Protestfahrt der Landwirte
200 Traktoren auf dem Weg nach Telgte

Münster-Nienberge -

Weit waren die Hörner der Traktoren zu hören, als sie dröhnend in Nienberge ankamen. Denn auch die Landwirte, die aus dem Westmünsterland in Richtung Telgte unterwegs waren, wollten lautstark auf sich aufmerksam machen.

Sonntag, 12.01.2020, 17:58 Uhr aktualisiert: 13.01.2020, 18:06 Uhr
Organisator Hendrick Meier war zufrieden: Auf der Altenberger Straße warteten rund 200 Traktoren auf den Startschuss, um zur Demo nach Telgte zu fahren.
Organisator Hendrick Meier war zufrieden: Auf der Altenberger Straße warteten rund 200 Traktoren auf den Startschuss, um zur Demo nach Telgte zu fahren. Foto: Claus Röttig

„Ohne uns geht es nicht“, prangte in großen Lettern auf den Schildern, die an den Zugmaschinen hingen: Genau das war wohl der Grund, warum Organisator Hendrick Meier überhaupt so viel Arbeit in die Demonstration gesteckt hat. Der Nienberger hat die Landwirte bis nach Bottrop und Ahaus mobilisiert, sich die neuen Regeln und Auflagen der Regierung nicht mehr gefallen zu lassen – und mit dem Traktor nach Telgte zum Landwirtschaftsminister zu fahren.

Während die rund 200 Traktoren, die sich allein in Nienberge sammelten, langsam zum Startpunkt der Demo in Höhe der Windkraftanlage aufrückten, gab sich Meier kritisch in puncto Politik. „Gerade die Junglandwirte möchten weitermachen. Es sind meist Familienbetriebe, die nun auf dem Spiel stehen.“ In der Zwischenzeit riegelte die Polizei den Verkehr ab, sie war mit vielen Fahrzeugen nach Nienberge gekommen.

„Die Zusammenarbeit ist wirklich klasse, aber die Organisation ist einfach viel Arbeit“, so Meier. Mit einem Funkgerät verständigte er sich mit seinen Mitstreitern, gab Anweisungen zur Aufstellung. Die Straße in Fahrtrichtung Münster wurde in der Zwischenzeit von der Polizei gesperrt.

„Es ist für uns einfach wichtig, dass wir die Zukunft planen können“, so Landwirt Matthias Oskamp, der ebenfalls mitmachte. Die Landwirte hätten sich in den letzten Jahren immer gesetzeskonform verhalten, doch nun seien sie ohne Perspektiven. Auch andere Landwirte bestätigen die Meinung von Oskamp: „Aber wir können über alles reden.“

Während der Trauerflor an einigen Traktoren im Wind flatterte, ging bei den rund 200 Maschinen auf der Altenberger Straße schnell gar nichts mehr. Autos mussten an der Hülshoffstraße warten, einige drehten einfach schnell um. Doch wirklich sauer war keiner auf die Landwirte. So erklärte eine Passantin: „Auch die müssen auf sich aufmerksam machen. Und wie sollen sie das sonst machen, als mit solchen Aktionen.“ Denn sonst überhöre die Stimme viel zu oft.

Auch Versicherungsmakler Paul Everding war unterwegs: Doch dieses Mal ging es nicht um Schadensabwicklung, sondern er verteilte Kaffee an die Fahrer aus dem Kofferraum seines Autos. Das Angebot kam bei den Bauern gut an: Sie verließen die Traktoren, um sich mit einem Schluck zu stärken. Einer der Landwirte erklärte: „Es ist einfach toll, wenn man noch solche Unterstützung erfährt. Da wird man sich wieder bewusst, dass die Bevölkerung uns doch ernst nimmt.“

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