Rückblick: Flutkatastrophe vor fünf Jahren
Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Münster-Nienberge -

Magdalena Berendsen und Ingeborg Hißmann sind noch immer überwältigt. Die beiden gehören vor fünf Jahren zu einem achtköpfigen Team, das kurz nach der Hochwasser-Katastrophe eine für Nienberge bislang beispiellose Hilfsmaschinerie in Gang setzt.

Donnerstag, 25.07.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 28.07.2019, 17:04 Uhr
Der Tag nach der Flut: Noch immer drückt das Wasser aus der Kanalisation nach oben.
Der Tag nach der Flut: Noch immer drückt das Wasser aus der Kanalisation nach oben. Foto: mfk

Die Gruppe sammelt Geld, vermittelt Sachspenden oder bei Bedarf sogar eine Kinderbetreuung. „Die Hilfsbereitschaft war enorm“, sagt Ingeborg Hißmann noch heute. Und Magdalena Berendsen ergänzt: „Es war schon Wahnsinn, wie sich auch die Leute untereinander geholfen haben.“

Rückblick: Es ist der Tag nach dem großen Regen. Ingeborg Hißmann will sich in ihrer politischen Funktion als ehemalige Bezirksvertreterin und aktives Mitglied der Ortsunion ein Bild vor Ort machen. „Ich war total erschüttert. Ich sah die ganzen Vorgärten voller Möbel und Teppiche im Baugebiet am Waltruper Weg. Die Leute rannten hin und her, sie waren verzweifelt.“ Die Meschen hätten zum Teil auch wie erstarrt gewirkt.

„Wir haben dann relativ schnell eine Gruppe gebildet mit Vertretern verschiedener Institutionen wie Politik oder Kirche“, sagt Magdalena Berendsen. Zentrales Anliegen ist es, die verschiedenen Aktionen zu planen und zu koordinieren. So gelingt es binnen kürzester Zeit, mit Hilfe der Gemeinde St. Sebastian eine Kinderbetreuung auf die Beine zu stellen. Hilfestellung leistet die Gruppe auch bei bürokratischen Hürden, wie bei Anträgen an die Stadt.

Eine zentrale Hilfe ist die Vermittlung von Spendengeldern. Hißmann: „Wir sind von vielen Seiten angesprochen worden, wie man spenden kann.“ Die finanzielle Abwicklung und Verteilung läuft schließlich über die Gemeinde St. Sebastian.

Doch wie erfahren die Betroffenen, welche Hilfe sie an welcher Stelle in Anspruch nehmen können. Die Lösung: Der Initiativkreis setzt Info-Zettel auf und verteilt diese an die jeweiligen Haushalte. Darauf finden sich neben den verschiedenen Ansprechpartnern auch wertvolle Tipps, wie der einer Kinderbetreuung oder die Adresse der nächst gelegenen Kleiderkammer in Havixbeck.

Auch Sachspenden wie Möbel wollen einige Nienberger zur Verfügung stellen. Doch was fehlt, ist ein geeigneter Lagerraum. Aber auch in diesem Fall findet sich eine Lösung: Unter der E-Mail-Adresse „hochwasser-nienberge-suche-biete web. de“ können sich Bedürftige wie Spender melden. So können beide Seiten zueinander finden.

Beeindruckt sind Hißmann und Berendsen heute noch von der enormen Welle der Hilfsbereitschaft: „Örtliche Handwerker haben ehrenamtlich geholfen, die Schützenvereine haben gesammelt oder die kfd organisierte einen Kaffee-Nachmittag. Einfach Wahnsinn.“

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