Unverhofftes Andenken an die Großeltern
Hochzeits-Menü anno 1907

Münster-Nienberge -

Der Nienberger Norbert Bexten ist auf ein Andenken an seine Großeltern gestoßen: Bei einem Gaststättenbesuch tauchte ein mit deren Hochzeit verbundenes Dokument wieder auf.

Mittwoch, 26.12.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 27.12.2018, 18:08 Uhr
Oma, Opa und das Hochzeits-Menü aus dem Jahr 1907: Der Nienberger Norbert Bexten mit dem Hochzeitsfoto seiner Großeltern und der Menü-Karte.
Oma, Opa und das Hochzeits-Menü aus dem Jahr 1907: Der Nienberger Norbert Bexten mit dem Hochzeitsfoto seiner Großeltern und der Menü-Karte. Foto: hko

Eine Suppe fehlt auf kaum einer Hochzeitsfeier. Die klassische deutsche Hochzeitssuppe ist die Rindfleischsuppe. Daran hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas geändert.

Das „Menu zur Hochzeitsfeier von Frl. Elisabeth Haverkamp mit Herrn Aug. Lütke Bexten “ beginnt jedenfalls mit einer „Rindfleischsuppe mit Klößen und Blumenkohl“. Das war am 2. Oktober 1907 im Gasthof J. Westhoff in Raestrup. Die Menü-Karte wurde vor einigen Wochen wiederentdeckt. Darüber freut sich besonders Norbert Bexten aus Häger. Der Landwirt ist ein Enkel der Brautleute.

Bexten und seine Ehefrau Mechtild besuchen ab und zu die „Hölt‘ne Schluse“ am Max-Klemens-Kanal. Der Wirt der Traditionsgaststätte, Franz Renfert , zeigte den beiden vor etwa zwei Monaten eine leicht vergilbte „Menu-Karte“ (das war die damals übliche Schreibweise) mit dem Hinweis: „Schau mal, Norbert, das sind doch Deine Großeltern.“

Der Nienberger war darüber gleichermaßen erstaunt und erfreut: Tatsächlich, es handelte sich um die Menü-Karte der Hochzeitsfeier von Oma und Opa Bexten. Die Eheleute hatten einen Hof in Häger erworben. Die Braut stammte aus Ostbevern, der Bräutigam aus Warendorf-Einen.

Gastwirt Franz Renfert hatte die Menü-Karte in einem alten Familienalbum gefunden. Darin sei sie abgeheftet gewesen, sagt er. Darüber, was es mit der Karte auf sich hat, kann Rernfert nur spekulieren: Sicher sei, dass sie aus dem Besitz seiner Großeltern in Telgte stamme. Diese wiederum hätten Nachbarn namens Bexten gehabt. Von ihnen hätten die Großeltern möglicherweise die Menü-Karte erhalten, was bei Landwirtsfamilien damals nicht ungewöhnlich gewesen sei. „Früher wurden solche Karten oftmals herumgereicht.“

Was gab es laut Karte damals nach der Suppe? Es wurde reichhaltig gegessen und dabei vermutlich auch ordentlich zugelangt: Rindfleisch mit Gurkensalat und Sauce, Sauerkraut mit Bratwurst, Gelatin-Pudding, Filetbraten mit Kompotts, Kalbsbraten mit Salat, Torten und Weincreme, Dessert. In dieser Reihenfolge steht das alles auf der Karte. Es ist nicht überliefert, ob alle Gäste auch wirklich alle Speisen probiert haben.

Zu Hause hat Norbert Bexten, der stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Nienberge ist, ein Hochzeitsfoto der Großeltern. Das zeigt er jetzt gern schon mal zusammen mit der Menü-Karte, von der er nun eine Kopie besitzt. Das weit über 100 Jahre alte Original des Dokuments hat Gastwirt Franz Renfert natürlich für sich behalten. Auch für ihn ist es ein Stückchen Familiengeschichte.

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