Aktionswoche „Maria 2.0“
Männer dienen als „Streikbrecher“

Münster-Nienberge -

Das Team „Mittagstisch in Nienberge“ – ehrenamtlich engagierte Frauen aus der katholischen und der evangelischen Gemeinde – beteiligte sich an der Aktion „Maria 2.0“ und trat symbolisch in den Streik.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:18 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 18:40 Uhr
Ein ungewohntes Bild. Drei Männer übernahmen für einen Tag den Küchendienst beim Mittagstisch im Treff Nienberge. Peter Fieber, Norbert Ferling und Alfred Rösmann (v.l.) unterstützten damit die Initiative Maria 2.0 von Frauen in der katholischen Kirche.
Ein ungewohntes Bild. Drei Männer übernahmen für einen Tag den Küchendienst beim Mittagstisch im Treff Nienberge. Peter Fieber, Norbert Ferling und Alfred Rösmann (v.l.) unterstützten damit die Initiative Maria 2.0 von Frauen in der katholischen Kirche. Foto: hko

„Wir wollen auch in Nienberge ein Zeichen setzen und die Initiative unterstützen,“ sagt Ulla Fieber , Sprecherin des Teams „Mittagstisch in Nienberge“. Das Team – ehrenamtlich engagierte Frauen aus der katholischen und der evangelischen Gemeinde – trat am Mittwoch symbolisch in den Streik. Konkret: Die Frauen standen für die Essensausgabe im „Treff Nienberge“ nicht zur Verfügung. Sie wollten den Mittagstisch für Senioren aber nicht komplett ausfallen lassen und hatten deshalb drei Männer gebeten, für einen Tag die Aufgabe zu übernehmen.

Das Zeichen: Die Unterstützung der Aktion „Maria 2.0“ – der Protest von Frauen gegen den Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche und die Forderung, Frauen in der Kirche – und damit auch an kirchlichen Ämtern – mehr zu beteiligen. Der Aufruf der Frauen aus der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz in Münster hat sich zu einer bundesweiten Protestwelle entwickelt.

Ulla Fieber setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte der Frauen in der Kirche ein. Bei ihrer Verabschiedung als Sprecherin des Leitungsteams der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Nienberge am 12. März hatte sie angekündigt, weiter dafür zu kämpfen, dass Frauen in der Kirche verstärkt zu Wort kommen. „Wenn das nicht geschieht, dann hat die Kirche einen Verlust.“

Zurück zum Mittagstisch: Etwa 20 Senioren kommen dazu bis zu drei Mal in der Woche (montags, mittwochs, freitags) gern in den „Treff Nienberge“ in der Kirmstraße 18. Das Angebot der Caritas und der katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian gibt es seit elf Jahren. „Wir haben damals den Bedarf bemerkt“, sagt Ulla Fieber. 18 ehrenamtlich tätige Frauen kümmern sich im Wechsel um die Gäste: Ältere Menschen, die allein leben, aber nicht immer nur für sich allein kochen wollen, andere sind gesundheitlich nicht gut zurecht oder das Einkaufen fällt ihnen schwer.

Die Mittagsgäste können die Tage, an denen sie um 12.30 Uhr in den „Treff“ kommen, frei auswählen und sich dort jeweils für einen weiteren Tag anmelden. Das ist sogar morgens bis spätestens 9 Uhr telefonisch möglich. Ein Mittagessen (Tellergericht, Nachtisch, Kaltgetränk) kostet fünf Euro. Das Essen wird täglich in der Küche des Maria-Hötte-Stiftes frisch zubereitet.

Einige Senioren können nicht mehr selbstständig in den „Treff“ kommen und werden deshalb von zu Hause abgeholt. Dafür sorgt ein männliches Fahrerteam. „Natürlich wurden wir nicht nur in dieser Woche von Männern unterstützt“, sagt Ulla Fieber, „aber wir wollten mit unserer Aktion ganz deutlich zum Ausdruck bringen, was Frauen in kirchlichen und karitativen Einrichtungen leisten und warum es an der Zeit ist, dass sie mehr Mitsprache und Rechte erhalten.“

Übrigens: Neue Gäste sind zum Mittagstreff herzlich willkommen. „Trauen Sie sich einfach,“ rät Ulla Fieber. Anmeldungen nimmt sie unter ✆  0 25 33/1551 entgegen.

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