Projektwerkstatt zur Stadtteilentwicklung
Nienberge wächst auf 10 000 Bürger

Münster-Nienberge -

Drei Projekte wurden am Dienstagabend in der „öffentlichen Projektwerkstatt“ besonders intensiv diskutiert: der Standort für ein neues Feuerwehrhaus, eine zweite Grundschule und die Wohnbebauung entlang der Feldstiege.

Mittwoch, 27.11.2019, 18:32 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 17:28 Uhr
Bürgerbeteiligung: Über 200 Nienberger nutzen in der „Projektwerkstatt“ die Möglichkeit, sich zu informieren, Anregungen einzubringen und kritisch zu argumentieren. Kathrin Feigs (kl. Foto) von „plan-lokal“ fasste Wünsche, Anregungen und Kritik zusammen.
Bürgerbeteiligung: Über 200 Nienberger nutzen in der „Projektwerkstatt“ die Möglichkeit, sich zu informieren, Anregungen einzubringen und kritisch zu argumentieren. Kathrin Feigs (kl. Foto) von „plan-lokal“ fasste Wünsche, Anregungen und Kritik zusammen. Foto: hko

Die Veranstaltung habe gezeigt, „dass es sich um zentrale Punkte handelt, über die wir noch intensiv sprechen müssen,“ betonte Gerd Franke , Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt, am Schluss der dreistündigen Info-Veranstaltung. Zu dieser hatte die Stadt Münster in die SCN-Sporthalle eingeladen. 220 Nienberger interessierten sich für die Präsentation der ersten Ergebnisse, die im Rahmen des Stadtteilentwicklungskonzepts erarbeitet wurden.

Rückblende: Ende Februar und Anfang März gab es auch auf Initiative der örtlichen CDU zwei Foren zur Bürgerbeteiligung an der Entwicklung des Stadtteils, die beachtliche Resonanz fanden. Aus den Ideen und Anregungen entwickelten die Stadt und das Planungsbüro „plan-lokal“ Leitprojekte, die am Dienstag vorgestellt wurden.

Tatsache ist: Nienberge wird wachsen. 10 000 Einwohner werden prognostiziert, aktuell sind es etwa 6900. Der Bau von bis zu 700 Wohneinheiten ist auf dem Gelände an der Feldstiege möglich, das dafür zur Verfügung steht. „In Häger sind bis zu 400 neue Wohneinheiten vorstellbar“, so formuliert es Kathrin Feigs von „plan-lokal“. Das Wachstum braucht eine entsprechende Infrastruktur – und die erfordert Veränderungen.

Zum Beispiel eine neue mindestens vierzügige Grundschule (vier Klassen pro Jahrgang), weil sich die Schülerzahlen – so die Prognose – verdoppeln werden. Die Schule soll im neuen Wohngebiet an der Feldstiege entstehen, die Grundschule im Dorf soll erhalten bleiben. „Ja“ zu einem neuen Standort, aber damit verbunden die Frage: Warum zwei Schulen in einem Stadtteil?

Kritisiert wird auch der Plan, das Sportgelände einschließlich der sanierungsbedürftigen Sporthalle am aktuellen Standort zu erhalten und die Wohnbebauung daran anzuschließen. Das stehe im Widerspruch zu dem Ansatz, dass das neue und das bestehende Wohngebiet zusammenwachsen sollen, äußerte Zuhörer Norbert Klumpe unter dem Beifall der Versammlung.

Eine Trennung des Stadtteils sieht ebenso Manfred Wilhelmer vom SCN , der zudem befürchtet, dass die Aktivitäten von Sportlern und den Nutzern des Festplatzes (vor allem Schützenvereinen) eingeschränkt werden könnten.

Also ein Flächentausch sprich: Verlagerung der Sportstätten hinter das neue Wohngebiet? „Aus liegenschaftlichen Gründen ist das derzeit nicht möglich,“ sagt Alfred Körbel von „plan-lokal.“

Als Standort für ein neues Feuerwehrhaus wurde am Dienstag zum ersten Mal der Vögedingplatz erwähnt. Fakt ist: Das Haus der Freiwilligen Feuerwehr entspricht längst nicht mehr den Erfordernissen, einen Neubau wird es auf jeden Fall geben. Jetzt geht es darum: „Wo?“ Für die Feuerwehrleute ist das keine Frage, nicht nur sie favorisieren den genannten Platz.

Das Leitbild listet viele weitere Themen auf und zeigt die Entwicklungsmöglichkeiten: Den Bahnhaltepunkt Häger ausbauen, im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs eine Verbindung zwischen Nienberge und Häger schaffen (um zum Beispiel die Bahn nutzen zu können), die Belastungen durch den Straßenverkehr reduzieren, das Einzelhandelsangebot sichern und erweitern, mehr Wohnangebote für Ältere schaffen und die Ortsmitte attraktiver machen.

Gerd Franke appellierte an die Nienberger, sich weiter einzubringen. 2025 könnten die ersten Häuser im neuen Wohngebiet in Nienberge gebaut werden. Bis dahin gibt es noch viel Diskussionsbedarf, denn, so wurde gleich mehrfach betont: „In Stein gemeißelt ist das alles noch nicht.“

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