Die Frauengemeinschaft St. Sebastian begeht am 30. September ihr Jubiläum
Seit 90 Jahren stark und fröhlich

MÜNSTER-NIENBERGE -

Sie feiern gemeinsam und sie beten gemeinsam. Diese Frauen sind eine feste Größe in Nienberge.

Donnerstag, 30.08.2018, 18:28 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 25.08.2018, 06:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 30.08.2018, 18:28 Uhr
Die kfd St. Sebastian war stets bei Pfarrfesten dabei. Im Jahr 1978 entstand dieses Bild, bei dem sich die Frauen zum Fest in historischen Kostümen zuprosteten.
Die kfd St. Sebastian war stets bei Pfarrfesten dabei. Im Jahr 1978 entstand dieses Bild, bei dem sich die Frauen zum Fest in historischen Kostümen zuprosteten. Foto: sn

Die Nienbergerin Hildegard Hagemann ist 1962 eingetreten, das weiß sie noch ganz genau: „Damals war das gang und gäbe.“ Auch heute noch ist die kfd St. Sebastian eine starke Gemeinschaft: 400 Mitglieder gebe es derzeit, berichtet Ingeborg Hißmann vom Leitungsteam zufrieden, zehn bis 15 Neuaufnahmen sind jedes Jahr im Durchschnitt zu verzeichnen. Und 2018 ist darüber hinaus auch noch ein ganz besonderes Jahr: Der Ortsverband in Nienberge feiert nämlich sein 90-jähriges Bestehen.

Die kfd St. Sebastian zählt deutschlandweit zu den ersten Frauengemeinschaften, die sich unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg gegründet hatten. Zeitgleich zum Bundesverband. Auch der bestehe seit 90 Jahren, so die Nienberger Teamsprecherin Ulla Fieber. In ganz Deutschland gibt es gegenwärtig rund eine halbe Million Mitglieder. Der Bundesverband mischt sich in Debatten wie um die Mütterrente oder aber das angestrebte Diakonat der Frau ein.

Auch in Nienberge geht es mitunter um Sozialpolitik. So organisierte der Ortsverband etwa eine Veranstaltung zur „Armut in Nienberge“ und lud dazu die Vereine und Gruppen des Stadtteils ein. Die bundespolitischen Themen werden aufmerksam verfolgt.

Unabhängig

Die kfd im Ort ist nicht nur mitglieder- und meinungsstark, sondern auch unabhängig von externer Einflussnahme. „Wir sind eigenständig“, sagt Ulla Fieber. Die kfd kann für sich selbst sprechen.

Aber wie fing das in Nienberge eigentlich alles einmal an? Im Jahr 1928 gründete sich im Stadtteil ein „Mütterverein“ mit Unterstützung des damaligen Pastors Struck.

33 Jahre führte die Lehrerin Anna Beckjunker die Geschicke des Vereins, der jedoch wie der Bundesverband auch während des Nationalsozialismus als unerwünschte kirchliche Organisation aufgelöst und verboten wurde.

Namenswechsel

Nach dem Krieg ging es weiter. 1968 gab es dann den Namenswechsel zu „Katholische Frauengemeinschaft“. Viele Aktivitäten gab es im Laufe der Jahrzehnte in Nienberge, sogar eine eigene Theatergruppe hatte die kfd im Ort.

Vor allem: „Hier konnten die Frauen einmal unter sich sein. Ohne die Männer. Das war ganz wichtig“, sagt Hildegard Hagemann. Wallfahrten, Besinnungstage, Messen und Adventsfeiern prägten die stark religiös orientierten früheren Jahrzehnte der kfd, sie sind aber auch heute noch in gegenwärtigen Jahresprogrammen zu finden.

Vielfältige gesellige Aktionen, Themenabende und Ausflüge sind dort gesetzt. Jüngst ist der „Romantische Abend“ am Haus Vögeding hinzugekommen, der für rege Resonanz sorgte.

„Rock am Turm“

Auch mit anderen Vereinen im Stadtteil stellt man Vieles auf die Beine. Gemeinsam mit dem Heimatverein hat die kfd die Tradition des Lambertussingens reaktiviert. Auch beim alljährlichen Event „Rock am Turm“ ist sie mit selbst gebackenem Kuchen vor Ort, der besonders bei den feiernden Jugendlichen beliebt ist. Gerne denken die kfd-Frauen auch an die vielen Gemeindefeste zurück, bei denen sie organisatorisch immer fleißig mithalfen.

Ein Dauerbrenner der kfd bleibt das Kochbuch mit regionalen Rezepten, die die Frauen selber zusammengetragen haben. Inzwischen gebe es eine Neuauflage, so Anne Hakenes. Auch die ist wieder sehr begehrt.

Für Nachwuchs ist gesorgt: Einmal im Monat treffen sich die „Freitagsfrauen“. Dabei kämen vor allem jüngere Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder zusammen, erklärt Magdalena Berendsen. Alle, die Interesse hätten, seien willkommen. Und so kommt es, dass immer neue Nienbergerinnen zur kfd stoßen, und so auch alle gemeinsam das runde Jubiläum feiern können. Das geschieht am 30. September. Um 11 Uhr gibt es einen festlichen Jubiläumsgottesdienst in der St.-Sebastian-Kirche, anschließend einen Umtrunk im Pfarrzentrum mit kleinem Imbiss. Dort werden auch Grußworte verlesen. Es gibt zudem einen „Rückblick auf 90 Jahre mit Wort und Musik“ und eine Bilderschau.

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