Firmvorbereitung in der Halle
Den Glauben mit Sport verbinden

Münster-Gievenbeck -

Den Heiligen Geist beim Sport erleben? Das konnten die Firmlinge der St.-Sebastian- und der Liebfrauen-Überwasser-Gemeinde in der Mehrzweckhalle des SC Nienberge.

Dienstag, 03.12.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 18:04 Uhr
Einmal vom Kasten fallen lassen – das ging mit ganz viel Vertrauen. Das lernten die Firmlinge beim SC Nienberge
Einmal vom Kasten fallen lassen – das ging mit ganz viel Vertrauen. Das lernten die Firmlinge beim SC Nienberge Foto: sn

„Es geht darum, die Kraft und Power Gottes zu erleben“, meinte Pastoralreferent Lars Stuhrbaum. Die insgesamt 80 Jugendlichen hatten ganz schnell viel Spaß daran, sportliche Prüfungen zu absolvieren und dabei über den Glauben nachzudenken. Ein völlig neues Konzept.

„Das ist eine Premiere“, sagte Diakon Reinhard Kemper . Zum ersten Mal werde der Firmunterricht in der Sporthalle abgehalten. Bei zwei anderen Katechesennachmittagen in diesem Jahr sprachen die Jugendlichen über „Gott“ und „Jesus“, jetzt war der „Heilige Geist“ an der Reihe.

In der Bibel gebe es viele Geschichten, in denen Menschen durch den Heiligen Geist zu etwas Besonderem befähigt würden, wurde den Jugendlichen erklärt. Natürliche Begabungen könnten durch ihn verstärkt werden: „So wanderte Apostel Paulus so viel, wie mancher Extremsportler heute.“

„Wir haben zwölf Stationen aufgebaut“, erklärte Pastoralreferent Lars Stuhrbaum. An denen konnten sich die Firmlinge erproben. „Viele schätzten ihre Leistung schlechter ein, als sie es war“, so der Pastoralreferent. Das wurde schon bei der ersten Station deutlich. Die Firmlinge sollten sich mit dem Rücken an die Wand stellen und sich auf einen „imaginären Stuhl“ setzen. Ziel war es, diese Position möglichst lange zu halten.

Das beansprucht die Beinmuskulatur nicht zu knapp. Doch die Jugendlichen hielten sich erstaunlich lange in dieser Übung. „Was bedeutet es, wenn man die Kraft Gottes geschenkt bekommt?“, das war eine der Fragen, die sich die Firmlinge während der Kraftanstrengung stellen sollten, so Stuhrbaum.

Versetzt der Glaube Berge? Hielten die Jungen und Mädchen deshalb so lange durch. Interessante Fragen, die sie miteinander besprachen.

Eine weitere Station: Ein Teilnehmer stellte sich auf einen Holzkasten, die anderen Jugendlichen standen hinter ihm, bildeten eine Gasse und streckten die Arme aus. Der Firmling auf dem Kasten sollte sich fallen lassen – eine Vertrauensübung.

Man sah, dass einigen mulmig wurde, andere überlegten lang und ließen sich dann wirklich fallen. Wer ganz viel Vertrauen hatte, ließ sich sogar die Augen verbinden. Immer hielten die Arme den Fallenden. „Sport ist Vertrauen und Glaube ist Vertrauen“, erklärte Marcus Porsche vom DJK-Diözesanverband, der die geistliche Begleitung des Projekts übernahm.

Die Übung gibt Selbstvertrauen, das wichtig ist: „Wir wollen die Jugendlichen auf den Marktplatz des Lebens vorbereiten“, so Marcus Porsche. Der auch schon ein kleines Fazit des Tages zog: „Kirche und Sport haben viel gemeinsam.“

Das findet auch Astrid Markmann, die Vorsitzende des SC Nienberge (SCN). Als DJK-Verein habe der SCN eine Verbindung zum Glauben. Später wurde der Firmunterricht sogar zum Gottesdienst.

Als der angekündigt wurde, wollten die Jugendlichen schon zur St.-Sebastian-Kirche gehen, bis Reinhard Kemper sagte: „Er findet hier statt.“ Der Heilige Geist ist eben überall – auch in der Sporthalle.

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