Neues Stadion in Nienberge
„Bauern-Arena“ aus 600 Strohballen

Münster-Nienberge -

Aus dem Nichts zauberten die Nienberger Landwirte ein Fußball-Stadion auf einem sonst landwirtschaftlich genutzten Feld an der Steinfurter Straße in der Nähe zum Kreisverkehr. In der „Bauern-Arena“ kann man sogar richtig kicken.

Freitag, 07.09.2018, 12:24 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 06.09.2018, 15:58 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 07.09.2018, 12:24 Uhr
Die Teilnehmer des Münsterland-Giros passieren am 3.Oktober die „Bauern-Arena“, die am Mittwochabend feierlich ihrer Bestimmung übergeben wurde.
Die Teilnehmer des Münsterland-Giros passieren am 3.Oktober die „Bauern-Arena“, die am Mittwochabend feierlich ihrer Bestimmung übergeben wurde. Foto: Kay Böckling

Der Kreativität der Nienberger Landwirte sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Begeisterten sie vor zwei Jahren mit einem imposanten Nachbau des Prinzipalmarkts aus 100 Strohballen, so packten sie dieses Mal noch einen drauf: Aus dem Nichts zauberten sie kurzerhand ein Fußball-Stadion auf einem sonst landwirtschaftlich genutzten Feld an der Steinfurter Straße in der Nähe zum Kreisverkehr. Dort kann man sogar richtig kicken.

Die „Bauern-Arena“ ist mit einem Preußen-Adler versehen und setzt sich augenzwinkernd in unterhaltsamer Art und Weise mit der Suche des örtlichen Fußball-Drittligisten nach einer neuen Heimat auseinander – Stichwort „neues Preußenstadion“.

Der Hintergrund für das ungewöhnliche wie gleichsam Aufmerksamkeit erregende Bauwerk aus 600 Strohballen: Die Teilnehmer des „Sparkassen Münsterland Giros“, die am 3. Oktober auf ihrem Weg ins münsterische Ziel durch Nienberge brausen, sollen auf den letzten Kilometern noch einmal einem visuellen Kick bekommen. Und dafür sorgt das in den Preußen-Vereinsfarben grün und weiß gehaltene Gebilde garantiert.

Dir Idee dieser zusätzlichen Motivationsspritze für die Sportler stammt eigentlich aus Frankreich. Bei der „Tour de France“ sorgen ebenfalls fantasievolle Gebilde für jede Menge Aufmerksamkeit. Hinter den französischen Vorbildern braucht sich das Pendant aus Nienberge wahrlich nicht zu verstecken – ganz im Gegenteil.

Dieser Meinung war auch Christoph Strässer . Der Präsident des SC Preußen Münster hatte es sich bei der offiziellen Eröffnung der „Bauern-Arena“ nicht nehmen lassen, noch vor dem Auftritt seines Teams im Westfalenpokal an der Hammer Straße in Nienberge vorbeizuschauen: „Ich finde die Idee einfach super.“

Das Projekt als solches hat Strässer, wie er sagt, zuvor nur auf Fotos gesehen. „Jetzt, wenn man davor steht, ist es natürlich gigantisch,.“ Dass die Landwirte die Stadionsuche mit ihrem Projekt weiter im Gespräch hielten, sei „einfach großartig“.

Warum ausgerechnet der Bau eines Stadions als Gruß an die Giro-Fahrer? „Irgendwann kam einmal die Grundidee auf“, sagt Wilhelm Hüntrup , Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Nienberge. „Und nachher wundert man sich selbst, wie aus vielen Anregungen dann ein solches Projekt entwickelt wird.“

Während das Stroh von den Landwirten selbst kommt, mussten sich die Initiatoren nach der passenden farblichen Gestaltung umsehen. Die Folie sponserte schließlich Agravis.

Den Kunstrasenplatz, auf dem wirklich gespielt werden kann, stellte „Trendsport Rummenigge“ zur Verfügung. Das Geläuf testeten bei der Eröffnung denn auch gleich einige Teams, wie die Landjugend Nienberge oder eine Mannschaft der Landwirte.

Das Spielfeld ist übrigens auch für die Öffentlichkeit nutzbar, wie Wilhelm Hüntrup sagt: „Wer darauf spielen möchte, kann Zeiten beim SC Nienberge reservieren lassen.“ Der Sportverein nutze nach Aussage seiner Vorsitzenden Astrid Markmann die „Bauern-Arena“ gern, „um auch auf unseren Wunsch nach einem neuen Kunstrasenplatz aufmerksam zu machen“.

Überhaupt: In den kommenden Wochen sind neben Fußball-Turnieren und Grillaktionen – etwa zum Münster-Marathon – zahlreiche weitere Veranstaltungen in der Stroh-Arena geplant. Der Auftritt der Preußen-Traditionself ist für den 23. September terminiert.

Ein richtiges Stadion benötigt natürlich auch eine entsprechende Beleuchtung. Die Flutlicht-Anlage bastelte Winfried Dahlhaus. Für die Energie kreierte er eigens eine Solar-Anlage, die in der Regel dem Sonnenverlauf folgt.

Begeistert von der Aktion der Landwirte war auch Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Münster. Und Rainer Bergmann vom Sportamt der Stadt sagte „Dieser gigantische Aufbau aus Stroh ist eine tolle Wertschätzung für unsere Radfahrer. Auch viele Münsteraner halten an, um die große Preußen-Arena zu bewundern.“

Abgebaut wird am Tag, nachdem die Rennfahrer durch sind. Im nächsten Jahr sind die Sprakeler Landwirte gefragt nachzulegen. Dann führt der Giro über ihr Gebiet.  

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