Student stellte in Nienberge ein kulinarisches Hilfskonzept für syrische Flüchtlinge vor.
Ein „Food-Truck“ als Sprungbrett

MÜNSTER-NIENBERGE -

Nedak Georges hat eine gute Idee: Er will syrischen Flüchtlingen helfen - und gleichzeitig leckeres Essen liefern.

Freitag, 23.06.2017, 04:06 Uhr

„Manakish“ heißen die gut gewürzten syrischen Teigtaschen, die Nedal Georges (M.), Student mit syrischen Wurzeln imSt.-Sebastian-Pfarrheim auftischte. Auch Josef Croonenbroeck (l.), Sprecher des Gemeindeausschusses, und Tobias Holtmann vom Kinder und Jugendzentrum „Jugi“ schmeckte die Spezialität, die Georges mit syrischen Freunden in einem „Food-Truck“ anbietet.
„Manakish“ heißen die gut gewürzten syrischen Teigtaschen, die Nedal Georges (M.), Student mit syrischen Wurzeln imSt.-Sebastian-Pfarrheim auftischte. Auch Josef Croonenbroeck (l.), Sprecher des Gemeindeausschusses, und Tobias Holtmann vom Kinder und Jugendzentrum „Jugi“ schmeckte die Spezialität, die Georges mit syrischen Freunden in einem „Food-Truck“ anbietet. Foto: sn

Die Idee ist einfach und erfolgreich. Nedal Georges hatte sie. Er ist Jura-Student mit syrischen Wurzeln, aber in Deutschland aufgewachsen. „Er ist ein interessanter Mensch“, meint Diakon Reinhard Kemper . Georges hilft nämlich syrischen Flüchtlingen, indem er ihnen eine Perspektive bietet. Dafür hat er ein kleines Unternehmen gegründet. Im Mittelpunkt steht ein „Food-Truck“, aus dem heraus eine leckere syrische Spezialität verkauft wird: „Manakish“.

Was den Italienern ihre Pizza, sind in Syrien die pikant gewürzten Hefeteigtaschen, in denen man allerlei Zutaten füllen kann. Gegessen wird das warme Gericht aus der Hand. Das taten auch die Mitglieder des katholischen Gemeindeausschusses am Mittwochabend im St.-Sebastian-Pfarrheim.

Manakish-Spezialitäten

Denn Georges hatte einige der Manakish-Spezialitäten mitgebracht, die in Windeseile verputzt wurden. Gut schmeckten sie mit einem Glas Wasser hinterher, meinten einige Anwesende. Auch ein Bier wurde mal gefordert.

Für die Syrer, die die Speise vom „Food-Truck“ verkaufen, ist Georges Initiative auch eine Möglichkeit, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. Ein „kulturelles Sprungbrett“ nennt Georges das. Inzwischen ist das Ganze eine GmbH geworden, die in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter die Flüchtlinge beschäftigt. Die insgesamt 15 Syrer zwischen 17 und 32 Jahren wollten „ehrlich arbeiten“, sagt Georges.

Begegnung

Der Truck sei ein Ort, der Begegnung schaffe und Gespräche zwischen Deutschen und Syrern ermögliche. Das junge Unternehmen heißt „elbén“. Das arabische Wort bedeutet „zwei Herzen“. Zwei Kulturen prägen auch die Mitarbeiter mit Fluchtgeschichte: die syrische und die deutsche..

„Getrommelt“ wurde auch im Internet. Per Crowdfunding sammelte Georges Startkapital. Über Facebook und Instagram wiederum meldeten sich Syrer, die dabei sein wollten. Welche Voraussetzung muss man mitbringen? „Mensch sein“, sagt der Gründer selbstverständlich, „und Spaß haben, mitzumachen.“

„Tolle Sache“

„Wir haben gesagt, das wäre doch eine tolle Sache, wenn die beim nächsten ,Rock am Turm´ dabei sein würden“, meinte Tobias Holtmann vom Kinder- und Jugendzentrum Nienberge (Jugi), „aber die sind ganz schön ausgebucht“. Deshalb klappe es 2017 noch nicht: „Aber vielleicht beim nächsten Mal.“

Es gibt schon wieder neue Pläne: Durch „social franchising“ will Georges das Konzept von „elbén“ auch in andere Städte tragen. Das Ganze soll neben der Integrationschance auch einem weiteren guten Zweck dienen. Mit dem Erlös sollen soziale Projekte „in und um Syrien“ gefördert werden: „Wir wollen Kindern helfen, die nicht mehr lachen können“, sagt Nedal Georges.

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