Gemeindeversammlung
Lydia-Neubau rückt in weite Ferne

Münster-Nienberge / Havixbeck -

Haushaltssicherung oder doch Neubau der Gemeindezentren – fest steht, dass die Pläne der evangelischen Gemeinde Havixbeck-Nienberge auf der Kippe stehen. Gleichzeitig kann doch alles möglich sein. Ein Neu- oder Umbau des Lydia-Zentrums indes scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

Dienstag, 27.06.2017, 18:06 Uhr

Die Zukunft des Lydia-Gemeindezentrums steht weiter in den Sternen. Nach der jüngsten Gemeindeversammlung scheint aber ein Neubau nicht mehr in Frage zu kommen.
Die Zukunft des Lydia-Gemeindezentrums steht weiter in den Sternen. Nach der jüngsten Gemeindeversammlung scheint aber ein Neubau nicht mehr in Frage zu kommen. Foto: kbö

Bei einer Gemeindeversammlung am Montagabend stellte die „Arbeitsgruppe Planung“ den Stand zu den baulichen Maßnahmen und aktuellen, erschwerenden Umständen dar. Denn eine neue Verwaltungsordnung der Westfälischen Landeskirche könnte der Gemeinde einen Strich durch die Rechnung machen.

Zur Gemeindeversammlung im vergangenen Jahr stellte die AG mehrere Szenarien vor, wie die Grundstücke der Gemeinde bestmöglich optimiert werden könnten. Die favorisierten Pläne sahen damals den kompletten Abriss und Neubau beider Gemeindezentren vor oder die Sanierung und den Umbau der Grundstücke. In beiden Szenarien hätte neuer Wohnraum das finanzielle Polster der Gemeinde gestärkt.

„Dann kam im Januar 2017 die neue Verordnung der Landeskirche – überraschend für alle. Die Forderungen daraus haben uns völlig ratlos zurückgelassen. Wenn die durchgesetzt werden, müssen 50 Prozent aller Gemeinden in die Haushaltssicherung gehen“, stellte Pfarrer Dr. Oliver Kösters die Sachlage dar. Damit seien alle Pläne der Gemeinde obsolet.

Mit der Verordnung versucht die Landeskirche, die angespannte Haushaltssituation der Gemeinden im Grunde abzusichern. Die Forderungen stellen die Gemeinden vor erhebliche Mehrbelastungen. So sollen beispielsweise zukünftig mindestens 0,5 Prozent für die Kirchen- und mindestens ein Prozent für alle anderen Gebäude des aktuellen Versicherungswertes als Rücklagen dem Haushalt zugeführt werden. Diese sogenannte Substanz-Erhaltungsrücklage ist als Pflichtrücklage zu verstehen, um die Gemeinden bei anfallenden Sanierungs-, Instandsetzungs- oder Wartungskosten finanziell abzusichern.

Aber viele Gemeinden können diese zusätzlichen Beträge nicht ohne weiteres aufbringen. Weshalb sich einige vor der Haushaltssicherung sehen. „Wir haben die Landeskirche gefragt, ob es gewollt ist, dass der Kirchenkreis Münster vor die Wand fährt. Denn wir haben das Geld nicht, wir sind rein kirchensteuerfinanziert“, berichtete Pfarrer Thomas Groll, Vertreter der Leitung des Kirchenkreises Münster, von seinem Gespräch mit den Zuständigen der Landeskirche.

Vor die Wand fahren lassen, wolle die Landeskirche die Gemeinde Havixbeck-Nienberge sicherlich nicht. Als Rat hätten die Offiziellen Pfarrer Groll mit gegeben, die Neubau-Pläne weiterzuverfolgen. „Die Verordnung ist anscheinend nicht in Stein gemeißelt. Da gibt es noch Anpassungsbedarf. Wir müssen jetzt Zahlen und wichtige Dinge zurück nach Bielefeld melden. Das Schlimmste wäre einfach Nichts zu tun“, schöpfte Pfarrer Groll Hoffnung.

Dennoch dürfte feststehen, dass die geplanten Neubauten an beiden Standorten nicht umzusetzen sind. „Für Havixbeck ist es vorstellbar, aber nicht für Nienberge. Hier sind wir aber bereits in intensiven Gesprächen mit der Gemeinde St. Sebastian“, erklärte Pfarrer Kösters. Die dort gelebte und gewachsene Ökumene sei beispielhaft.

„Wir dürften nicht nur das Pfarrzentrum St. Sebastian nutzen, sondern auch die Kirche, und das auf Augenhöhe“, berichtete Kösters von den Gesprächen mit dem Nienberger Kirchenvorstand. Zeitgleich gibt es neue Gespräche mit der Diakonie, die erneut Interesse am Grundstück der Kirchengemeinde in Nienberge angemeldet hat, um dort Wohnraum zu bauen.

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