Nienberger Arzt begleitet Malteser-Wallfahrt nach Lourdes
Auf dem Weg zur Zufriedenheit

MÜNSTER-NIENBERGE -

Die Reise war für ihn eine Premiere. Und sie ließ ihn über Wunder nachdenken.

Mittwoch, 23.10.2019, 05:30 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 15:04 Uhr
„Ein ganz besonderes Erlebnis“: Dr. Ansgar Hieronymus kümmerte sich als ärztlicher Begleiter um Menschen mit Behinderungen auf einer Wallfahrt nach Lourdes.
„Ein ganz besonderes Erlebnis“: Dr. Ansgar Hieronymus kümmerte sich als ärztlicher Begleiter um Menschen mit Behinderungen auf einer Wallfahrt nach Lourdes. Foto: hko

„Es macht eine Gänsehaut, mit Tausenden von Menschen an so einem Ort eine Messe zu feiern.“ Dr. Ansgar Hieronymus erinnert sich „mit großer Dankbarkeit für dieses besondere Erlebnis“ an seinen Aufenthalt in Lourdes. Der Nienberger Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin war als ärztlicher Begleiter einer Gruppe von 20 Menschen mit Behinderungen für fünf Tage in einem der weltweit meistbesuchten Wallfahrtsorte unterwegs.

Im Jahr 1858 soll der 14-jährigen Bernadette Soubirous , der Tochter eines Müllers, in der Nähe von Lourdes im Süden von Frankreich die Mutter Gottes erschienen sein. Bernadette legte eine Quelle frei, deren Wasser als heilkräftig gilt. Viele Millionen Pilger besuchen jährlich den Ort, an dem zum Gedenken an die Marienerscheinungen mehrere große Kirchen errichtet wurden.

Hieronymus wurde vor einigen Monaten von einem guten Bekannten aus Bundeswehrzeiten angerufen, der bei den Maltesern aktiv ist. Diese katholische Hilfsorganisation organisiert auch Wallfahrten. Der Mediziner wurde gefragt, ob er sich vorstellen könne, für einige Tage als ehrenamtlicher ärztlicher Begleiter an einer Wallfahrt des Bistums Trier nach Lourdes teilzunehmen und sich um Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen zu kümmern. Der Nienberger hatte zunächst keine Vorstellung davon, was auf ihn zukommen könnte, doch er überlegte nicht lange mit seiner Zusage.

Medizinische Begleiter

Unterstützung fand er sofort bei seiner Ehefrau Katharina, aber auch bei seinen Eltern: Die Ärzte Dr. Ursula und Dr. Josef Hieronymus hatten im Jahr 2000 als medizinische Begleiter an einer Wallfahrt nach Lourdes teilgenommen.

Die Reisegruppe, die Ansgar Hieronymus aktuell begleitete, bestand aus 250 Pilgern. 150 flogen ab Frankfurt nach Südfrankreich, darunter auch die kleine Gruppe, für die der Mediziner zuständig war. Nicht allein, denn fast 20 ehrenamtliche Kräfte – junge Leute aus ganz verschiedenen Berufen und Studenten – kümmerten sich um die Pilger mit überwiegend schweren Beeinträchtigungen.

Gemeinsame Arbeit

„Eine notwendige Eins-zu-eins-Betreuung über den Tag hinweg bis in die Nachtstunden“, sagt Hieronymus, der die reibungslose Zusammenarbeit der Beteiligten lobt. „Die meisten kannten sich nicht, aber die gemeinsame Arbeit hat uns sofort zusammengeführt. Alle haben sich sehr gut verstanden.“ Auch das gehöre – wie die Gebete und die Messfeiern – zu dem besonderen Erlebnis.

Erwarten die Menschen, die nach Lourdes pilgern, ein Wunder? Eine Heilung von ihrer Krankheit? Das habe er sich in Lourdes oft gefragt, sagt der Arzt. Seine Beobachtung: Die Pilgerfahrt könne Menschen dabei helfen, mit Krankheiten anders umzugehen, die Dinge anzunehmen, die man nicht ändern könne, „und innere Zufriedenheit zu finden.“ Das übertrage sich auch auf die vielen Helferinnen und Helfer.

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