Nach Abriss des Lydia-Zentrums
Der Glockenturm bleibt stehen

Münster-Nienberge -

Zum ersten Mal sahen die Nienberger die Pläne für das Wohn- und Pflegeareal, das an der Plettendorfstraße entstehen soll – auf dem Gelände des evangelischen Lydia-Gemeindezentrums.

Mittwoch, 20.11.2019, 17:26 Uhr aktualisiert: 21.11.2019, 17:24 Uhr
Über die Neubebauung des Geländes an der Plettendorfstraße (Illustration) informierte eine Gemeindeversammlung.
Über die Neubebauung des Geländes an der Plettendorfstraße (Illustration) informierte eine Gemeindeversammlung. Foto: Peter Bastian Architekten BDA

Dessen Schicksal ist besiegelt, nach fast zehn Jahren Diskurs und Debatte im Stadtteil. „Es ist für viele hart, auch wenn das Lydia-Zentrum abgerissen wird“, meinte Pfarrer Oliver Kösters .

Eine Gemeindeversammlung, die an alle Nienberger gerichtet war, sollte die Informationen für das neue Projekt liefern. Sie sei eigens am Dienstag noch vor der Stadtteil-Projektwerkstatt einberufen worden, die in der nächsten Woche stattfinde, so Kösters. Die Resonanz war enorm.

Um es vorweg zu nehmen: Die Pläne nahmen viele Nienberger positiv auf, es gab sogar stellenweise Szenenapplaus. Kösters zeigte sich nach eigenen Worten „erleichtert“. Im April dieses Jahres war noch ein Investor abgesprungen, in die Bresche sprang die „Paulushof GmbH“ aus Nordwalde, die in Münsters Westen keine unbekannte Größe ist. Wie der Name des Unternehmens schon besagt, hat sie den neuen Paulushof in Mecklenbeck verwirklicht. Auch der Neubau des evangelischen Gemeindezen­trums in Roxel wird durch die „Paulushof GmbH“ ermöglicht.

Die konkreten Pläne für Nienberge hat Architekt Peter Bastian vom BDA-Architekturbüro ausgearbeitet. Im Sommer seien diese im Planungsausschuss der Stadt vorgestellt worden, und der habe „grünes Licht“ gegeben.

Konkret sind drei Häuser geplant. Bezüglich der Geschosszahl habe man sich an der Umgebung orientiert, so Bastian. Im Ergebnis heißt das, dass für das „Haus 1“, welches an der Kreuzung Sebastianstraße/Plettendorfstraße liegen wird, bis zu vier Geschosse vorgesehen sind, für „Haus 2“ an der Kurneystraße ist Zweigeschossigkeit geplant, und „Haus 3“ an der Kreuzung Kurneystraße/Plettendorfstraße hat bis zu drei Geschosse.

Insgesamt sollen auf dem Areal 26 Wohnungen entstehen, viele davon werden von der Diakonie-Servicestation betreut werden. Es wird eine Tagespflege mit zwölf Plätzen geben und eine Wohngemeinschaft für ebenfalls zwölf Menschen, die ambulant betreut werden. Auch für eine Ergotherapie und eine Physiotherapie-Praxis sind Räumlichkeiten vorgesehen.

Bedarf für das Projekt ist offenbar da: „In Nienberge ist die pflegerische Infrastruktur nicht so ausgeprägt, wie sie sein sollte“, meinte Ulrich Watermeyer, der Geschäftsführer für die „stationären Seniorendienste“ der Diakoniestation GmbH.

Aber was wird jetzt mit dem Gemeindeleben? In „Haus 1“ wird es ein neues Gemeindezentrum geben, das insgesamt 132 Quadratmeter groß sein wird. „Das reicht für 95 Prozent aller Gottesdienste“, meinte Kösters. Auch ein Büro gebe es, eine Toilette, einen Lagerraum und auch den Keller könne man nutzen.

Aber: Die Gruppenräume, die es noch im Lydia-Zen­trum gibt, wird es nicht mehr geben. Dafür und für andere größere Anlässe stehe in Zukunft das katholische St.-Sebastian-Pfarrzentrum zur Verfügung, sagte Kösters. Hierfür wird noch ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden Gemeinden geschlossen. Übrigens: Der Glockenturm bleibt erhalten, auch die Skulptur „Begegnungen“ von Hubert Teschlade – sie wird direkt neben den Glockenturm versetzt.

Wie sieht nun der Zeitplan für den Neubau aus? Zunächst müsse noch der Bebauungsplan geändert und eine Baugenehmigung erteilt werden, erklärte Peter Bastian. Das dauere mindestens ein Jahr. Baubeginn sei also „optimistisch gesehen“ im Frühjahr 2021. Der Bau selbst dauere dann noch einmal mindestens ein Jahr, vorausgesetzt es gebe ein Unternehmen, das „in Rekordzeit“ und „für geringes Geld“ arbeite, denn die Baukonjunktur laufe derzeit heiß. Dann sei etwa „Mitte 2022“ mit der Fertigstellung rechnen. „Die Uhr läuft!“, meinte Oliver Kösters.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7079317?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F141%2F
Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Bahnverkehr: Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Nachrichten-Ticker