Am Harkingweg verteilt ein Unbekannter Lob für Gärten und Pflanzen
Das Geheimnis der gelben Zettel

MÜNSTER-NIENBERGE -

Wer mag denn da unsere Gärten? Das fragen sich Menschen im Norden Nienberges. An ihren Häusern klebten nämlich freundliche Zettel.

Mittwoch, 27.02.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 16:46 Uhr
Jutta und Helmut Brockmann wurden am Harkingweg per Zettel für ihre Chinesische Wassertanne gelobt.
Jutta und Helmut Brockmann wurden am Harkingweg per Zettel für ihre Chinesische Wassertanne gelobt. Foto: jans

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten. Und manchmal kleben sie sogar am Briefkasten. Das wissen Jutta und Helmut Brockmann seit einigen Tagen ganz genau. Gemeinsam mit ihren Nachbarn am Harkingweg wurden sie nämlich einfach mal gelobt.

Doch der Reihe nach: Das Ehepaar wollte vor einigen Tagen am Vormittag aus dem Haus gehen. Vor der Tür fanden die beiden dann jenen gelben Zettel, über den sie noch heute schmunzeln. „Sie haben eine sehr schöne Chinesiche wassertanne“ stand da in nicht ganz korrekter Rechtschreibung. Offenbar hatte das anonyme Lob am Briefkasten geklebt, von dem es abgefallen war. Das gepriesene Gewächs findet sich gleich nebenan.

Das Ehepaar schaute sich um. Das Interesse der Übersetzerin und des Kaufmanns war geweckt. Hatten die Nachbarn auch freundliche Zettel bekommen? Eine kleine Suchaktion begann.

„Kleine Komplimente“

„Das war genau die richtige Idee“, findet Jutta Brockmann heute. Das Ehepaar wurde nämlich schnell fündig. „Überall hingen die Zettelchen“, erzählen die beiden. „Es waren kleine Komplimente – und es wurde auch richtig beobachtet“, so Jutta Brockmann. Sieben Zettel entdeckten die Brockmanns an Nachbarhäusern.

„Sie haben einen sehr schön dekorierten Vorgarten“, hieß es auf einem. Auf einem anderen wurde ein „naturbelassener Vorgarten“ gelobt. Bei weiteren Nachbarn stand auf dem Zettel: „Sie haben einen wunderschönen großen Garten“.

Aber wer verteilte das Lob? Jutta Brockmann hat da so eine Theorie: „Ich könnte mir vorstellen, dass eine Lehrerin das initiiert hat.“ Mit Schule kennt sich die Übersetzerin nämlich auch aus, sie hat in der Nachmittagsbetreuung von Schülern gearbeitet.

Stille Straße

Aber diese Idee ist natürlich eine pure Vermutung. Außerdem: Wenn eine Klasse zettelweise Lob in der stillen Straße verteilt hätte, wäre das vielleicht ja doch irgendwem aufgefallen, oder?

Vielleicht finden die Brockmanns und ihre Nachbarn ja noch heraus, wer da so begeistert von ihren Gärten und Pflanzen ist. Bis dahin freuen sie sich an den Zetteln.

Ach ja: Die so gelobte Chinesische Wassertanne des Ehepaars ist übrigens gar keine. Es handelt sich bei dem Baum um eine Scheinzypresse, wie Helmut Brockmann schmunzelnd feststellt. Schön ist der 4,50 Meter hohe, immergrüne Riese aber trotzdem.

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