Stimmen zur Standortsuche für Feuerwehrgerätehaus
Vögedingplatz stößt auf Akzeptanz

Münster-Nienberge -

Die ersten Signale aus der Stadtverwaltung sind positiv, sogar Brandschutz-Dezernent Wolfgang Heuer hält den Standort Vögedingplatz für ein neues Feuerwehrgerätehaus für geeignet.

Dienstag, 17.12.2019, 17:44 Uhr
Die Bebauung des Vögedingplatzes mit einem neuen Feuerwehrgerätehaus beschäftigt aktuell die Nienberger.
Die Bebauung des Vögedingplatzes mit einem neuen Feuerwehrgerätehaus beschäftigt aktuell die Nienberger. Foto: sn

Ein kleines Stimmungsbild innerhalb Nienberges zeigt: Anders als jede andere Bebauung stößt ein neues Feuerwehrhaus auf der Freifläche zwischen Ahlhardstraße und Goesenweg fast durchweg auf Akzeptanz.

Rückblick: Aus einer Idee entsprang im Jahr 2015 ein Antrag der CDU , den Vögedingplatz zu bebauen. Dort sollten altengerechte, barrierefreie Wohnungen entstehen. Als dann noch die Stadt Münster dem Antrag, den Vögedingplatz für eine Bebauung freizugeben, positiv gegenüberstand und die Fläche für besagte Bebauung „aus städtebaulicher Sicht“ als „grundsätzlich vertretbar“ bewertete, schien der Weg für einen neuen Wohnkomplex geebnet.

Die Kommunalpolitik aber hatte die Rechnung ohne die Anwohner gemacht. Die wehrten sich mit Händen und Füßen gegen das Projekt und sammelten Hunderte Unterschriften. Ergo blieb die Fläche bislang unbebaut. Und nun macht seit geraumer Zeit der Vögedingplatz als potenzieller Standort des Gerätehauses die Runde.

Diejenigen, die die Planungen direkt betrifft, sind die Mitglieder der Nienberger Feuerwehr . Deren Leitung, Löschzugführer Thorsten Ullrich , sagt: „Das ist der einzig wahre Standort – einfach ideal.“ Einer der Vorteile: „Wir kreuzen dort weder den Schul- noch den Kindergartenweg.“ Und weiter: „Sogar dann, wenn aus verkehrstechnischer Sicht das Dorf dicht ist, ist dieser Standort recht gut zu erreichen.“

Schon seit einiger Zeit befasse sich der Löschzug mit einem dringend notwendigen Neubau, der die vorhandenen Defizite beheben könnte. Aktuell verfügen die Nienberger nämlich weder über abgetrennte Umkleidemöglichkeiten, separate Räume für die Jugendfeuerwehr oder ein Büro für den Löschzugführer. Und eine Wohnung für den Gerätewart? Fehlanzeige!

Obgleich es noch keine konkreten Planungen gibt – lediglich 1,9 Millionen Euro sind für ein neues Gerätehaus in Nienberge im städtischen Etat veranschlagt – rechnet Ullrich damit, dass sich der Neubau an den jüngst in Handorf oder Kinderhaus verwirklichten Projekten orientiert.

Stellt sich für die Anwohner die Frage, wie oft der Löschzug ausrückt. Ullrich: „Im vergangenen Jahr waren es 100 Einsätze, in diesem rund 50. Vermehrt müssen wir immer mehr raus, wenn es heißt: Hilflose Person hinter der Tür.“ Längst nicht bei jedem Einsatz rückt der Löschzug sofort mit Blaulicht und Martinshorn aus. Letzteres ist eher die Ausnahme.

Und was sagen die Anwohner? André Weber, der sich seinerzeit vehement gegen die geplante Bebauung aussprach, meint: „Wenn es zu einer Bebauung kommt, ist das Feuerwehr-Gerätehaus die bestmögliche Variante – eine gute Lösung.“ Ein Gerätehaus im Neubaugebiet an der Feldstiege sei mehr als schlecht: „Sowas gehört nicht an den Ortsrand“, meint Weber, der als Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation ASB um die Notwendigkeit eines schnellen Ausrückens der Rettungskräfte weiß.

Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine (SPD) möchte zunächst die Vorschläge aus der Fachverwaltung abwarten, um sich dann ein umfassendes Bild zu machen. In diesem Zusammenhang verweist er auf das aktuelle Bürgerbeteiligungsverfahren.

Ähnlich positioniert sich Nienberges CDU-Chef Meik Bruns, der feststellt, dass „die Brand- und Katastrophenbekämpfung aus dem Ort heraus erfolgen muss, auch um die vorgeschriebenen Anfahrtszeiten bei Einsätzen garantieren zu können“. Weitere Entwicklungspotenziale habe die Bürgerschaft in der Stadtteilwerkstatt aufgeworfen, so Bruns. Diese gelte es nun für das beauftragte Planungsbüro zu gewichten: „Die CDU wird diese bewerten und gegebenenfalls in ihr Kommunalwahlprogramm aufnehmen.“

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