Landesbauminister Michael Groschek besucht Unwetter-Geschädigte am Waltruper Weg
Sorge vor neuem Regen bleibt

Münster-Nienberge -

Als der nordrhein-westfälische Bauminister Michael Groschek nach dem Jahrhundert-Unwetter Anfang August zum letzten Mal in Nienberge war, stand bei vielen Anwohnern im Baugebiet am Waltruper Weg das Wasser noch im Wohnzimmer. Am Montag kam der Minister – wie damals versprochen – ein zweites Mal vorbei. Begleitet wurde der Gast von Michael Grimm vom städtischen Tiefbauamt sowie von Dirk Griepenburg, Leiter des Landesbetriebes Straßen NRW und dessen Stellvertreter Manfred Ransmann.

Montag, 10.11.2014, 23:11 Uhr

Viele Fragen hatte die Sprecherin des Vereins „Grünes Wohnen am Bach“, Patricia Göbel (l.), im Namen der Geschädigten nach dem Jahrhundert-Unwetter am Waltruper Weg an Landesbauminister Michael Groschek (r.) vorbereitet.
Viele Fragen hatte die Sprecherin des Vereins „Grünes Wohnen am Bach“, Patricia Göbel (l.), im Namen der Geschädigten nach dem Jahrhundert-Unwetter am Waltruper Weg an Landesbauminister Michael Groschek (r.) vorbereitet. Foto: mfe

„Ich will sehen, was mittlerweile passiert ist“, sagte Groschek den Anwohnern. Das Wasser ist weg, und an einem Durchlass hat Straßen NRW ein neues Gitter angebracht. Das reicht den rund 100 Mitgliedern des Vereins „Grünes Wohnen am Bach“ nicht, wie deren Sprecherin Patricia Göbel betonte. „Wir sehen das nur als Teillösung.“ Außerdem befürchten die Anwohner, dass durch die beiden unterschiedlich großen Durchlassrohre für den Bach, das Wasser bei starkem Regen erneut aufgestaut werde. Die Anwohner warteten außerdem auf eine versprochene hydraulische Berechnung, um auf Grundlage des Gutachtens weitere vorsorgende Maßnahmen einleiten zu können, so Göbel weiter. Auch, dass die Bundesstraße 54 als Überlauf fungiere, sei aus Sicht des Vereins ein großes Sicherheitsrisiko.

Groschek erklärte, dass auf jeden Fall noch viel zu tun sei, da mit solchen Starkregenereignissen in den kommenden Jahren vermehrt zu rechnen sei. Es müsse ein umfangreiches stadtweites Entwässerungskonzept erarbeitet werden, so der Minister. Darin sollte geprüft werden, wo Sickerflächen entstehen können und auch, wo entsiegelt werden müsse. Sorge haben die Anwohner des Baugebietes , dass ihre Häuser noch einmal unter Wasser stehen könnten, bevor so ein Plan mit jahrelanger Vorlaufzeit umgesetzt werden könne. Ein Punkt, dem Groschek zustimmte, doch ändern können werde er daran nichts. Es sei hierzulande nun einmal so, dass viel Bürokratie bewältigt werden müsse.

Auch wenn es in den Augen der Anwohner kein Trost sei, dieses Ereignis sei ein Lehrstück für das Land. „Ich fühle mich weiter für diese Sache verantwortlich“, betonte der Bauminster.

„Wir wollen nicht zurückblicken, sondern sicher in Zukunft“, sagte Patricia Göbel. Gemeinsam mit der Stadt sei der Verein auf einem guten Weg, aber ohne die Unterstützung des Landes sei nicht alles zu lösen. Groschek versprach, mit dem Verein in Kontakt zu bleiben.

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