Trotz Abriss des Lydia-Zentrums
Der Kirchbauverein macht weiter

Münster-Nienberge -

Es war die bange Frage: Bleibt der evangelische Kirchbauverein Nienberge auch dann bestehen, wenn das Lydia-Gemeindezentrum abgerissen sollte?

Donnerstag, 21.11.2019, 17:24 Uhr aktualisiert: 25.11.2019, 17:52 Uhr
Trotz des geplanten Abrisses des Lydia-Zentrums will der Vorsitzende des Kirchbauvereins, Bernd Dillmann, dass der Verein weitermacht.
Trotz des geplanten Abrisses des Lydia-Zentrums will der Vorsitzende des Kirchbauvereins, Bernd Dillmann, dass der Verein weitermacht. Foto: Siegmund Natschke

Um es vorwegzunehmen: Ja! Der aktuelle Vorsitzende Bernd Dillmann ist fest entschlossen, die Arbeit weiterzuführen. Allerdings müssten dafür einige Kriterien erfüllt werden. Denn eine Zukunft hat der Verein nur dann, wenn sich ein handelnder Vorstand findet – und die Mitgliederzahlen stimmen.

Rückblick: Bereits 2011 spielte der Vorstand des im Jahr 1968 gegründeten Vereins mit dem Gedanken, sich aufzulösen. Hintergrund war damals wie heute der kontrovers diskutierte Abriss des Lydia-Gemeindezentrums an der Plettendorfstraße.

Fünf Jahre später erneuerte der Vorstand unter der damaligen Leitung von Bodo Hammerich seine Ankündigung der Vereinsauflösung. Wieder ging es um die Neugestaltung des Grundstücks und den Abriss des Zentrums.

Nun ist der Abriss beschlossene Sache – ebenso wie der weitere Bestand des Kirchbauvereins. Dessen Vorsitzender Bernd Dillmann ist seit Juni 2018 im Amt. Eher zufällig, wie er sich erinnert: „Ich bin seinerzeit angesprochen worden, ob ich mir eine Mitarbeit im Vorstand vorstellen könne.“ Der seit 1966 im Stadtteil lebende Nienberger sagte zu: „Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass man mich sofort so einspannt.“

Dillmann übernahm den Vorsitz in einer schweren Zeit: Der Verein und die Leitungsinstanzen der evangelischen Gemeinde hatten diverse Differenzen – um es gelinde auszudrücken. Er setzte sich mit Pfarrer Dr. Oliver Kösters zusammen. Gemeinsam entschloss man sich, erst einmal ein wenig Ruhe und Sachlichkeit in die Angelegenheit zu bringen. Dillmanns Credo: „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber den Spendern und Mitgliedern, wir dürfen das Vereinsvermögen nicht versumpfen lassen.“ Besagtes Vermögen liegt nach Informationen der Redaktion genau wie vor drei Jahren noch in einem mittleren fünfstelligen Berich.

Einen entscheidenden Schritt in Richtung Vereinserhalt tat man mit einer Satzungsänderung und hier explizit der Förderleitlinie des Kirchbauvereins. Waren dessen Gelder zunächst für das Lydia-Zentrum bestimmt, so gilt seit dem 5. Dezember 2018 unter anderem: Gefördert werden Maßnahmen, die eine n Bezug haben „zum evangelischen Gemeindeleben, zum Standort Nienberge, zu den in Nienberge gelegenen Räumen, die dem evangelischen Kirchenleben dienen und es fördern, wobei ein mittelbarer Bezug ausreichend ist“.

Des Weiteren heißt es unter anderem zur Erläuterung: „Gefördert werden können Maßnahmen in Nienberge, die unmittelbar oder mittelbar Räumlichkeiten zugute kommen, welche für oder im Interesse des evangelischen Gemeindelebens errichtet, erhalten oder ausgestattet werden sollen.“

Und hier kommt die neue Immobilie ins Spiel: „Jetzt haben wir die Möglichkeit, dass wir bei der Neugestaltung der Räume für die Gemeinde einbezogen werden“, freut sich Dillmann. „Das ist doch eine Aufgabe für unseren Verein.“

Damit dieser allerdings handlungsfähig bleibt, bedarf es eines mehrköpfigen Leitungsteams. Nach Aussage Dillmanns hätten einige Vorstandsmitglieder nämlich ihren Rückzug angekündigt. Die Mitgliederversammlung muss also einen neuen Vorstand wählen. „Wahrscheinlich im Februar des nächsten Jahres“, so der Vorsitzende. Doch nun kommt das große Aber: „Personell ist da noch niemand in Sicht.“

Man brauche laut Dillmann dringend neue Leute mit Tatendrang, die sich einbringen und Verantwortung übernehmen wollten sowie für frischen Wind sorgten. Dillmann gibt sich kämpferisch: „Ich werde versuchen, so lange es geht, den Verein zu erhalten.“

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