Zukunftswerkstatt für Nienberge
Den Negativ-Trend stoppen

Münster-Nienberge -

Es sind alles andere als gute Noten, die man seitens der Stadt Münster dem Stadtteil Nienberge ins Stammbuch schreibt: Für die Jahre zwischen 2015 und 2025 wird ein Bevölkerungsrückgang in Höhe von 9,3 Prozent prognostiziert. Eine Entwicklung, der man mit einem Stadtteil-Entwicklungskonzept begegnen möchte.

Freitag, 01.06.2018, 17:28 Uhr

Handlungsbedarf sieht die Stadt bei der Gestaltung der Ortsmitte Nienberges.
Handlungsbedarf sieht die Stadt bei der Gestaltung der Ortsmitte Nienberges. Foto: kbö

In diesem Zusammenhang ist nun von der sogenannten „Zukunftswerkstatt“ die Rede. Für deren Durchführung in Nienberge machte sich die CDU stark. Diese Zukunftswerkstatt soll nun noch vor den Sommerferien auf den Weg gebracht werden.

Legt man die von der Stadt vorgelegten Vorhersagen zugrunde, ist es um die Zukunft Nienberges nicht gerade rosig bestellt: „Dieser Rückgang ist der höchste prognostizierte negative Wert der Bevölkerungsentwicklung aller Außenbezirke im Stadtgebiet Münster.“ Zudem kommt das Planungsamt in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass der Stadtteil Nienberge einen höheren prozentualen Anteil der über 60-Jährigen an der Wohnbevölkerung hat.

Dieser demografischen Entwicklung möchte die Stadt entgegensteuern. So ist unter anderem das Ziel, neue Wohnbauflächen „für eine mittel- bis langfristige Stadtentwicklung anbieten zu können“, wie es das Planungsamt in einem Vorschlag schreibt. Mit diesem wird sich unter anderem die Bezirksvertretung Münster-West in ihrer kommenden Sitzung am Donnerstag (7. Juni, 17 Uhr, Haus der Begegnung in Albachten) befassen.

Die Stadt nahm bei ihrer Suche nach potenziellen Wohnbauflächen verschiedene Standorte unter die Lupe. Und da wird es spannend: Für eine Neubebauung kommt wohl eine 20 Hektar große Fläche in Betracht. Über die genaue Lage schweigt sich die Fachverwaltung allerdings aus. Sie sei Bestandteil nichtöffentlicher Verhandlungen.

Um dem Negativ-Wachstum ebenfalls zu begegnen, sind nach Meinung des Planungsamts auch Maßnahmen zur Sicherung des Einzelhandels in der Ortsmitte nötig. So fehle beispielsweise ein Lebensmitteldiscounter.

Und noch eine bemerkenswerte Zahl: „Laut Bürgerunfrage 2015 bewerten nur 50 Prozent der Befragten den Stadtteil als attraktiv“, schreibt das Planungsamt. Der Vergleichswert für die Gesamtstadt betrage 57 Prozent. Was also ist zu tun?

„Vor dem Hintergrund der Sachverhalte wird es daher für sinnvoll erachtet, für den Stadtteil Nienberge mit Nienberge-Häger ein Gesamtentwicklungskonzept zu erarbeiten“, so die Fachverwaltung, die diesbezüglich auch die Arbeitsfelder auflistet: Integration der geplanten Wohnbauflächenpotenziale, Anpassung der erforderlichen Infrastrukturausstattung des Stadtteils, Sicherung und Ergänzung des Einzelhandelsangebotes sowie Verbesserung der Gestaltung der Ortsmitte.

Der weitere Zeitplan: Die Verwaltung beabsichtigt, dieses Stadtteilentwicklungskonzept in Zusammenarbeit mit einem externen Planungsbüro zu erarbeiten, wobei in die inhaltliche Erarbeitung alle gesellschaftlichen Kräfte des Stadtteils Nienberge mit Nienberge-Häger einbezogen werden sollen, um sich in den Planungsprozess einbringen zu können. Die konkrete Vorbereitung eines solchen Konzepts soll im dritten Quartal dieses Jahres begonnen werden.

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