Aramäer in Nienberge
Eine christliche Volksgruppe aus arabischen Ländern

Münster-Nienberge -

„Aramäische Christen in Deutschland können beides – integriert sein und alte Traditionen bewahren.“ Das schreibt Annette Kurschus, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen, in einem Beitrag für das evangelische Magazin „chrismon“.

Mittwoch, 09.10.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 13.10.2019, 18:50 Uhr
Christen im Dialog beim Interkulturellen Arbeitskreis (v.l.): Dechant Reinhard Kemper, Gabi Dalhoff (Vorsitzende des Interkulturellen Arbeitskreises), Filip Mako und Ilja Ay
Christen im Dialog beim Interkulturellen Arbeitskreis (v.l.): Dechant Reinhard Kemper, Gabi Dalhoff (Vorsitzende des Interkulturellen Arbeitskreises), Filip Mako und Ilja Ay Foto: hko

In Nienberge sind die etwa 60 bis 70 aramäischen Christen, die in diesem Stadtteil und in Gievenbeck wohnen, eng mit der katholischen Kirche verbunden.

Das macht deutlich, dass die Aramäer keine Religionsgemeinschaft sind, sondern „eine christliche Volksgruppe, die aus arabischen Ländern stammt“, so erläuterte Ilja Ay im katholischen Pfarrzentrum in Nienberge. Der junge Lehrer informierte auf Einladung des Interkulturellen Arbeitskreises der St.-Sebastian-Gemeinde über Geschichte und Leben der aramäischen Christen. Auch 30 Aramäer aus den beiden Stadtteilen, die sich bereits am Nachmittag zum „Café Oriental“ getroffen hatten, nahmen an der Veranstaltung teil.

Die kleine aramäische Gemeinschaft in Nienberge entstand vor etwa fünf Jahren. Die Angehörigen der Volksgruppe treffen sich einmal im Monat und haben auch im Alltagsleben Kontakt zueinander, erläuterte Filip Mako . Der Hotelfachmann ist Ansprechpartner der Gemeinschaft und Organisator von Veranstaltungen.

Vielen Nienbergern ist nicht bekannt, dass aramäische Christen in ihrem Stadtteil wohnen. „Wir fallen einfach nicht auf,“ sagt Ilja Ay. Und das wollen sie auch nicht. Aber sie sind integriert und bewahren alte Traditionen. Auch durch Mitwirkung bei Veranstaltungen der katholischen Kirchengemeinde. Beispiele dafür waren in diesem Jahr das Fest der Internationalen Begegnung im Sommer mit dem Auftritt einer aramäischen Tanzgruppe und der Vortrag von Weihnachtsliedern am Dreikönigsfest in der St.-Sebastian-Kirche. In Nienberge, das sagt Filip Mako besonders mit Blick auf die katholische Kirche, fühlten sie sich gut aufgehoben.

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