Einer der langjährigen Beschicker steuert den Nienberger Wochenmarkt nicht mehr an
Gemüse fehlt im Markt-Menü

MÜNSTER-NIENBERGE -

Auf dem Wochenmarkt fehlt ein Wagen. Wo ist der Gemüsehändler geblieben?

Samstag, 28.01.2017, 07:01 Uhr

Händler Franz Brönstrup und Kunde Fritz Großecappenberg bedauern, dass es auf dem Nienberger Markt keinen Gemüsestand mehr gibt.
Händler Franz Brönstrup und Kunde Fritz Großecappenberg bedauern, dass es auf dem Nienberger Markt keinen Gemüsestand mehr gibt. Foto: sn

Auf dem Nienberger Markt klafft eine Lücke. Vier Stände gibt es derzeit: Fisch, Fleisch, Geflügel und Käse werden an ihnen verkauft. Das Gemüse fehlt zumindest im Moment. Der bisherige Händler aus der Nähe von Telgte hat nach vielen Jahren seine Präsenz im Stadtteil aufgegeben. Das bedauern viele.

Freitagmorgen auf dem Kirchplatz. Inge Flach hat hier ihren Stand, sie kommt extra aus Bremerhaven nach Nienberge . „Seit 30 Jahren“, sagt sie. Bei ihr gibt es einfach alles, was mit Fisch zu tun hat, und alles ist ganz frisch. Ob Seelachsfilet, Viktoriabarsch oder Atlantikseezunge, hier ist die Auswahl groß.

„Die kleinen Märkte sind sehr schön“, sagt Flach, sie kenne die Kunden persönlich: „Ich weiß, wenn jemand geheiratet hat oder ein Enkelkind bekommt“. Dass der Gemüsestand nicht mehr da ist, findet sie „sehr schade“: „Er gehörte einfach dazu.“ Sie glaubt allerdings, dass es hier bald schon einen Nachfolger gebe.

Small Talk

Fritz Großecappeberg ist Kunde, auch er schätzt den Markt: „Hier kann man Small Talk machen.“ Er kauft gerade beim Stand von Franz Brönstrup ein.

Der Händler bietet schmackhafte Geflügelprodukte, Eier und viele Salate. „Wir sind gerne hier“, meint Brönstrup, der sonst auch auf den Märkten von Greven, Reckenfeld und Altenberge steht.

Nienberge werde älter, sagt der Händler, das „Gesamtkonzept“ für den Ort müsse einfach stimmen. „Leere Läden“ haben er und Großecappenberg im Ortsbild ausgemacht. Und, so Großecappenberg: „Die Leute achten auf den Preis.“ Ein Ehepaar aus Gievenbeck kommt später an den Stand und berichtet von der Konkurrenz im Internet. Von der ist der Mann gar nicht begeistert: „Ich muss sehen, was ich kaufe.“

Marktcafé

Viele Menschen sind jeden Freitag auf dem Nienberger Kirchplatz. „Der Markt ist ein Treffpunkt“, sagt Werner Tillmann vom Kirchenvorstand der St.-Sebastian-Gemeinde, die den Markt hier jeden Freitag von 8 bis 13 Uhr veranstaltet. Tillmann weist darauf hin, dass immer zu Marktzeiten auch das Marktcafé im St.-Sebastian-Pfarrheim geöffnet hat und es in der St.-Sebastian-Kirche ein Marktgebet gibt.

Der Markt, so Tillmann, habe für Nienberge eine große Bedeutung. Zur Vielfalt gehöre auch, dass es einen neuen Gemüsehändler gebe. Der müsse aber von sich aus auf die Marktbetreiber zukommen.

Der bisherige Händler hat inzwischen auf dem Markt in Hiltrup seinen Verkaufswagen aufgestellt. Sein ehemaliger Platz in Nienberge bleibt frei. Ein neuer Stand wäre daher willkommen. Er würde, so am Freitagmorgen die gemeinsame Ansicht bei Händlern wie Kunden, für Belebung des Nienberger Marktgeschehens sorgen. „Ein bisschen mehr kann es schon sein“, so Franz Brönstrup.

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