Klage beim Ausbau der A1
Überraschung: Gegenseite ist grundsätzlich vergleichsbereit

Münster-Nienberge -

Kommt der Flüsterasphalt doch noch? Drei Nienberger haben bekanntlich eine Klage gegen die Bezirksregierung vor dem Bundesverwaltungsgericht initiiert und informierten im „Wirtshaus zur Post“ über den Sachstand.

Freitag, 30.08.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 17:56 Uhr
Sie informierten die Nienberger über die Lärmschutz-Klage, welche beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht wurde (v.l.): Michael Övermann, Oliver Neukirchen und Klaus Becker.
Sie informierten die Nienberger über die Lärmschutz-Klage, welche beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht wurde (v.l.): Michael Övermann, Oliver Neukirchen und Klaus Becker. Foto: sn

Offizieller Klageführer ist Klaus Becker . Er will nicht hinnehmen, dass der Planfeststellungsbeschluss für den A1-Ausbau der Strecke Münster-Nord bis Greven bisher keinen lärmmindernden offenporigen Asphalt (OPA) vorsieht. Die Klage sei „die letzte Chance“, dagegen vorzugehen, erklärte er.

Unterstützung erhält Becker von Michael Övermann und Oliver Neukirchen. Hinsichtlich der angestrebten aktiven Lärmschutzmaßnahmen präferiert das Trio eindeutig den sogenannten „Flüsterasphalt“. Der absorbiere Fahrgeräusche und verhindere sogar deren Entstehung. Für das menschliche Hörempfinden sei eine Reduzierung um ein Drittel bis zur Hälfte der wahrgenommenen Lärmbelastung denkbar.

Der Planfeststellungsbeschluss aus dem vorigen Jahr sieht solch einen Flüsterasphalt nicht vor. Bisher sei nur angeboten worden, die Brücke an der Altenberger Straße lärmschutztechnisch zu verkleiden und mit einer Lärmschutzwand im nordwestlichen Bereich der Brücke anzuschließen. „Das ist unzureichend“, sagte Becker klipp und klar.

Dabei dankten die drei Nienberger ausdrücklich dem bisherigen Engagement des Vereins „Lärmschutz Nienberge“, der in Eigenregie den Lärmschutzwall erhöhen lässt, und der gleichnamigen Bürgerinitiative „Lärmschutz Nienberge“. Allein letztere habe in neun Jahren 163 Briefe geschrieben. Adressaten waren Behörden und Politiker in Stadt, Land und Bund.

Das Klage-Trio selbst fühlt sich dagegen von den Verantwortlichen im Stich gelassen. „Es ist nichts passiert“, kritisierte Övermann, der das Gefühl beschrieb, mal wieder eine Absage erhalten zu haben: „Ohrfeige links! Ohrfeige rechts!“

Umso erfreulicher war eine andere Nachricht. Der Anwalt der Gegenseite habe mitgeteilt „grundsätzlich vergleichsbereit“ zu sein. Genau das wollen Becker, Övermann und Neukirchen: In einem Vergleich den offenporigen Asphalt verbindlich zu vereinbaren. Am besten werde der schon ab der Abfahrt Münster-Nord gelegt und dann so weit wie möglich nach Norden hinein, Richtung Sprakel.

Allein, der Rechtsweg ist teuer. Insgesamt sei mit Kosten von etwa 48 000 Euro zu rechnen. 32 000 Euro sind schon beisammen. Eins machten die Drei klar: Die Fortführung der Klage und damit die Aussicht auf Lärmreduzierung für Nienberge sei abhängig von der Spendenbereitschaft der Nienberger.

Eine zweite Chance gibt es übrigens nicht: Das Bundesverwaltungsgericht sei in diesem Fall „erstinstanzlich“ und „letztinstanzlich“, erläuterte Becker. Das heißt: Eine Berufung ist nicht möglich.

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