Tempo-30-Zone im Ortskern wird häufig missachtet
Viel zu schnell und viel zu oft

MÜNSTER-NIENBERGE -

Sie bringen ihre Kinder zur Schule oder sie suchen eine Abkürzung in den Ortskern. Und häufig ignorieren Autofahrer dabei wichtige Schilder.

Samstag, 15.06.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 15.06.2019, 06:02 Uhr
Maik Fleger ärgert sich immer wieder über Autofahrer, die in der Tempo-30-Zone südwestlich des Nienberger Ortskerns zu schnell unterwegs sind. Unser Bild entstand an der Ecke Plettendorfstraße / Hülshoffstraße.
Maik Fleger ärgert sich immer wieder über Autofahrer, die in der Tempo-30-Zone südwestlich des Nienberger Ortskerns zu schnell unterwegs sind. Unser Bild entstand an der Ecke Plettendorfstraße / Hülshoffstraße. Foto: jans

Der Lieferwagen rauscht ungebremst heran. Hat der Fahrer das Tempo-30-Schild an der Einmündung Hülshoffstaße/ Plettendorfstraße nicht gesehen? Oder nutzt er ganz bewusst die Abkürzung zur Ortsmitte über die anschließende Sebastian- oder die parallele Kurney­straße? Auf jeden Fall ist das Auto viel zu schnell.

Maik Fleger , Anwohner der benachbarten Osterhoffstraße, ärgert sich schon lange über die häufige Missachtung der Tempobegrenzung im Ortsteil, der von Hülshoffstraße und Altenberger Straße sowie von der Autobahn im Süden begrenz wird. In diesem Bereich darf nicht schneller als 30 Kilometer gefahren werden. Gut erkennbare Schilder an den einzelnen Zugangsstraßen lassen da keinen Zweifel. „Der ganze Ortskern ist Tempo 30“, betont Fleger.

Die Realität sieht für ihn allerdings anders aus. „Die geben vorn am Kindergarten Gas“, sagt der Vater dreier kleiner Kinder mit Blick auf den Verkehr im Viertel. Er meint den Kindergarten St. Sebastian an der Kirmstraße.

Dilemma

Dort bestätigt eine Mutter das Dilemma: Während Kinder aus der Nachbarschaft natürlich zu Fuß oder mit dem Rad zum Kindergarten gebracht würden, kutschierten manche Eltern aus der Ferne ihren Nachwuchs gerne mit überhöhter Geschwindigkeit im Auto heran.

„Ungünstig“ nennt auch Michael Kaulingfrecks, Leiter der Annette-von-Droste-Hülshoff-Grundschule, die Verkehrssituation rund um seine an der Kirm- und Flamenstraße gelegene Schule. Häufig sei der für Nienberge zuständige Bezirksbeamte der Polizei in seiner Schule zu Gast, um über die Situation aufzuklären. Ein großes Problem sieht der Schulleiter auch im morgendlichen Verkehrsgedränge, wenn Kinder zur Schule chauffiert und dort abgesetzt werden. Kaulingfrecks konstatiert in diesem Zusammenhang trocken „eine gewisse Beratungsresistenz“ bei den Eltern“: „Die fahren manchmal nur 150 Meter weit.“

Messgerät

Was ist also zu tun? Maik Fleger, selbst Lehrer am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Gievenbeck, hat jedenfalls hinsichtlich der Tempo-Sünder eine Idee: „Ich würde mir vor dem Kindergarten ein stationäres Messgerät wünschen.“ Nein, keinen Blitzer, sondern eine elektronische Hinweistafel, wie man sie häufig an der Straße sieht. Auch den Einbau von Bodenschwellen oder „Freiburger Kegeln“ (Betonhindernissen) könnte er sich gut vorstellen. Ein guter Platz dafür wäre auch die Kurney­straße, die mit ihrem breiten Straßenprofil Mitmenschen oft zum Schnellfahren verführt.

„Das Problem ist vielen Nienbergern bewusst“, weiß Fleger, der sich in einer Facebook-Gruppe mit anderen Bewohnern des Stadtteils austauscht. Er denkt jetzt daran, in einem Bürgerantrag an die Bezirksvertretung Münster-West eine konkrete Lösung der Verkehrsprobleme in seinem Viertel zu fordern.

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