Führung durch die Baustelle zur Renaturierung des Flusses
Natur-Oase entlang der Aa

Münster-West -

Die ökologische Aufwertung der Aa schreitet voran. Thomas Wermers vom Tiefbauamt Münster informierte vor Ort über die Maßnahmen am Teilstück der Aa an der Überführung Hülshoffstraße. Die Bauarbeiten dort seien zu 70 Prozent abgeschlossen. Einige interessierte Bürger führte Wermers an der renaturierten Aa entlang.

Freitag, 12.09.2014, 22:09 Uhr

Über die Arbeiten am Aa-Teilstück an der Hülshoffstraße informierte Bauleiter Thomas Wermers (4. v.l.) interessierte Bürger. Das Konzept der Renaturierung sorge auch dafür, dass der Aasee in Zukunft von Blaualgen verschont bleibe.
Über die Arbeiten am Aa-Teilstück an der Hülshoffstraße informierte Bauleiter Thomas Wermers (4. v.l.) interessierte Bürger. Das Konzept der Renaturierung sorge auch dafür, dass der Aasee in Zukunft von Blaualgen verschont bleibe. Foto: bll

Die ökologische Aufwertung der Aa schreitet voran. Thomas Wermers vom Tiefbauamt Münster informierte vor Ort über die Maßnahmen am Teilstück der Aa an der Überführung Hülshoffstraße . Die Bauarbeiten dort seien zu 70 Prozent abgeschlossen. Einige interessierte Bürger führte Wermers an der renaturierten Aa entlang. „Wir haben hier die natürliche Aue vitalisiert, das Profil vergrößert, Altholz eingebracht und die natürliche Krümmung wieder hergestellt“, erklärte der Bauleiter. Statt sieben Metern stehe der Aa an dieser Stelle nun über 25 Meter Breite zur Verfügung. Nach über drei Jahren Planung startete die Maßnahme im Juni dieses Jahres und werde bis Oktober abgeschlossen sein. Die Baggerspuren am Flussufer und die Lücken in der Bepflanzung seien dann schnell überwachsen. Ob Störche oder Graureiher, im Auenbereich lässt sich die geplante Natur-Oase zwischen den großen Nutzflächen der Landwirte bereits erahnen. Es werde auch bewusst auf einen Weg verzichtet, um die Tiere nicht zu belasten und Müll zu vermeiden.

„Über 25 000 Kubikmeter Boden werden Ende September abgetragen worden sein“, so Wermers weiter. Bei dem über einen Kilometer langen Stück werde neben der Krümmung auch Wurzelwerk zur natürlichen Strömungsregulation eingebracht. „Noch bis in die 1990er Jahre lautete die Devise: Möglichst schnell viel Wasser abtransportieren.“ Ein gerades und künstlich-trapezförmiges Flussbett war dafür optimal. „Dadurch wurde eine schlechte Wasserqualität begünstigt, und es konnten sich kaum Tiere ansiedeln“, blickte der Fachmann zurück. Gerade in der Stadt seien solche Betonbecken noch häufig sichtbar.

„Besonders der Aasee profitiert von der neuen ökologischen Sichtweise“, betonte Thomas Wermers. Denn bisher sei das Überangebot an Nährstoffen, das von den angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieben auf die Felder gebracht werde, direkt in den Aasee gelangt. Die Folge seien Blaualgen und teure Maßnahmen gewesen, wie die Einspeisung von Eisen-3-Chlorid und das Abtragen von Nährstoffschichten.

Das Konzept der Aa-Renaturierung habe auch Folgen für die Entwässerung. Die zusätzlichen Überlaufflächen, das vergrößerte Profil und die verringerte Strömungsgeschwindigkeit böten auch für die städtischen Bereiche Entlastung. „Obwohl die Maßnahmen die Regenkatastrophe Ende Juli nicht entschärft hätten“, gab Wermers zu bedenken. Der Regen sei größtenteils direkt im Norden zu Boden gekommen. Der im Westen renaturierte Teil der Aa hatte also kaum Einfluss auf die Höhe der Überschwemmungen. Für die Baukosten in Höhe von 350 000 Euro komme das Land zu 80 Prozent auf.

„Im nächsten Jahr widmen wir uns dann dem Stück stromaufwärts“, erklärte Wermers. „Vor allem werden wir dafür sorgen, dass der ,Krumme Bach‘ seinen Namen wieder verdient.“

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