Göbel . Obwohl der Name „Grünes Wohnen im Bach“ eigentlich treffender wäre, merkt Mitstreiter Peter Guski mit einer Portion Sarkasmus an. Die Idee zur Vereinsgründung sei bei einer Anwohnerversammlung aufgekommen. Von einer Eintragung ins Vereinsregister haben die Gründungsmitglieder, zu denen auch Sebastian Herken und Bernd Rühland gehören, bisher abgesehen. Sie könne aber noch folgen, falls es notwendig sein sollte, sagt Göbel. Zunächst einmal sollen aber möglichst viele Bewohner des Wohngebiets Mitglied werden. Am 14. September wollen die Initiatoren ihre Nachbarn über den Verein informieren.

Er soll als eine Art Relais dienen zwischen den Bewohnern des Wohngebiets und Behörden, sagt Niemann. Aber er betont, dass der Verein den Blick nicht zurück, sondern nach vorne richten wolle. „Wir wollen nicht Ansprechpartner für irgendwelche Schadensersatzansprüche sein.“ Ziel sei es vielmehr, „die Zukunft zu sichern“, sprich: die Entwässerungssituation in dem Wohngebiet zu optimieren, erläutert Göbel.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Grünes Wohnen am Bach“ gehören (v.l.) Ludger Niemann, Peter Guski, Sebastian Herken und Patricia Göbel. Es fehlt Bernd Rühland.

Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „Grünes Wohnen am Bach“ gehören (v.l.) Ludger Niemann, Peter Guski, Sebastian Herken und Patricia Göbel. Es fehlt Bernd Rühland. Foto: mfk

Eine Situation wie beim Unwetter wollen die Anwohner nicht noch einmal erleben, geschweige denn eine schlimmere. Denn die Auswertung von meteorologischen Karten habe ergeben, dass in Nienberge „nicht mehr als 150 Millimeter“ Niederschlag gefallen sei, sagt Göbel. In anderen Bereichen der Stadt waren es teils deutlich mehr. „Wir haben hier eine Muldenlage“, betont Patricia Göbel, „da hätte noch mehr Wasser reingepasst.“ Wäre der Pegel noch einen Meter höher gestiegen, ergänzt Sebastian Herken, „hätten wir das Wasser fast an der Erdgeschoss-Decke stehen gehabt“.

Das richtige Mittel, um einen Wiederholungsfall zu verhindern, liege auf der Hand, sind sich die Vereinsgründer mit vielen weiteren Anwohnern einig: „Wir wollen den Durchfluss erhöhen“, sagt Patricia Göbel mit Blick auf das Rohr, in dem die Hunnebecke unter der B 54/Hülshoffstraße hindurchfliest. Denn das sei nach einhelliger Meinung zu klein. Das zeige auch der gemessene Pegel beim Jahrhundert-Unwetter: 1,45 Meter hoch über der Sohle habe das Hochwasser am Auslass gestanden, aber 4,60 Meter am Einlass, berichtet Göbel. Also müsse entweder ein größeres oder ein zweites Rohr her. „Da müssen wir hinkommen“, betont auch Niemann, „je schneller, desto besser.“

Einstweilen sind die Anwohner aber schon froh, dass erste Schritte getan werden: Ein Gespräch mit einem Fachbüro, dass die Entwässerungs-Nachberechnung durchführen soll, habe stattgefunden. Auch das Regenrückhaltebecken sei mit Behördenvertretern besichtigt worden. Ein Pegelmesser soll noch installiert werden. Und der „Runde Tisch“ werde am 24. September erneut zusammenkommen.

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