Pater Jacob Vaniyapurackal ist Praktikant in der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser
Tannen statt Mangobäume

Münster-West -

Die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser hat einen neuen Praktikanten: Pater Jacob Vaniyapurackal möchte hier „eine andere Welt kennenlernen“, wie er sagt.

Dienstag, 07.01.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 12.01.2020, 17:56 Uhr
Pater Jacob Vaniyapurackal ist Praktikant in der Liebfrauen-Überwasser-Pfarrei.
Pater Jacob Vaniyapurackal ist Praktikant in der Liebfrauen-Überwasser-Pfarrei. Foto: sn

Vieles ist neu für Pater Jacob Vaniyapurackal, sogar der Weihnachtsbaum. „Bei uns schmückt man Mangobäume“, sagt der indische Geistliche. Tannen gibt es bei ihm zu Hause nicht. Indien, das sei etwas „ganz Anderes“. Vaniyapurackal ist derzeit Praktikant in der Liebfrauen-Überwasser-Pfarrei. Er begegnet hier einer für ihn ganz anderen, neuen Welt. Die möchte er gerne „kennenlernen“, sagt er.

„Die Nienberger nehmen ihn herzlich auf“, sagt Diakon Reinhard Kemper . Aber Vaniyapurackal sei auch in den anderen Teilen der Pfarrei zu Gast. „Praktikant“ sei er, aber auch ausgebildeter Priester. Diese Priester-Ausbildung in Indien dauere zwölf Jahre, sagt Vaniyapurackal.

Im Anschluss daran war er als Geistlicher in seiner Heimat schon sieben Jahre tätig, zuletzt in Kerala, einem indischen Bundesstaat im Südwesten des Landes. Immerhin sind dort fast 20 Prozent der Bevölkerung Christen. Die am weitesten verbreitete Religion ist in Kerala der Hinduismus. Über die Hälfte der Einwohner bekennen sich zu ihr.

Vaniyapurackal ist Mitglied des Ordens „Congregation of Sankt Theresa“. Elf weitere Geistliche dieses Ordens wirkten derzeit im Bistum Münster, erklärt Pastoralassistent Felix Röskenbleck.

Vaniyapurackal hat in Indien Messen nach bekannter römisch-katholischer Art zelebriert, aber auch nach dem Ritus der „Syro Malabar“-Kirche. Diese Richtung beruft sich auf den Heiligen Thomas, der auch in Indien gewirkt haben soll. Die Anhänger heißen deshalb auch „Thomas-Christen“. Dieser Zweig der katholischen Kirche sei von Rom anerkannt, so Kemper.

Und so lernt der Pater nicht nur viel von Deutschland, sondern man kann auch viel von ihm lernen. Frischen Wind bringt er mit. Für einige war es eine ganz schöne Überraschung, als der Pater im Jugendgottesdienst am 2. Weihnachtstag plötzlich sein Handy einschaltete, anfing Musik abzuspielen und dann fröhlich-besinnlich das indische Weihnachtslied „Jahudiyayile ord gramathil“ (In einem Dorf in Judäa) sang. Für die Nienberger war das ganz neu.

„Mir gefällt es hier sehr gut“, sagt Vaniyapurackal, „die Leute sind sehr freundlich zu mir.“ Es ist seine zweite Station in Deutschland, in der St.-Matthäus-Gemeinde in Melle war er auch schon. Der Abschied von den Menschen dort sei schwer gewesen, sagt er.

Nun will er in der Liebfrauen-Überwasser-Pfarrei Erfahrungen sammeln. Bis zum Sommer dieses Jahres geht sein Praktikum, in dem er die Menschen in der Pfarrei kennenlernen will, die vielen Ehrenamtlichen, Initiativen und Gruppen in der Gemeinde.

Auch danach wird er in Deutschland bleiben und als Priester tätig sein. Sein Praktikum in Nienberge und Münster solle auf künftige Aufgaben vorbereiten, sagt Diakon Reinhard Kemper. Doch soweit ist es noch nicht. Jetzt geht es ihm erstmal darum, diese für ihn ganz neue Welt und die Pfarrei Schritt für Schritt zu erkunden.

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