Bürger-Info zu Windkraft-Zonen
Neun statt 13 Flächen für Windkraft

Münster-Nienberge -

Zwar will die Stadt Münster die potenziellen Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen in Häger von 13 auf neun Bereiche senken, doch die wegfallenden Flächen sind so minimal, dass sie kaum ins Gewicht fallen. Das erfuhren nun die Gäste einer Bürger-Information in Nienberge.

Donnerstag, 12.11.2015, 01:11 Uhr

Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine (l.) moderierte die Bürgerinformationsveranstaltung zu Windkraftanlagen in Häger. Dort berichteten (v.l.) Mattias Bartmann, Gerd Franke (beide Stadtplanungsamt), Dr. Rüdiger Böngeler („enveco“-Gutachterbüro) sowie Dr. Olaf Denz, Biologe und Artenschutz-Gutachter.
Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine (l.) moderierte die Bürgerinformationsveranstaltung zu Windkraftanlagen in Häger. Dort berichteten (v.l.) Mattias Bartmann, Gerd Franke (beide Stadtplanungsamt), Dr. Rüdiger Böngeler („enveco“-Gutachterbüro) sowie Dr. Olaf Denz, Biologe und Artenschutz-Gutachter. Foto: sn

Das hatten sich viele Nienberger – speziell aus Häger – vielleicht doch ein wenig anders vorgestellt: Zwar will die Stadt Münster die potenziellen Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen in Häger von 13 auf neun Bereiche senken, doch die wegfallenden Flächen sind so minimal, dass sie kaum ins Gewicht fallen. Im Gegenzug dazu wird die nördlichste der vorgesehenen Flächen erweitert. Das erfuhren die Gäste einer Bürger-Information, zu der das Stadtplanungsamt ins Kulturforum eingeladen hatte.

„Grundsätzlich sind Windkraftanlagen in den Außenbezirken erlaubt“, erklärte Stadtplaner Mattias Bartmann . Er räumte auf Nachfrage aber auch mit einem Vorurteil bei der vorgesehenen „Änderung des Flächennutzungsplans zur Darstellung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen“ auf: „Nicht auf jeder ausgewiesenen Fläche wird definitiv auch ein Windrad gebaut.“ Man schaffe lediglich die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau entsprechender Anlagen.

Wie viele Windräder auf den jeweilig vorgesehenen Flächen einmal entstehen könnten, vermochte Bartmann nicht zu sagen: „Das ist Angelegenheit des potenziellen Investors. Eine Prognose ist nicht möglich.“ Denkbar seien ein bis zwei Windräder pro Konzentrationsfläche. Die Erweiterung der nördlichsten Fläche habe zur Folge, dass die Stadt den bestehenden – und möglicherweise auszubauenden – Anlagen Bestandsschutz geben will. Zugleich zeige der Plan auch auf, wo die Stadt keine Windkraftanlagen wolle – nämlich außerhalb der ausgewiesenen Konzen­trationsflächen.

Nur neun von zunächst 13 geplanten Flächen – das war einigen Zuhörern im Kulturforum zu wenig. Mehr Entgegenkommen könne es laut Bartmann von Seiten des Stadtplanungsamtes nicht geben: „Dann müssten wir die Planungen völlig einstellen.“ An diesem Punkt gab es von den Hägeranern zynischen Applaus.

Bartmanns Kollege Gerd Franke aber versuchte, die Planungen der Stadt zu erklären. Der Rat habe im Jahr 2008 beschlossen, „dass regenerative Energien bis zum Jahr 2020 ein Fünftel des Energiebedarfs in der Stadt decken sollten“. Bisher gebe es nur 23 Anlagen in Münster. Mit den neuen Planungen seien dann erst neun Prozent erreicht.

Auch Gutachter waren zugegen. Biologe Olaf Denz bestätigte die Unbedenklichkeit der Planungen hinsichtlich des Artenschutzes. Rüdiger Böngeler vom Gutachterbüro „enveco“ unterstützte das Stadtplanungsamt bezüglich der Flächenausweisung.

Gerd Franke betonte wiederum noch einmal, dass nicht die Stadt es sei, die die Höhe der Windkraftanlagen festlege. Letztlich sei das Teil des Genehmigungsverfahrens, dass dann zum Tragen kommt, wenn ein Investor konkrete Bauabsichten habe.

Sowohl Bezirksvertreter Markus von Diepenbroick-Grüter , als auch Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine sagten, dass ihnen die neue Verwaltungsvorlage mit den geänderten Plänen noch nicht vorliege. Öffentlich beraten wird sie aber. Und zwar in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West am 19. November. Der Rat entscheidet dann am 16. Dezember.

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