Windhundrennen im Waltruper Forst
Mit 90 Kilometern in die Kurven

Münster-Nienberge -

Liebhaber des Windhundesports gaben sich auf der Sandbahn im Waltruper Forst ein Stelldichein: Dort fand zum Auftakt der Rennsaison die „Internationale Sandbahnmeisterschaft 2019“ statt.

Sonntag, 14.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 16:34 Uhr
Pfeilschnell rasten die Windhunde am Wochenende über die Rennbahn im Waltruper Forst. Dort wurde die „Internationale Sandbahnmeisterschaft 2019“ ausgetragen.
Pfeilschnell rasten die Windhunde am Wochenende über die Rennbahn im Waltruper Forst. Dort wurde die „Internationale Sandbahnmeisterschaft 2019“ ausgetragen. Foto: sn

Wetterkapriolen auf der Windhundrennbahn im Waltruper Forst: Bei der „Internationalen Sandbahnmeisterschaft 2019“ hätte am Samstag eigentlich um Punkt 9 Uhr der Startschuss für die ersten Rennen der pfeilschnellen Vierbeiner erfolgen müssen, doch dann schlug der April zu – Schneeflocken mitten im Frühjahr. Das Thermometer sackte bis auf ein Grad nach unten. Die Organisatoren des Windhundrennvereins Münster entschieden kurzerhand, den Start um zwei Stunden zu verschieben.

Wie sich hinterher herausstellen sollte, war das genau richtig. Die Schneeschauer hörten auf, und immerhin wurde es um zwei Grad wärmer. Den Windhunden machte das Wetter ohnehin nicht viel aus. „Sie werden auf Temperatur gebracht“, erläuterte Christian Schepers vom Vorstand des gastgebenden münsterischen Windhundrennverein. „Die Hunde laufen sich warm, wie Sportler das auch tun.“

Bodenprobleme gab es ebenfalls nicht. Der Sandboden nehme Feuchtigkeit auf, so der technische Leiter, was sogar von Vorteil sei: „Der Boden wird so griffiger.“ Das sei auch notwendig, wenn die superschnellen Tiere mit bis zu 90 Stundenkilometern in die Kurven gingen. Sonst werde die Rennbahn auch deswegen bewässert, das falle nun weg.

Das Turnier in Nienberge ist international aufgestellt. Viele Vierbeiner kommen mit ihren Besitzern sogar aus den Niederlanden und Belgien in den Waltruper Forst. Für viele Hundehalter sei es das erste Rennen im Jahr, so Schepers. Etliche reisen mit ihrem Wohnmobil an, für sie sind die Turniertage wie ein kleiner Urlaub. Auch abends sitzt man noch zusammen und lässt die Ereignisse des Tages Revue passieren.

Das Wetter bot dieses Mal allerhand Gesprächsstoff. Doch die Ehrenamtlichen des Windhundrennvereins hatten ganze Arbeit geleistet. Die Sandbahn wurde geglättet, und ein bisschen Glück gehörte auch dazu. Die Witterungsbedingungen entspannten sich. Und so ging es dann um Punkt 11 Uhr schließlich los. Die Rennläufe starteten. Den Anfang machten die großen Greyhounds, später sollten die kleinen Whippets folgen.

Die Besonderheit: Es kam ein elektronischer Hase zum Einsatz, dem die Hunde aufgrund ihres Hetztriebs blitzschnell folgen. Sonst ist das falsche Langohr immer motorisiert, die elektronische Variante gab es europaweit zuerst in Nienberge. Entwickelt wurde sie von Schepers Sohn Julian. Inzwischen findet der elektronische Hase auch auf internationalen Bahnen seinen Einsatz. Die gesamte Anlage muss übrigens nicht an das Stromnetz angeschlossen werden. Der Hase wird mit einem Akku in Betrieb gesetzt. Sogar rückwärts kann er fahren, so kommt er nach einem Rennen schneller wieder zum Startpunkt.

„Schade, dass heute keine Rennen sind“, meinte am Sonntag eine stolze Hundebesitzerin. Doch dafür gab es einen weiteren Höhepunkt an diesem Wochenende auf der Windhundrennbahn. Nämlich die Zuchtschau, bei der die schönsten Tiere gezeigt wurden. Das Wetter spielte dabei dann auch mit: Sonnenschein und definitiv keine Schneeschauer sorgten für unbeschwertes Vergnügen. Das Wochenende auf der Windhundrennbahn war gerettet.

Die Rennsaison für die Vierbeiner ist eröffnet, und sie geht weiter: In Nienberge mit dem „Jederhundrennen“, das am 30. Mai (Christi Himmelfahrt) um 11 Uhr startet.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6543289?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F141%2F
Auf den Hund kommen
Die App aus Münster, die Hunderassen erkennt, ist nicht nur in Deutschland erfolgreich. Die Start-up-Gründer haben die Anwendung deshalb schon in zahlreiche Sprachen übersetzen lassen – mal professionell, mal von begeisterten App-Nutzern.
Nachrichten-Ticker