Erstmals Container aufgestellt
Landfahrerplatz ist geschlossen

Münster-Nienberge -

Vor einigen Tagen noch herrschte am Rande Nienberges reichlich Leben: Etliche Zelte waren auf der Schotterfläche am Kreisverkehr an der Steinfurter Straße aufgeschlagen, in denen Männer, Frauen und Kinder – vor allem aus Rumänien – das Frühjahr und den Sommer über campiert haben. Inzwischen ist der Landfahrerplatz verwaist: Die Stadt hat ihn geschlossen – wie in jedem Jahr zum Winter.

Donnerstag, 23.10.2014, 15:10 Uhr

Verschlossen ist der Landfahrerplatz an der Steinfurter Straße. Vor einigen Tagen standen dort noch die Zelte zahlreicher Nutzer vor allem aus Rumänien.
Verschlossen ist der Landfahrerplatz an der Steinfurter Straße. Vor einigen Tagen standen dort noch die Zelte zahlreicher Nutzer vor allem aus Rumänien. Foto: mfk

„Wir hatten Ende September angepeilt“, teilt Heinz Lembeck , Abteilungsleiter im städtischen Sozialamt, mit. Anfang Oktober habe die Stadt schließlich begonnen, „das Equipment abzubauen“. Wie im vergangenen Jahr habe sie den Landfahrern Toiletten und Müllcontainer zu Verfügung gestellt und für fließendes Wasser und Strom gesorgt – auf freiwilliger Basis.

„Dazu haben wir für die Menschen zwei einfache Containerelemente aufgestellt, in denen sie Beratungssettings nutzen konnten“, berichtet Lembeck von einer Neuerung. In den Containern hätten die Mitarbeiter des Sozialamts die Nutzer aber nicht nur in geschützter Atmosphäre beraten. „Die Kinder hatten auch die Möglichkeit, dort bei besonders schlechtem Wetter mal eine Nacht zu verbringen.“

Wie viele Menschen den Landfahrerplatz in diesem Jahr genutzt haben, sei wegen der hohen Fluktuation schwer einzuschätzen, erläutert der Abteilungsleiter. „Wir hatten den Eindruck, es waren nicht ganz so viele wie im letzten Jahr.“ In Spitzenzeiten hätten dort um die 30 Menschen campiert. „Sehr viele aus Rumänien , es waren aber auch viele Slowaken da“, sagt Lembeck. Eine ganze Reihe der Nutzer komme schon seit Jahren, „die kenne sich schon“. Und sie seien gut vernetzt, etwa mit der Wohnungslosenhilfe. „Sie konnten sich dort Unterstützung holen.“ Teilweise nutzten sie auch die Infrastruktur im Haus der Wohnungslosenhilfe (HDW), beispielsweise die Duschen.

„Ansonsten haben sie die gleichen Angebote gehabt wie im letzten Jahr“, sagt Lembeck. So habe die Stadt ihnen unter anderem Sanitäranlagen im Sportbad Coburg zur Verfügung gestellt. Und neben Mitarbeitern des Sozialamts und des Service- und Ordnungsdienstes habe auch ein Hausmeister regelmäßig den Landfahrerplatz besucht und sich um ihn gekümmert.

Probleme habe es in dieser Saison keine gegeben, sagt Lembeck, anders als in früheren Jahren, in denen mitunter Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes hätten einschreiten müssen. Auch abgereist seien die Nutzer nach der Ankündigung der bevorstehenden Schließung des Landfahrerplatzes wieder freiwillig. Um dort zu überwintern, sei das Areal nicht geeignet. „Viele fahren in den Wintermonaten wieder in ihre Heimat“, weiß Lembeck. Wer dafür Unterstützung benötige, erhalte von der Stadt ein Ticket für Bus oder Bahn oder auch eine Tankfüllung fürs Auto. „Das Größte, was in diesem Jahr stehen geblieben ist, war ein Wohnwagen“, berichtet der Abteilungsleiter. Der sei nicht mehr nutzbar gewesen und musste von der Stadt entsorgt werden.

Die volle Freizügigkeit für Arbeitnehmer innerhalb der Europäischen Union, die seit Jahresbeginn auch für Rumänien und Bulgarien gilt, hat sich nach Lembecks Einschätzung übrigens wenig auf Münster und den Landfahrerplatz ausgewirkt. „Eine Zuwanderungsbewegung merken andere Städte, glaube ich, mehr.“

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