Die letzte Versammlung
Das Aus für die Kameradschaft

Münster-Nienberge -

Die letzte Versammlung der Soldatenkameradschaft war noch einmal ein Treffen größerer Art, viele Kameraden waren gekommen. Doch wenige Minuten danach folgte das Ende.

Mittwoch, 30.10.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 19:17 Uhr
Zur Auflösungsversammlung waren noch einmal fast alle Kameraden gekommen. Josef Krevert (l.) versprach, auch weiterhin als Ansprechpartner für die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag zur Verfügung zu stehen.
Zur Auflösungsversammlung waren noch einmal fast alle Kameraden gekommen. Josef Krevert (l.) versprach, auch weiterhin als Ansprechpartner für die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag zur Verfügung zu stehen. Foto: sn

Die Soldatenkameradschaft Nienberge hat sich aufgelöst. „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir nicht mehr weitermachen können“, meinte Josef Krevert vom Leitungsgremium im „Wirtshaus zur Post“. Die letzte Versammlung der Soldatenkameradschaft war noch einmal ein Treffen größerer Art, viele Kameraden waren gekommen. Doch wenige Minuten danach folgte das Ende.

Bereits in der vergangenen Mitgliederversammlung hatte Josef Krevert verkündet: „Auf kurz oder lang werden wir uns auflösen“. Wenige Wochen später folgte das Nikolaustreffen der Nienberger Vereine, in dem vor allem besprochen wurde, wie es denn mit den Volkstrauertagsfeierlichkeiten weitergeht, die bisher immer die Soldatenkameradschaft durchgeführt hat.

„Ich bin spontan aufgestanden und habe gesagt: Das machen wir!“, erinnerte sich nun Andreas Riemann , der Vorsitzende der St.-Jacobi-Schützenbruderschaft. Auf der nun letzten Mitgliederversammlung der Soldatenkameradschaft blieb er bei seinem Versprechen. Allerdings dürften keine weiteren Aufgaben für die Schützenbruderschaft hinzukommen, so Riemann. Josef Krevert versicherte, weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Was sind die Gründe für die Auflösung? „Wir sind nur noch 39 Mitglieder“, meinte Krevert. Die könnten die Aufgaben der Soldatenkameradschaft nicht mehr erfüllen. Das Durchschnittsalter der Kameraden liege bei 75 Jahren.

Die Leitung des Vereins hatte seit einigen Jahren ein vierköpfiges Gremium inne, dem der bisherige Vorsitzende Dr. Georg Wulff, Josef Krevert, Michael Berger und Karl Berger angehörten.

Die Soldatenkameradschaft Nienberge wurde nach den Zweiten Weltkrieg am 31. März 1957 als „Kriegerkameradschaft“ wieder gegründet, sie ist die Rechtsnachfolgerin des am 18. Januar 1896 gegründeten Kriegervereins. Ab 1967 hieß sie dann „Soldatenkameradschaft Nienberge.“ Laut Satzung konnte jeder Mitglied werden, „der gedient hat oder Teilnehmer des Ersten oder Zweiten Weltkriegs war“.

Als es um den Tagesordnungspunkt „Auflösung“ ging, votierten alle Mitglieder dafür. Hubert Ketteler-Eising erklärte, dass auch über den Verbleib des Vereinsvermögens abgestimmt werden müsse. Laut Kassenbericht liegt es bei knapp über 800 Euro. Ein „Parken“ des Vermögens für fünf oder zehn Jahre, um in dieser Zeit etwaige Verpflichtungen wie etwa den Erwerb der Volkstrauertags-Kränze zu finanzieren, fand bei den Kameraden keinen Anklang.

Immerhin, so Krevert, stelle die Stadt seit Jahren die Kränze. Und so stimmten die Mitglieder geschlossen dafür, auch das Vermögen sofort an die St.-Jacobi-Schützenbruderschaft zu übertragen.

Weitere Formalie: Als Liquidator des Vereins wurde Josef Krevert bestimmt. Zum Schluss, so war es seit Jahr und Tag üblich, aßen die Kameraden gemeinsam Schinkenbrote und Frikadellen.

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