Umjubelte „Frikadellen“
Wirbel um „Frikadellen“

Münster-Nienberge -

Viel spontanen Szenen-Applaus und lang anhaltenden Schluss-Beifall gab es für die Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „Frikadellen“ der Laienspielschar Nienberge.

Sonntag, 18.02.2018, 15:02 Uhr

Happy End beim Theaterstück der Laienspielschar Nienberge: Für die Akteure gab es immer wieder Szenen-Applaus. Natürlich wurden auch echte Frikadellen serviert und gegessen.
Happy End beim Theaterstück der Laienspielschar Nienberge: Für die Akteure gab es immer wieder Szenen-Applaus. Natürlich wurden auch echte Frikadellen serviert und gegessen. Foto: Hubertus Kost

Zum Auftakt gab es bereits Frikadellen. Mit einem Lied über die Buletten eröffnete der Männerchor Cäcilia Nienberge am Freitagabend im „Wirtshaus zur Post“ die Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „Frikadellen“. Darum ging es dann auf der Bühne – und in der Pause konnten auch die Besucher leckere Fleischklopse probieren. 180 Stück hatte der „Post-Koch“ gebraten. Ein äußerst amüsanter „Frikadellen-Abend“ mit viel spontanem Szenen-Applaus und lang anhaltendem Schluss-Beifall für die beeindruckende Leistung der Laienspielschar Nienberge.

Frikadellen – „einen so kurzen Titel für ein Stück hatten wir noch nie,“ schmunzelte Spielleiter Reinhard Menke vor der ersten Szene. Die Aufführung war aber keineswegs kurz, sondern sehr kurzweilig. Der Pensionär Karl Burmann (Ludger Aussendorf) feiert Geburtstag, seine Frau Anna (Gaby Westhues), Tochter Lotte (Tanja Antepohl) und das Dienstmädchen Aurora (Adelheid Tegeler) helfen bei den Vorbereitungen. Ida Schöppmeier (Ingeborg Hagenbach), die Schwester des Jubilars, und Johannes Melk (Reinhard Menke), der Sohn des Fischgroßhändlers, sind zur Feier eingeladen. Allerdings nicht der Theologiestudent Ernst Schultendörp (Christopher Neuhaus), der Freund von Lotte. Der kommt trotzdem, obwohl ihn der Geburtstagsjubilar nicht leiden kann, weil er seine Tochter mit dem „Fischmann“ verheiraten will.

Und was ist mit den Frikadellen, die es zur Feier des Tages geben soll? Oh je, die sehen zwar lecker aus, könnten aber aufgrund der heißen Witterung (das Stück spielt im Hochsommer) nicht mehr genießbar sein. Warum? „Es gab so einen Fall in Amsterdam, da haben sich Menschen fast vergiftet“, erfährt Karl Burmann aus der Zeitung. Die Lösung: Jemand muss testen, ob die Fleischklopse noch genießbar sind – und das ist der Hund des Hauses (der übrigens nicht auf der Bühne erscheint).

Cäcilia Bothe (2.v.l.) leitete bis 2016 die Laienspielschar. Bei der Premiere genoss sie mit Ehemann Ulrich (r.) die Aufführung und die Frikadellen, die Post-Wirt Bernd Ringel (l.) kredenzte.

Cäcilia Bothe (2.v.l.) leitete bis 2016 die Laienspielschar. Bei der Premiere genoss sie mit Ehemann Ulrich (r.) die Aufführung und die Frikadellen, die Post-Wirt Bernd Ringel (l.) kredenzte. Foto: Hubertus Kost

Also kommt es, wie es kommen muss. Das Tier verendet (was letztendlich nicht stimmt), allerdings hat die Geburtstagsgesellschaft zu dem Zeitpunkt schon Frikadellen verzehrt. Deshalb tritt Tierarzt Dr. Bölling (Alfons Neuhaus) auf den Plan (ein Humanmediziner ist nicht greifbar) und dann noch Wachtmeister Schult (Josef Kaczmarek). Letztendlich wird alles gut – und Lotte bekommt natürlich ihren Ernst.

In 35 Proben haben sich die Laienschauspieler vorbereitet. Die Darsteller sind ein eingespieltes Team, einige machen seit 30 Jahren mit. Immer wieder gern und mit erkennbarer Freude. Das gilt auch für die Akteure hinter der Bühne – Souffleusen, Bühnenbauer, Maske und Organisationsteam. Aufführungen der Laienspielschar, die früher als „Plattdeutsche Theatergruppe“ bekannt war, gibt es seit 1905. Damals gründeten Mitglieder des Männerchors „Cäcilia von 1902“ die Theatergruppe. Der Chor ist seitdem Veranstalter der plattdeutschen Theaterstücke.

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Für die nächsten Aufführungen gibt es Karten im Vorverkauf bei Dieter Leusing, Telefon Nienberge ' 025 33 / 25 43 (ab 18 Uhr), im Geschäft „Faszination Wolle“, ' 025 33 / 93 49 54, und an der Abendkasse. Aufführungen sind an den nächsten vier Wochenenden freitags, samstags und sonntags.

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