Neuer Durchlass für Hunnebecke
Hochwasserschutz für 1,53 Millionen

Münster-Nienberge -

Die Stadt investiert in den Hochwasserschutz des Baugebiets am Waltruper Weg: Dort wurde während des Jahrhundert-Unwetters 2014 nahezu der gesamte Bereich überflutet.

Donnerstag, 06.06.2019, 18:22 Uhr
Symbolischer erster Spatenstich für den neuen Durchlass der Hunnebecke, an dem sich auch Oberbürgermeister Markus Lewe (5.v.l.) beteiligt. Der neue Durchlass ersetzt den alten .
Symbolischer erster Spatenstich für den neuen Durchlass der Hunnebecke, an dem sich auch Oberbürgermeister Markus Lewe (5.v.l.) beteiligt. Der neue Durchlass ersetzt den alten . Foto: Kay Böckling

Die Hunnebecke – eigentlich ein harmloses Bächlein, dass durch das idyllische Baugebiet entlang dem Waltruper Weg verläuft. Doch am 28. Juli 2014 ist es vorbei mit der Idylle. Binnen weniger Stunden fallen laut städtischer Angaben 290 Millimeter Regen pro Quadratmeter auf Münster herab. Münsters Nordwesten trifft es besonders stark. Und die ansonsten friedliche Hunnebecke verwandelt sich in Windeseile in einen reißenden Strom. Sie tritt extrem über die Ufer und überflutet große Teile des Baugebiets. Ein Ereignis, das so nicht mehr vorkommen soll. Ein neuer Durchlass soll es verhindern. Am Donnerstag begannen die Arbeiten.

Vermutlich, so besagen es zumindest entsprechende Gutachten, ist der Durchlass unter der B 54 nicht groß genug, um damals die Wassermassen fassen zu können. Zudem wird der Wasserstau durch Äste, Geröll und anderen Unrat „begünstigt“.

Letzteres Problem hat die Stadt Münster im Griff, nachdem sie vor dem Durchlass ein Fang-Gitter hat installieren lassen. Dort können Äste schnell entfernt werden. Nun soll ein neuer Durchlass dafür Sorge tragen, dass bei einem erneuten Starkregen das Wasser besser abließen kann.

Für den Hochwasserschutz investiert die Stadt laut einer Mitteilung 1,53 Millionen Euro. Ein 150 Meter langes Stahlbetonrohr mit 2,4 Metern Durchmesser wird unter der Bundesstraße 54 bei der Anschlussstelle Nienberge das vorhandene Rohr mit 1,2 Meter Durchmesser ersetzen. Mit dem ersten Spatenstich durch Oberbürgermeister Markus Lewe begannen die Arbeiten.

Lewe selbst spricht vor zahlreichen Interessierten an diesem Donnerstagnachmittag von einem Tag, „der uns allen in ganz schlimmer Erinnerung geblieben ist“. Er spricht von der Verzweiflung der Betroffenen und einer Situation, „die man in Münster nie für möglich gehalten hätte“.

Noch heute seien die Betroffenen traumatisiert. Lewe: „Aber Sie sollen in Zukunft hier sicher leben dürfen und Sie sollen sich hier in Nienberge wohl fühlen. Ihr Wohngebiet ist ein ganz besonderes – auch mit einer tragischen Geschichte. Aber gucken wir nach vorne.“

Im Zuge der Arbeiten wird es auch zu verkehrstechnischen Einschränkungen kommen. „Voraussichtlich ab dem 11. Juni muss die Zu- und Abfahrt der Bundesstraße in Nienberge in Fahrtrichtung Steinfurt gesperrt werden“, lässt das städtische Presseamt wissen. Es werden Umleitungen über Altenberger Straße, Steinfurter Straße und Hülshoffstraße ausgeschildert.

Etwa ab dem 8. Juli muss zusätzlich jeweils eine Fahrspur der B 54 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden und schließlich ist voraussichtlich ab Ende Juli auch die Abfahrt von der B 54 in Fahrtrichtung Münster nicht mehr möglich.

„Diese Termine können sich noch verschieben. Wir verlegen das riesige Rohr in acht Metern Tiefe, da sind im Verlauf der Arbeiten immer Überraschungen möglich“, so Bauleiter Dirk Havermeier vom Amt für Mobilität und Tiefbau. Ein Termin ist aber fix: Spätestens zum Münster-Marathon am 8. September müssen Arbeiten, die den Verkehr beeinträchtigen, abgeschlossen sein, denn dann führt die Marathon-Route über die Umleitungsstrecke.

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