Für aktiven Lärmschutz beim A1-Ausbau
Letzte Ausfahrt: Klage vor Gericht

Münster-Nienberge -

Nachdem alle Bemühungen für aktiven Lärmschutz beim Ausbau der A1 im Sand verlaufen sind, bleibt drei Nienbergern nun noch der Gang zum Bundesverwaltungsgericht. Darüber wollte das Trio bei einer Versammlung im „Wirtshaus zur Post“ informieren – auch über die nicht unerheblichen Kosten des Verfahrens.

Freitag, 15.02.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 18:06 Uhr
Ein Thema, das bewegt: Es war kaum noch ein Platz zu bekommen, als die Kläger über ihren Gang vor das Bundesverwaltungsgericht für mehr Lärmschutz in Nienberge informierten.
Ein Thema, das bewegt: Es war kaum noch ein Platz zu bekommen, als die Kläger über ihren Gang vor das Bundesverwaltungsgericht für mehr Lärmschutz in Nienberge informierten. Foto: cro

Viele Optionen bleiben dem Trio vom Bökenkamp nicht mehr: Denn nachdem das Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der A 1 zwischen Nienberge und Greven nun öffentlich ist, werden schon bald die Bagger rollen und auch diesen Bereich der Autobahn sechsspurig ausbauen. Das hat allerdings aus Sicht vieler Nienberger ein erhebliches Manko: Denn der Lärmschutz für Nienberge fällt gering aus.

Dieser Meinung sind auch Oliver Neukirchen, Dr. Michael Övermann und Klaus Becker: Sie wehren sich und wollen, dass Ruhe einkehrt. Sie setzen sich daher für aktiven Lärmschutz ein, wie beispielsweise die Verwendung von offenporigem Asphalt, dem sogenannten Flüsterasphalt. Doch nachdem alle Bemühungen im Sand verlaufen sind, bleibt ihnen nun noch der Gang zum Bundesverwaltungsgericht . Darüber wollte das Trio bei einer Versammlung im „Wirtshaus zur Post“ informieren – auch über die nicht unerheblichen Kosten des Verfahrens.

Das Thema berührte die Nienberger. Denn erst einmal mussten neue Tische gestellt werden, damit alle sich setzen konnten. „Ganz deutlich: Wir wollen nicht den Ausbau der Autobahn verhindern, sondern stehen für den Lärmschutz ein”, so Neukirchen. Denn der Wall reiche bei weitem nicht aus, um einen effektiven Schutz zu gewährleisten.

Auch Övermann konnte das als Arzt bestätigen und gab einen kurzen Einblick in die Auswirkungen von Lärm. „Zehn Dezibel mehr bedeuten vier Prozent höheres Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen.”

Danach stellten die Anlieger vor, was sie bereits getan haben, um für einen adäquaten Schutz zu sorgen: „Alle Anträge wurden einfach vom Tisch gefegt. Man will sich auf nichts einlassen”, sind sich die drei Nienberger sicher. Dabei könnte es so einfach sein: „Es gibt verschiedene Optionen: Aber Flüsterasphalt oder Lärmschutzwände sind zu teuer”, so Klaus Becker. Außerdem fühlen sich alle ungerecht behandelt. „Sprakel beispielsweise liegt viel weiter von der Autobahn entfernt, aber da gibt es Flüsterasphalt und auch Wände.”

Nun hofft das Trio auf Justitia: „Wir haben mit einer Kanzlei aus Köln sieben Punkte erarbeitet, die vor Gericht erfolgversprechend sind”, so Neukirchen. Dabei gehe es nicht um das Kippen des Beschusses, sondern um einen Vergleich. „Aber wie kann es sein, das angeblich nur 25 Gebäude auf 2,2 Kilometern betroffen sind, obwohl der ganze Stadtteil etwas von der Autobahn mitbekommt.” Außerdem seien nie vor Ort Messungen durchgeführt, sondern alles nur berechnet worden.

Doch mit dem Prozess rollt auch eine Kostenlawine: Es geht um 35 000 Euro, die die Kläger nicht allein stemmen können. „Da brauchen wir die Unterstützung aller Nienberger.” Denn Lärmschutz gehe jeden etwas an. „Wir haben den Verein zur Förderung immissionsarmer Verkehrswege aus Münster eingeschaltet, der die Spenden zweckgebunden entgegennimmt und an uns weiterleitet“, so Neukirchen. So sei alles sehr transparent.

Zum Thema

Informationen gibt es per E-Mail unter Nienberge.A1@gmail.com.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6393671?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F141%2F
Rettungskräfte üben Einsatz an der Stadthalle Hiltrup
Groß angelegtes Notfallszenario: Rettungskräfte üben Einsatz an der Stadthalle Hiltrup
Nachrichten-Ticker