Landfahrerplatz an der Steinfurter Straße ist wieder geschlossen
Zurück bleibt ein Berg Müll

Münster-Nienberge -

Die 40 Camper aus südeuropäischen Ländern sind wieder in ihre Heimat zurückgefahren. In diesem Jahr gab es auf dem von Ordnungsamt betriebenen Platz in Nienberge an der Steinfurter Straße keine Probleme mit Nachbarn.

Mittwoch, 14.10.2015, 01:10 Uhr

Menschenleer ist der Landfahrerplatz an der Steinfurter Straße jetzt wieder. Nur Müll, Möbel, Zelte und Elektrogeräte haben die Camper zurückgelassen. Über die Sommermonate lebten dort bis zu 40 Personen aus osteuropäischen Ländern.
Menschenleer ist der Landfahrerplatz an der Steinfurter Straße jetzt wieder. Nur Müll, Möbel, Zelte und Elektrogeräte haben die Camper zurückgelassen. Über die Sommermonate lebten dort bis zu 40 Personen aus osteuropäischen Ländern. Foto: mfe

Kaffeekannen stehen auf dem Campingtisch, so als sollten noch Gäste kommen. Schränke, Stühle, Tische und weiteres Mobiliar liegen teils völlig zerstört auf einem Haufen. Ein wenig entfernt steht eine einsame Waschmaschine vor der Hecke, ein paar Meter weiter liegt ein geöffneter Kühlschrank. Der Landfahrerplatz am Kreisverkehr an der Steinfurter Straße in Nienberge ist wieder verlassen. Zurückgeblieben sind Berge aus Müll.

„In Kürze ist der Platz wieder aufgeräumt“, versichert Herbert Berkemeier vom Sozialamt. Im Herbst werde der Platz immer geschlossen, weil die Infrastruktur fehle, um Menschen dort leben zu lassen. Bis zu 40 Personen hätten diesen Platz in den vergangenen Monaten als vorübergehendes Zuhause genutzt. „Dabei handelte es sich überwiegend um Menschen aus Osteuropa, die in den Sommermonaten versuchen, in der Region eine Arbeit zu finden“, erklärt Berkemeier weiter. Gewohnt haben die Personen in Zelten und Wohnwagen. Genaue Zahlen gebe es nicht, erklärt Berkemeier, weil es für Menschen, die vorübergehend in Zelten oder Wohnwagen – also ohne festen Wohnsitz – leben, keine Meldepflicht gebe.

Seit drei Jahren stelle das Ordnungsamt als Betreiber für die sogenannten Landfahrer als kleinen Service auf dem Platz Strom und Wasser zur Verfügung. Außerdem gebe es einen Container, in dem kranke Menschen oder Kinder bei schlechtem Wetter übernachten dürften. In diesem Jahr sei von dieser Möglichkeit allerdings nur sehr selten Gebrauch gemacht worden. Zusätzlich hätten Sozialarbeiter und Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe regelmäßig nach den Bewohnern und deren Kindern geschaut. Weitere Infrastruktur werde von der Stadt übrigens nicht zur Verfügung gestellt. Für das Mobiliar, also auch für Waschmaschinen oder Kühlschränke, sorgten die Camper selbst.

Insgesamt habe es in diesem Jahr keine nennenswerten Probleme mit den Landfahrern gegeben. Auch keine Beschwerden aus der Nachbarschaft. „Die meisten Personen waren schon in den vergangenen Jahren in Nienberge und halten sich an die Regeln“, sagt Herbert Berkemeier.

Den Landfahrerplatz – in Münster gibt es nur den einen in Nienberge – hält die Stadt schon seit vielen Jahren vor. Seit drei Jahren werde er auch wieder sehr rege genutzt. Davor sei er unter anderem oft Zirkusfamilien oder Schaustellern vorübergehend zur Verfügung gestellt worden. In jüngster Vergangenheit hätten Anfragen von Menschen aus Osteuropa wieder zugenommen. Berkemeier stellt klar, dass es sich bei den dort lebenden Personen nicht um Menschen handelt, die staatliche Leistungen erhalten wollen. „Die meisten suchen sich selbst Arbeit.“ Flüchtlinge und Asylsuchende lebten dort nicht.

Auch akzeptierten die Landfahrer es, dass sie im Herbst den Platz verlassen müssten, berichtet Berkemeier. „Wir kündigen die Schließung rechtzeitig an, und dann gibt es auch keinen Ärger.“ Dass sie einige Sachen zurückließen, sei immer der Fall. „Wir haben die Müllentsorgung bereits in Auftrag gegeben.“

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