Von Nienberge nach Berlin
Treffpunkt für 189 Trecker

Münster-Nienberge -

Von Nienberge in die Bundeshauptstadt: Der Weg nach Berlin führte gestern etwa 400 Landwirte aus dem gesamten Münsterland vom Gelände der Biogas-Anlage am Hunnebeckwg in Richtung Berlin.

Montag, 25.11.2019, 17:52 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 18:32 Uhr
Auf nach Hamm und dann nach Berlin: Kathrin Feldkamp (mit gelber Weste) organisierte die Traktorfahrt. Nienberge war gestern ein Sammelpunkt. Der Nienberger Landfrauenverein versorgten die Gäste mit Schnitzelbrötchen und Getränken (kl. Foto).
Auf nach Hamm und dann nach Berlin: Kathrin Feldkamp (mit gelber Weste) organisierte die Traktorfahrt. Nienberge war gestern ein Sammelpunkt. Der Nienberger Landfrauenverein versorgten die Gäste mit Schnitzelbrötchen und Getränken (kl. Foto). Foto: Hubertus Kost

Der Weg nach Berlin führte gestern über Nienberge: Etwa 400 Landwirte aus dem gesamten Münsterland trafen sich am Mittag auf dem Gelände der Biogas-Anlage am Hunnebeckwg und fuhren auf ihren Traktoren weiter. Zunächst nach Hamm zu einer großen Kundgebung, einige dann nach Berlin zur bundesweiten Protestveranstaltung gegen die Landwirtschaftspolitik der Regierung und für mehr Anerkennung ihres Berufsstandes und ihrer Arbeit.

„Wir wollen Präsenz zeigen und wir wollen mit der Politik gemeinsam am Tisch sitzen, wenn über uns gesprochen wird“, so fasst Karl-Josel Stertmann, ehemaliger Vorsitzender des landwirtschaftlichen Ortsvereins Nienberge, den Protest der Landwirte zusammen. Die Reaktionen in der Bevölkerung auf die bundesweiten Aktionen seien durchaus positiv.

Das sieht Alexander Janning ähnlich. Der junge Landwirt aus Sprakel, der seinen Beruf „sehr gern“ ausübt, kritisiert allerdings, dass es auch Verbraucher gebe, die „immer mehr Tierwohl und immer mehr Bio“ forderten, aber nicht bereit seien, dafür entsprechende Preise zu bezahlen. Hinzu komme, „dass uns von der Politik immer mehr an Vorschriften und Verordnungen aufgebürdet wird“. Hendrik Hesseler, der einen Hof in Steinfurt bewirtschaftet, konzentriert den Protest auf den Satz: „Wir können nicht grün handeln und rote Zahlen schreiben.“

Die Einschätzungen der drei Landwirte geben die Stimmung wieder, die auch gestern deutlich wurde: Nicht übertrieben laut, sondern sachlich und mit klaren Argumenten. Damit will sich der Berufsstand bei der Politik und in der Bevölkerung Gehör für seine Anliegen verschaffen. Ein Beispiel dafür war gestern Nachmittag die große Kundgebung in Hamm mit Landwirten aus den südlichen Landesteilen.

Die hohe Beteiligung an der „Protest-Fahrt“ war für Kathrin Feldkamp überraschend und erfreulich zugleich. Die Organisatorin, die auf dem elterlichen Hof in Steinfurt arbeitet, hatte mit etwa 150 Teilnehmern („mindestens“) gerechnet, knapp 400 waren es dann am Mittag. „Das zeigt ganz deutlich unseren Zusammenhalt“, sagt die junge Frau, und „dass unsere Aktionen richtig sind“.

Die Nienberger Landfrauen waren auf die vielen Teilnehmer gut vorbereitet. Sie versorgten ihre Gäste mit Schnitzelbrötchen, heißen Getränken und Süßigkeiten – überwiegend Spenden von Geschäftsleuten, die damit ihre Solidarität zum Ausdruck brachten.

Laut Polizeiangaben machten sich übrigens 189 Trecker und vier Begleitfahrzeuge von Nienberge aus auf den Weg.

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