Tränken im Hegering-West aufgestellt
Trinkwasser für die Wildtiere

Münster-Nienberge -

Auch wenn erste Gewitter über dem Münsterland hereingebrochen sind, für die Natur bedeutet das wenig Erholung. Die Jäger im Hegering Münster-West versorgen die Tiere deshalb mit Trinkwasser.

Donnerstag, 09.08.2018, 18:00 Uhr

Markus von Diepenbroick-Grüter (l.) und Uwe Elfering füllen eine Tränke in Häger auf.
Markus von Diepenbroick-Grüter (l.) und Uwe Elfering füllen eine Tränke in Häger auf. Foto: anf

Zwischen Bäumen und Büschen hat Markus von Diepenbroik-Grüter eine grüne Plastikwanne in den steinigen und trockenen Boden eingelassen. Mit einem Kanister schüttet er einige Liter Wasser hinein. Hier, mitten in seinem Jagdrevier, bereitet von Diepenbroik-Grüter mit den kleinen Wassertränken den Wildtieren eine Abkühlung.

„Vor fast zwei Wochen habe ich die Tränken in meinem Revier aufgebaut“, sagt von Diepenbroick-Grüter, der Jäger, Bauer und Leiter des Hegerings Münster-West ist. Die Mitglieder des Hegerings sorgen laut von Diepenbroick-Grüter zwischen Albachten und Sprakel in vielen Revieren für frisches Trinkwasser. Vor knapp zwei Wochen sei das Problem noch nicht so groß gewesen, „weil viele Teiche noch Wasser hatten“. Doch die liegen mittlerweile fast alle auf dem Trockenen. Der Jäger weiß: „Für die Tierwelt wird es jetzt immer schwieriger, Wasser zu finden.“

Alle zehn bis 15 Hektar

Alle zehn bis 15 Hektar wurden in den Revieren eine Tränken aufgestellt, sieben hat allein von Diepenbroick-Grüter verteilt. Davon profitieren nicht nur Rehe, sondern auch Vögel und andere kleinere Tiere. „Ich habe auch schon einen Marder gesehen, der im Wasser gespielt hat“, freut sich von Diepenbroik-Grüter darüber, dass die Tränken schnell angenommen wurden. Die Zeiten seien nicht nur für Landwirte, sondern auch für die Tierwelt hart.

Die Wälder haben sich laut Markus von Diepenbroick-Grüter schon enorm aufgeheizt. „In diesem Jahr ist es extrem“, sagt der Hegeringsleiter. Von einer dramatischen Lage möchte er aber noch nicht sprechen, dafür sei es noch zu früh. Und das, obwohl er mit dem Trecker schon Bäume aus dem Wald geholt hat, die aufgrund der Trockenheit abgebrochen sind.

Schauer nützen nicht viel

Auch angekündigte oder schon vorübergezogene Gewitter verbessern die Lage nicht. „Ein Schauer nützt nichts“, sagt Hegerings-Mitglied Uwe Elfering . Damit die Teiche wieder richtig gefüllt sind, müsste es über Wochen viel Regen geben. Da es in den vergangenen Wochen so trocken war, geht es dem Rehwild in der freien Natur wie den Kühen auf den Bauernhöfen. Beide nehmen das meiste Wasser über das Gras auf, das sie fressen. Das geht in diesem Jahr aber nicht, weil die Wiesen vertrocknet sind.

Allein das war für Markus von Diepenbroick-Grüter Grund genug, etwas zu unternehmen. Dabei passen die Jäger aber auch auf, dass die Tränken nicht zu Fallen für kleine Tiere wie Igel werden. „Sie werden immer bodengleich eingelassen“, sagt von Diepenbroick-Grüter. Mit Steinen bildet er in den Schalen zudem eine Treppe: „So können kleine Tiere wieder herauskommen.“

Jeden zweiten Tag befüllt Markus von Diepenbroik-Grüter die Tränken mit frischem Wasser. Mit 50-Liter-Kanistern dreht er seine Runden, um für genügend Trinkwasser zu sorgen. Uwe Elfering hat sich eine andere Methode überlegt. Das Mitglied des Hegerings hat sein Revier bei Tecklenburg, wo es nach seinen Angaben noch etwas trockener ist. Er hat mehrere 1000-Liter-Behälter gekauft, an denen unten ein kleiner Auslauf angebracht ist. „Den ganzen Tag über tropft das Wasser in die Behälter“, sagt Elfering.

Wir sind auch Naturschützer. Es geht nicht nur ums Schießen.

Uwe Elfering

Die richtigen Stellen für die Tränken zu finden, sei wichtig gewesen, sagt Uwe Elfering. Denn: „Die Tiere müssen beim Fressen und Trinken ihre Ruhe haben.“ Denn dabei seien sie besonders gefährdet, von Feinden angegriffen zu werden. „Das möchten wir möglichst verhindern“, so Elfering. Denn er und die anderen Mitglieder legen wert darauf, auch Naturschützer zu sein: „Es geht nicht nur ums Schießen.“

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