Versammlung der Sebastian-Schützen
Alles eine Frage des Bieres

Münster-Nienberge -

Das sich beim Geschmack die Geister scheiden, ist hinlänglich bekannt. Da macht auch der Genuss von Gerstensaft keine Ausnahme. Und der spielte eine entscheidende Rolle bei der Versammlung der Sebastian-Schützen.

Montag, 02.12.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 18:04 Uhr
Mit bewährten Leuten geht es für die St.-Sebastian-Schützenbruderschaft in ein neues Vereinsjahr (v.l.) Dennis Schmitz (Vorsitzender), Jörg Bückmann (Fahnenoffizier), Marco Lenz (Schriftführer), Martin Bückmann (Oberst), Marco Krane (Schriftführer), Frank Röhm (Hauptmann) und Jasmin Schemann (Beisitzerin).
Mit bewährten Leuten geht es für die St.-Sebastian-Schützenbruderschaft in ein neues Vereinsjahr (v.l.) Dennis Schmitz (Vorsitzender), Jörg Bückmann (Fahnenoffizier), Marco Lenz (Schriftführer), Martin Bückmann (Oberst), Marco Krane (Schriftführer), Frank Röhm (Hauptmann) und Jasmin Schemann (Beisitzerin). Foto: sn

Es gab da ein etwas unangenehmes Erlebnis beim letzten Schützenfest der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft. „Wir sind an der Vogelstange angesprochen worden“, erinnerte sich nun der Vorsitzende Dennis Schmitz während der Generalversammlung im „Wirtshaus zur Post“: „In einem Tonfall, den ich hier nicht durchgehen lassen würde.“ Es ging um ein heikles Thema: „Warum wir denn plötzlich ein anderes Bier im Hahn hätten.“

Offensichtlich gärte die Frage im Dorf über längere Zeit, bis das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen gebracht worden war. Die andere Biersorte irritiert einige Mitglieder bis heute. Dabei hatte der Sortenwechsel doch einen ganz handfesten Grund: Die neue Sorte sei um 15 Cent billiger pro Liter als die alte, wie Dennis Schmitz erklärte. Gleichzeitig versprach er: „Bei uns kriegt ihr kein Billig-Bier.“ Kopfschmerzen solle es bei den Schützen nicht geben.

Gleichzeitig meinte er, dass der Vorstand solche Dinge im Rahmen der Schützenfest-Organisation auch selbst entscheiden könne – und das in diesem Fall auch tat.

Vorsichtshalber wolle er die Frage des Bieres aber noch vor der anstehenden Wahl besprechen. „Haben wir denn keine anderen Probleme? Ich fordere euch auf, die Versammlung weiterzuführen“, meinte ein ehemaliges Vorstandsmitglied, als es auch während der Generalversammlung emotional zu werden schien. „Warum soll man das denn nicht diskutieren dürfen?“, meinte ein anderer. So oder so: Das Bier sei gut weggegangen, meinte Schriftführer Marco Krane lakonisch.

Und dann kam es schließlich zum Votum der Mitglieder. Dennis Schmitz gewann diese Wahl einstimmig. Als kleines Fazit seiner inzwischen zweijährigen Amtszeit meinte er: „Wir sind jetzt wieder in ruhigem Fahrwasser.“ Insbesondere der Kassenbericht von Roland Schmidt stellte die Mitglieder zufrieden: „Wir haben eine Fast-Null“, meinte er: „Ich bin zuversichtlich, dass wir im nächsten Jahr wieder im Plus sind.“

Grund dafür: „Wir haben im letzten Jahr extrem gespart“, so der Vorsitzende. Und das habe eben auch mit dem preisgünstigerem Bier zu tun. Fast schon Nebensache an diesem Abend, aber ein Grund zur Freude: Die Mitgliederzahl hat sich stabilisiert, auf nunmehr 178. Davon sind 21 Jugendliche.

Eindringliche Worte gab es aber von Sportschützen-Leiter Willi Duwenig: „Ihr habt uns im Stich gelassen“, meinte er an die Mitglieder gerichtet. Der Schießstand werde kaum noch genutzt, obwohl viele anfangs dort noch aktiv gewesen seien. Die Sportschützen wollten so lange weitermachen, wie es ginge. Aber: „Wenn wir keine Unterstützung vom Verein bekommen, sehe ich schwarz für unsere Truppe.“

Weitere Wahlen des Abends: Marco Lenz wurde neuer Schriftführer, Amtsinhaber Krane trat nicht noch einmal an. Er übernimmt jedoch einen Beisitzerposten. Jasmin Schemann bleibt Beisitzerin, Frank Röhm Hauptmann. Jörg Bückmann ist Fahnenoffizier.

Übrigens: Es gab noch versöhnliche Töne zum Bierstreit. Jacobi-Vorsitzender Andreas Riemann meinte, seine Schützenbruderschaft habe denselben Sortenwechsel durchgeführt – ohne Probleme. Und auch Dennis Schmitz gab sich beim Gerstensaft kompromissbereit: „Im nächsten Jahr kann schon wieder alles ganz anders sein.“

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