„Münster vor Ort“ in Nienberge
Ein Stadtteil mit Potenzial

Münster-Nienberge -

Es gab viel zu entdecken: „Münster vor Ort“ heißt der Architekturrundgang, der am Wochenende an drei Terminen erstmals in Nienberge stattfand.

Sonntag, 14.10.2018, 17:20 Uhr aktualisiert: 16.10.2018, 18:22 Uhr
Ein malerischer, aber an manchen Stellen auch lauter Ortsteil – und auch schon mal beides zusammen. Beispiele dafür (wie an der Altenberger Straße) gab es beim Rundgang, der an der Pfarrkirche startete.
Ein malerischer, aber an manchen Stellen auch lauter Ortsteil – und auch schon mal beides zusammen. Beispiele dafür (wie an der Altenberger Straße) gab es beim Rundgang, der an der Pfarrkirche startete. Foto: hko

Die höchste Erhebung in Münster? Das wissen auch Ur-Münsteraner nicht spontan. Es ist der Mühlenberg, 97 Meter hoch, am Rand von Nienberge. Leichtes Erstaunen in der Besuchergruppe, die der Architekt Stefan Rethfeld durch den Stadtteil führt. „Münster vor Ort“ heißt der Architekturrundgang, der am Wochenende an drei Terminen erstmals in Nienberge stattfand.

Und wo beginnt ein Rundgang in diesem Stadtteil? An der St.-Sebastian-Kirche, die den Ortsmittelpunkt markiert. Das Gotteshaus wurde ausgiebig mit vielen Details erläutert. So war der Innenraum früher farbig gestaltet. Und um 1957/1958 wurde das spätgotische Kirchenschiff um zwei Seitenschiffe erweitert. Dafür musste sogar das Gewölbe zum „Einsturz“ gebracht werden, um den Aufwand für den Bau der Seitenschiffe gering zu halten. Davon wussten eigentlich nur der Bauunternehmer und der Pfarrer. Sagt man jedenfalls. Geklappt hat es.

Die meisten Teilnehmer der Rundgänge waren keine Nienberger. Das mag überraschen, es ist aber zugleich erfreulich, dass viele Münsteraner „aus der Stadt“ den westlichen Stadtteil näher kennenlernen wollen. Zum Beispiel Barbara Mackel, die im Geistviertel wohnt und fast alle „Münster vor Ort“-Termine erlebt hat. „Ich habe Gebiete kennengelernt, in die ich ohne ein solches Angebot nicht komme,“ sagt sie, und: „Man bekommt dadurch auch einen Blick für Details.“

Stefan Rethfeld vermittelt diese Details an vielen Beispielen. An Häusern im Ortskern, in den Randbereichen, an der Entwicklung und Umbenennung von Straßen, beim Besuch des Goldschmiedemeisters Reifig, der solche Details gern ergänzt. Der Architekt skizziert seinen Gästen das „idyllische Nienberge, das Nienberge der 1970er-Jahre und das laute Nienberge“. Und er nennt den Ortsteil auch „das kleine, verwackelte und malerische Nienberge.“

Baukultur in den Stadtteilen ist ein weiteres Thema beim Rundgang. Dafür gibt es nach Stefan Rethfelds Ansicht einen erheblichen Verbesserungsbedarf. In Nienberge müsse die „Aufenthaltsqualität“ gehoben werden. denn: „Der Stadtteil hat Potenzial.“

Was gefällt Teilnehmern des Rundgangs, die nicht aus Nienberge kommen, an der Veranstaltung. Reinhold Kusgörd, der in der Stadtmitte wohnt und ebenfalls viel dieser Rundgänge mitmacht, sagt begeistert: „Einfach spannend.“

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