Neuer Sonderband der „Heimatblätter“
Das ganze Dorf in einem Heft

MÜNSTER-NIENBERGE -

Sie sind wieder tief eingetaucht in die Ortsgeschichte - und haben auch die Geschichte vom „Speckpater“ aufgeschrieben.

Mittwoch, 14.08.2019, 05:30 Uhr
Reinhold Klumpe (l.), Vorsitzender des Heimatvereins Nienberge, und Werner Döring stellten die neue Sonderausgabe des Heimatblatts über „Das Dorf Nienberge“ zusammen. Die Broschüre ist ab Freitag (16. August) erhältlich.
Reinhold Klumpe (l.), Vorsitzender des Heimatvereins Nienberge, und Werner Döring stellten die neue Sonderausgabe des Heimatblatts über „Das Dorf Nienberge“ zusammen. Die Broschüre ist ab Freitag (16. August) erhältlich. Foto: jans

Die Schatztruhe ist knallgelb, 142 Seiten dick und wird ab Freitag (16. August) verkauft: Reinhold Klumpe , Vorsitzender des Heimatvereins Nienberge, und Vereinsmitglied Werner Döring stellen im neuen „Heimatblatt“-Sonderheft „Das Dorf Nienberge“ vor.

„Wir sind ja immer fleißig“, bemerkte Döring bei der Präsentation des Heftes trocken. In der Tat: Das in den letzten zwei Jahren entstandene Heft dürfte echte Fleißarbeit gewesen sein.

Wer das von einem Nienberge-Bild des Künstlers Charly Prinz geschmückte Heft aufschlägt, erfährt zunächst etwas über den historischen Mittelpunkt Nienberges, die Pfarrkirche St. Sebastian. Klumpe hat hier sozusagen aus eigenen Werken zitiert: Seine Texte für einen Kirchenführer bilden die Grundlage für dieses Kapitel im Sonderheft. Die Fotos stammen von Peter Leßmann.

Alter Dorfteil

Anschließend wenden sich Klumpe und Döring den einzelnen Häusern des „Altdorfs“ zu. In deren detaillierte, reich bebilderte Beschreibungen ließen die Autoren auch die Erkenntnisse einfließen, die sie bei der Vorstellung des alten Dorfteiles in zwei regulären Nummern der Heimatblätter gewannen.

Brandneu ist dann jener Teil der Broschüre, der sich mit der sogenannten Drostesiedlung befasst, die von 1952 bis 1955 meist auf ehemaligem Kirchenland entstand. Klumpe und Aloys Kreuzheck berichten über die Entstehung der Siedlung. Dort fanden viele Flüchtlinge eine neue Heimat – und sollten dafür kräftig mit anpacken. Klumpe: „Die mussten sich gegenseitig helfen.“ Hilfe von außen gab es aber auch: Flämische Studenten bauten in den Ferien mit ihrem „Speckpater“ Werenfried van Straaten an der Siedlung mit. Warum „Speckpater“? Döring und Klumpe erklären den Spitznamen damit, dass der Geistliche seine Umgebung auch immer mit Essen versorgte. Zu Ehren der fleißigen Gäste wurde eine Straße des neuen Quartiers Flandernstraße genannt.

Erster Neubau

Dort, aber auch in der heutigen Plettendorfstraße, und der Osterhoffstraße putzten Klumpe und Döring viele, viele Klinken. Sie sprachen mit den Bewohnern, erfuhren deren Geschichten und schrieben sie auf. „Sie haben sich alle Zeit genommen“, lobt Döring seine Gesprächspartner. Auch dieses Kapitel ist reich bebildert. Zu sehen ist unter anderem das Haus der Familie Klein am Drosteweg. Es war der erste Neubau der Siedlung.

Komplettiert wird die detaillierte Siedlungschronik Nienberges nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Abdruck einer Straßenchronik der Osterhoffstraße, die deren Bewohner vor 25 Jahren herausbrachten.

Erinnerungsschätze

Das Sonderheft „Das Dorf Nienberge“ dürfte viele Erinnerungsschätze wecken. Für Neubürger ist es aber auch eine interessante Einführung in die Ortsgeschichte. Verkauft wird es in den örtlichen Banken und im Geschäft Ottenjann ab Freitag für zehn Euro.

Auch beim Sommerfest des Heimatvereins am Samstag (17. August) auf dem Hof Rölver ist es ab 17 Uhr erhältlich.

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