Raser rund um Häger
Forderung nach mehr Kontrollen

Münster-Nienberge -

Eine vor Wochen mehrfach geäußerte Befürchtung aus dem Umfeld von Häger hat sich dieser Tage bewahrheitet: Zwischen Häger und Hansell kam es Anfang Mai zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Motorradfahrer und einer 76-jährigen Radfahrerin, die in Höhe der Einmündung Flothfeld die Hanseller Straße queren wollte. Beide Verkehrsteilnehmer wurden seinerzeit schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus.

Dienstag, 15.05.2018, 18:05 Uhr

Ortsausgang Häger Richtung Hansell: Ab dieser Stelle drehen die Motoren besonders hoch, speziell die der Motorräder. Das berichten Anwohner.
Ortsausgang Häger Richtung Hansell: Ab dieser Stelle drehen die Motoren besonders hoch, speziell die der Motorräder. Das berichten Anwohner. Foto: cro

„Schwere oder tödliche Unfälle“ prophezeite nach einer Berichterstattung unserer Redaktion zu Rasern rund um Häger der Nienberger Bernd Blankenstein in einem Leserbrief (23. April). Der jüngste Vorfall gibt ihm seiner Meinung nach Recht: „Meine geäußerten Bedenken sind nun leider Wirklichkeit geworden.“

Blankenstein stört sich auch an der Raserei – speziell von Motorrädern – auf der Hägerstraße. Nicht selten komme es vor, dass die Biker Vorbergs Hügel mit über 100 Stundenkilometern hinabsausten und mit dieser Geschwindigkeit auch in den Ort hinanfahren würden. Seine Forderung daher: „Es ist endlich an der Zeit, auf der Hägerstraße außerorts ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern einzurichten und am Ortseingang Messungen aus beiden Richtungen vorzunehmen.“

Die Kosten für den Einsatz von Messstellen würden „mit Sicherheit um ein vielfaches mit Bußgeldern eingenommen“ Und: „Es würden sich auch ein oder zwei Starenkästen lohnen“, sagt der Nienberger.

Er berichtet auch von Rasern, die zwischen Häger und Hansell den Gashebel ihrer Motorräder bis aufs Letzte ausreizen würden: „Und der ADAC weist diese Strecke auch noch als besonders motorradfreundlich aus. Darüber werde ich mich als Mitglied auch noch beschweren.“

Angesichts des „Car-Freitags“ – ein in der Tunings-Szene bekanntes Datum, um sich in illegalen Rennen zu messen – gab es jüngst die Befürchtung, dass auch im Bereich rund um Häger ähnliche Wettbewerbe stattfinden könnten. Entsprechend verstärkte die Polizei ihre Kontrollen diesbezüglich. Fazit: keine besonderen Vorkommnisse.

Auf den jüngsten Vorfall und die daraus resultierende Forderung nach verstärktem Kontrollen sagte Andreas Bode von der Pressestelle der münsterischen Polizei: „Diesbezüglich sind wir auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.“ Diese nehme man ausgesprochen ernst und werde auch tätig.

Ob der jüngste Unfall auch in Zusammenhang mit Raserei zu sehen ist, vermochte Bode indes zurzeit noch nicht zu sagen: „Die Ermittlungen zum Unfallgeschehen dauern an.“

Bleibt nicht zuletzt auch der Ruf nach einem Tempo-Limit auf dem Hägerberg. Das könnte das Ordnungsamt der Stadt in Kooperation mit dem Landesbetrieb Straßen als Bewirtschafterin der Landstraße (L529)sowie den Polizeibehörden anweisen. Derzeit sei dies laut Matthias Gudorf vom städtischen Ordnungsamt aber nicht vorgesehen. Die aktuelle Unfallstatistik weise diesen Streckenabschnitt nicht als Gefahrenschwerpunkt aus: „Sollten wir zu einer anderen Ansicht kommen, werden wir tätig.“ Auch Hinweisen aus der Politik gehe man stets nach.

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